Girogo

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Girogo-Logo

Girogo ist seit Januar 2012 die Bezeichnung für kontaktloses Bezahlen mit dem Geldkarten-Chip der Girocard.[1] Perspektivisch soll Girogo die Geldkarte ersetzen.

Technik[Bearbeiten]

Bei Girogo werden die auf den EC-Karten vorhandenen Geldkarten-Chips um einen RFID-Funkchip erweitert. Der Oberbegriff für diese Funkchip-Applikationen ist Near Field Communication (NFC) und ist in vielen aktuellen Smartphones integriert. Daher wird Girogo auch als erster Schritt zum Bezahlen per Mobiltelefon gewertet.

Aufladen[Bearbeiten]

Mit Girogo kann grundsätzlich nur dann bezahlt werden, wenn das lokale Guthaben auf der Girogo-Kundenkarte ausreicht. Es können maximal 200 Euro aufgeladen werden. Das Girogo-Guthaben kann auf mehreren Wegen aufgeladen werden. Die zurzeit drei wesentlichen sind:

  1. Manuell am Geldautomaten wie bei einer Geldkarte.
  2. Manuell am Bezahlterminal beim Händler über Eingabe der PIN und anschließenden Bezahlvorgang.
  3. Automatisch sobald ein Mindestguthaben unterschritten wird (typischerweise 20 Euro, Autoaufladebetrag 20 Euro, maximale Autoaufladung 50 Euro pro Tag). Für das Autoaufladen muss ein sogenannter Abo-Ladeauftrag unterschrieben werden.

Zukünftig soll auch das Aufladen über ein Smartphone möglich sein, das über eine kompatible NFC-Kommunikationseinheit und ein entsprechendes Programm mit PIN-Abfrage verfügt.

Der Vorgänger Geldkarte litt unter dem praktischen Problem, dass viele potenzielle Benutzer ihre Geldkarte nie vorher aufgeladen hatten oder vergessen hatten vorher ausreichend aufzuladen, so dass in der Praxis die spontane Bezahlung dann anders gelöst werden musste. Daher lag bei Girogo ein besonderes Augenmerk darauf, die Auflademöglichkeiten durch Aufladen am Bezahlterminal oder über das eigene Smartphone zu erweitern.

Kritik[Bearbeiten]

girogo-Karte
(Röntgenansicht der Karte mit Antenne)

Es handelt sich nicht um eine freiwillige Zugabe,[2] mit der von April 2012 bis 2015 alle 45 Millionen SparkassenCards ausgestattet werden sollen.[3] Den Karten fehlt der Sicherheitsmechanismus des elektronischen Reisepasses,[4] der vor dem elektronischen einen optischen Zugriff auf die Datenseite des Reisepasses erfordert.[5] Datenschützer bemängeln, dass die Funkchips eine weltweit eindeutige ID-Nummer, die letzten 15 Bezahlvorgänge, eine Händlerkennung und die letzten drei Prepaid-Ladevorgänge vom Träger unkontrollierbar und unverschlüsselt senden.[6][7] Dadurch lassen sich leicht Bewegungsprofile der Karteninhaber erstellen.[4][8][9] Die Daten könnten mit einfachen Geräten auf eine Entfernung von einem halben Meter oder mehr problemlos ausgelesen werden. Es wird eine Aufklärung über die Sicherheitsrisiken vermisst.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pressemitteilung: Deutsche Kreditwirtschaft führt neues Markenzeichen girogo für das kontaktlose Bezahlen ein ZKA, abgerufen am 12. Januar 2012.
  2. Wirtschafts Woche: NFC-ChipsDatenschützer warnen vor Sparkassen-Karten abgerufen am 3. Januar 2013
  3. Sparkasse: Kontaktloses Bezahlen mit girogo abgerufen am 14. Januar 2013
  4. a b Spiegel-Online: „Unsichtbares Kleingeld verrät seinen Besitzer“, abgerufen am 3. Januar 2013
  5. BSI: Sicherheitsmechanismen in elektronischen Ausweisdokumenten, abgerufen am 3. Januar 2013
  6. Computer Bild: Wirbel um NFC-Technik, Datenklau beim Bezahlen? abgerufen am 3. Januar 2013
  7. Infoflyer AK Vorrat, Ortsgruppe Hannover (PDF; 371 kB), abgerufen am 3. Januar 2013
  8. Spiegel-Online: Datenschützer fürchten Missbrauch bei neuer Funk-Geldkarte, 12. Juni 2012
  9. Pressemitteilung des DSGV mit einer Gegendarstellung, 15. Juni 2012
  10. Hannoversche Allgemeine: Kritik an Funkchip, Girokarte mit eingebautem Risiko, abgerufen am 3. Januar 2013