Gisikon

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Gisikon
Wappen von Gisikon
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Luzern-Land
BFS-Nr.: 1055i1f3f4
Postleitzahl: 6038
UN/LOCODE: CH GIK
Koordinaten: 672800 / 21968647.1241648.398057418Koordinaten: 47° 7′ 27″ N, 8° 23′ 53″ O; CH1903: 672800 / 219686
Höhe: 418 m ü. M.
Fläche: 1.08 km²
Einwohner: 1148 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 1063 Einw. pro km²
Website: www.gisikon.ch
Karte
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Gisikon ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Luzern-Land des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Gisikon liegt im luzernischen Teil des Reusstals zu Füssen des Rooterberges. Mit einer Fläche von 107,66 ha ist der Ort die flächenmässig kleinste Gemeinde im Kanton Luzern. Von der Fläche wird knapp die Hälfte (49,5 %) landwirtschaftlich genutzt, 25,2 % sind Siedlungsfläche und weitere 19,8 % Wald und Gehölz.

Gisikon grenzt an Honau, Inwil und Root. Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich am Rooterberg auf 646 m.ü.M., der tiefste an der Reuss auf 406 m.ü.M.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 111
1850 153
1870 156
1888 133
1920 202
1950 185
1960 201
1970 234
1980 370
1990 625
2000 845
2010 1'085
2011 1'123
2012 1'162
2013 1'129

Die Bevölkerungszahl wuchs von 1798 bis 1850 stark (1798–1850: +37,8 %). Nach einem Rückgang zwischen 1870 und 1888 um 14,7 % folgte eine Wachstumsschub, der bis 1920 anhielt (1888–1920: +51,9 %). Anschliessend stagnierte die Zahl der Bewohner jahrzehntelang. Mit dem Bau der Autobahn Luzern–Zug Ende der Siebziger-Jahre begann dann ein sprunghafter Bevölkerungsanstieg auf heute 1'129 Einwohner (Stand 31. Dezember 2013). Seit 1990 zählt Gisikon zur Agglomeration Luzern.

Sprachen[Bearbeiten]

Fast die gesamte Bevölkerung, genau 92,33 %, spricht als Umgangssprache Deutsch. Ferner sprechen im Alltag 1,53 % Albanisch und weitere 1,18 % Französisch, Italienisch (Stand 2000).

Religionen und Konfessionen[Bearbeiten]

Traditionell ist die Bevölkerung römisch-katholisch (69,1 %). Religiöse Minderheiten bilden die 17,2 % evangelisch-reformierten Christen und die 2,5 % Muslime.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten]

Ende 2013 waren von den 1'129 Bewohnern 949 Schweizer und 180 Ausländer, die meisten Personen stammen aus Deutschland (58) und Portugal (20).

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus fünf Personen (im Nebenamt). Gemeindepräsident ist ab 1. September 2012 Alois Muri. Lötscher Josef ist für das Ressort Infrastruktur zuständig. Das Ressort Soziales übernimmt ab 1. September 2012 Jolanda Heinrich Blum, Marianne Danuser gehört das Ressort Bildung und das Ressort Umwelt leitet Bruno Vogel (Stand 2012).

Wahlen[Bearbeiten]

Bei den Kantonsratswahlen im Jahre 2011 wurde die SVP mit 35,5 % wählerstärkste Partei vor der CVP mit 21,8 % und der ebenfalls bürglichen FDP mit 14,2 % der Stimmen. Die Linksparteien haben einen Wähleranteil mit 25,9 % für die SP, 10,9 % für die Grüne und für die GLP 15,0 %. Der Rest verteilt sich auf diverse Kleinparteien.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bis zu Beginn des Zweiten Weltkriegs betätigte sich eine grosse Mehrheit der Erwerbstätigen als Bauern, Müller und Steinmetze. Das letztere Gewerbe existiert heute nicht mehr, da die natürlichen Ressourcen erschöpft sind. Mittlerweile gibt es auch nur noch 5 Landwirtschaftsbetriebe. Dies bedeutet, dass nur noch (Stand 2008) 3,9 % der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig sind. 20,6 % leben von Arbeit in Industrie- und Handwerk, 57,5 % der Beschäftigen arbeiten in Berufen im Dienstleistungsbereich. Von 493 Erwerbstätigen in Gisikon sind 272 Zupendler (v.a. aus der Region). Gleichzeitig gibt es 399 Wegpendler (ein Drittel in den Kanton Zug, daneben v.a. in die Stadt Luzern und nach Root).

