Giraffatitan

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Giraffatitan
Skelettrekonstruktion von Giraffatitan brancai im Naturkundemuseum Berlin nach dem Umbau von 2007: Die Beine stehen unter dem Körper, der Schwanz ist vom Boden abgehoben.

Skelettrekonstruktion von Giraffatitan brancai im Naturkundemuseum Berlin nach dem Umbau von 2007: Die Beine stehen unter dem Körper, der Schwanz ist vom Boden abgehoben.

Zeitliches Auftreten
Oberjura ({evtl. Callovium} Oxfordium bis Tithonium)[1]
163,5 bis 145 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Dinosaurier (Dinosauria)
Echsenbeckensaurier (Saurischia)
Sauropodomorpha
Sauropoden (Sauropoda)
Brachiosauridae
Giraffatitan
Wissenschaftlicher Name
Giraffatitan
Paul, 1988
Art
  • Giraffatitan brancai (Janensch, 1914)

Giraffatitan ist eine Gattung sauropoder Dinosaurier aus dem Oberjura von Afrika.[2] Mit einer Gesamtlänge von bis zu 26 Metern zählt dieser Dinosaurier zu den größten Landtieren der Erdgeschichte.

Mit weiteren Gattungen bildet Giraffatitan aufgrund gemeinsamer anatomischer Merkmale (Synapomorphien) wie den langen Vorderbeinen und den hoch liegenden Nasenöffnungen das Taxon Brachiosauridae. Giraffatitan ist die Schwestergattung von Brachiosaurus, zu der sie ursprünglich von Werner Janensch gestellt wurde.[3][4] Janensch beschrieb zwei Arten, Brachiosaurus brancai und Brachiosaurus fraasi, stellte aber bald fest, dass B. fraasi ein jüngeres Synonym von B. brancai ist.[4]

Lebendrekonstruktion von Giraffatitan

Gregory S. Paul wies im Jahr 1988 auf eine Reihe von Unterschieden zwischen der nordamerikanischen Typus-Art von Brachiosaurus (B. altithorax) und dem afrikanischen Material hin, und stellte B. brancai in eine eigene Untergattung Giraffatitan.[5] George Olshevsky hielt diese Unterschiede für bedeutsam genug, um Giraffatitan zu einer Gattung zu erheben.[6] Eine genaue Untersuchung von Michael Taylor zeigte, dass diese Unterscheidung gerechtfertigt ist, da die Differenzen zwischen den beiden Arten deutlich größer sind, als die zwischen anderen gut bekannten Sauropodengattungen, wie etwa Diplodocus und Barosaurus.[2]

Im Berliner Museum für Naturkunde ist ein Skelett von Giraffatitan ausgestellt, das von der paläontologischen Gesellschaft zum Fossil des Jahres 2012 gewählt wurde. Es besteht aus Skelettmaterial von mehreren Individuen und enthält auch das Material des Holotypus (HMN SII)[5]. Das beistehende Zertifikat von Guinness World Records über den Rekord des weltgrößten Dinosaurierskeletts bezeichnet ihn weiterhin als Brachiosaurus brancai.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  R. Bussert, W.-D. Heinrich, M. Aberhan: The Tendaguru Formation (Late Jurassic to Early Cretaceous, southern Tanzania): definition, palaeoenvironments, and sequence stratigraphy. In: Fossil Record. 12, Nr. 2, 2009, S. 141–174.
  2. a b  Michael P. Taylor: A Re-Evaluation of Brachiosaurus altithorax Riggs 1903 (Dinosauria, Sauropoda) and Its Generic Separation from Giraffatitan brancai (Janensch 1914). In: The Society of Vertebrate Paleontology (Hrsg.): Journal of Vertebrate Paleontology. 29, Nr. 3, September 2009, S. 787–806, doi:10.1671/039.029.0309 (Received: May 28, 2008; Accepted: November 7, 2008, http://www.bioone.org/doi/abs/10.1671/039.029.0309, abgerufen am 17. Januar 2011).
  3.  Werner Janensch: Übersicht über der Wirbeltierfauna der Tendaguru-Schichten nebst einer kurzen Charakterisierung der neu aufgeführten Arten von Sauropoden. In: Archiv für Biontologie. 3, Nr. 1, In Kommission bei R. Friedländer & Sohn, Berlin 1914, S. 81–110.
  4. a b  Werner Janensch: Material und Formengehalt der Sauropoden in der Ausbeute der Tendaguru-Expedition. In: Palaeontographica. Suppl. 7, Nr. 2, S. 1–34.
  5. a b  Gregory S. Paul: The brachiosaur giants of the Morrison and Tendaguru with a description of a new subgenus, Giraffatitan, and a comparison of the world’s largest dinosaurs. Proceedings of the North American Paleontological Conference IV: The Golden Age of Dinosaurs – The Mid Mesozoic Terrestrial Ecosystem of North America Field Trip and Colloqium. In: Societas Paleoniographica Coloradensis (Hrsg.): Hunteria. 2, Nr. 3, University of Colorado Museum, Boulder, Colorado 19. Februar 1988, ISSN 0892-3701 (http://gspauldino.com/HunteriaBrachio.pdf).
  6.  Donald F. Glut: Brachiosaurus. In: Dinosaurs: The Encyclopedia. Mcfarland & Co Inc, Juli 1997, ISBN 978-0899509174, S. 218.
  7. Museum für Naturkunde - Berlin-postkolonial.de http://www.berlin-postkolonial.de/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=23:invalidenstrasse-43-museum-fuer-naturkunde&catid=10:mitte

Weblinks[Bearbeiten]

Bild des Zertifakts von Guinness World Records