Restaurants[Bearbeiten]

In Gisikon befinden sich die zwei traditionellen Restaurants Gasthof Tell und Hotel Garni an der Reuss. Ab September 2012 gibt es ausserdem den Treffpunkt 6038. Der Treffpunkt 6038 vereint unter einem Dach ein Café mit Spielzimmer für Kinder, eine Ludothek und einen kleinen Einkaufsladen mit regionalen Produkten.

Verkehr[Bearbeiten]

Gisikon verfügt über einen Autobahnanschluss (Gisikon-Root). Dank der im Jahr 2009 eröffneten Autobahn durchs Konaueramt ist man in gut 30 Minuten in Zürich. Die Gemeinde ist ausserdem auf der Schiene (Strecke Luzern–Zug–Zürich) und per Bus (Linie 23 Luzern–Ebikon–Gisikon-Root und Linie 110 Hochdorf–Rotkreuz) an den Öffentlichen Verkehr angeschlossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die älteste noch erhaltene Erwähnung Gisikons datiert auf das Jahr 1270. Bald darauf geriet der Ort unter die Herrschaft der Habsburger. Bis zum Verkauf durch die Familie von Moos an die Stadt Luzern im Jahr 1422 war es Lehen wechselnder Herren. Im Jahr 1653 erhielt der Ort Steuerprivilegien, weil er im Gegensatz zu den meisten Landgemeinden im grossen Bauernkrieg zu den Herren in der Stadt hielt. Im Zweiten Villmergerkrieg war Gisikon Schauplatz einer Schlacht und am 23. November 1847 verloren hier die Truppen des Sonderbunds die entscheidende Schlacht gegen das eidgenössische Heer unter General Dufour. Weder archäologische Spuren noch schriftliche Zeugnisse erzählen vom Ursprung Gisikons. Die Endung des Ortsnamens auf -ikon lässt auf alemannische Landnahme vom 6. bis 8. Jahrhundert schliessen. Der Name geht wohl auf Siedler namens Gising zurück. Das Gisiker Wappen ist blau, geziert von einer balkenweise gestellten goldenen Brücke mit zwei silbernen Pfeilern. Es stellt also die Brücke dar, die in der Geschichte eine so wichtige Rolle spielte. Seit 1426 beriet der Luzerner Rat über die Frage eines Brückenbaus in Gisikon. Er entschied sich 1431, eine gedeckte Brücke über die Reuss zu schlagen. Die Reussbrücke machte Gisikon 1432 zur Zollstation mit einer Wirtschaft zur Versorgung der Händler und Reisenden und seit dem 18. Jahrhundert mit einem Landjägerposten zur Eindämmung der Landstreicherei. Der Brückenzoll wurde auf Personen, Vieh und Handelswaren erhoben. Im 18. Jahrhundert war die Brücke in Gisikon nach Reiden, Emmenbrücke und dem Untertor in Luzern die viertbedeutendste Zolleinnehmerei. Das letzterbaute Zollhaus, der heutige Gasthof Tell, entstand 1847/48.

Schulen[Bearbeiten]

In Gisikon wurde 2005 in nur sieben Wochen ein neues Schulhaus erstellt. Darin findet nun der Unterricht der Intergrativen Schule inkl. Basisstufe für rund 100 Schülerinnen und Schüler der Gemeinden Gisikon und Honau statt. Ab der 7. Schulklasse findet der Schulbesuch in der Nachbargemeinde Root statt. Seit August 2010 bietet die Gemeinde Gisikon schul- und familienergänzende Tagesstrukturen an. Diese Tagesstrukturen werden von Montag bis Freitag und während acht Ferienwochen angeboten. Die Räumlichkeiten des «Leutturms» befinden sich im Gemeindehaus direkt neben dem Schulhaus.

Zentrum Mühlehof[Bearbeiten]

Der Turnunterricht der Schule Gisikon findet im angrenzenden Zentrum Mühlehof statt. Das Zentrum kann ausserdem für persönliche Anlässe (Hochzeitsfeier, Geburtstag, Gewerbeanlass und Apèro mit Freunden) gemietet werden.

Freizeit in Gisikon[Bearbeiten]

Das Ufer der Reuss, der Gisiker Wald, der Grillplatz, die drei Kinderspielplätze, die diversen Parkbänke mit Aussicht sowie die Naturschutzzone Feldhof dienen der Erholung. Weiter gibt es verschiedene Möglichkeiten in alle Richtungen eine Wanderung oder eine Radtour zu unternehmen.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gisikon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)