Giswil

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Giswil
Wappen von Giswil
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Obwalden (OW)
Bezirk: (Der Kanton Obwalden kennt keine Bezirke.)
BFS-Nr.: 1403i1f3f4
Postleitzahl: 6074
Koordinaten: 656920 / 18717946.8333288.184719484Koordinaten: 46° 50′ 0″ N, 8° 11′ 5″ O; CH1903: 656920 / 187179
Höhe: 484 m ü. M.
Fläche: 85,96 [1] km²
Einwohner: 3607 (31. Dezember 2012)[2]
Website: www.giswil.ch
vorne Kleinteil, hinten Grossteil, rechts Rudenz

vorne Kleinteil, hinten Grossteil, rechts Rudenz

Karte
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Luftaufnahme: links Grossteil, rechts Rudenz, dahinter Diechtersmatt und der Sarner See

Giswil ist eine politische Gemeinde des Kantons Obwalden in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Die Ortschaft Giswil liegt im Süden der vom Sarnersee dominierten Talfläche des Kantons Obwalden auf einer Höhe von 484 m ü. M. sowie vor allem westlich des Tals gelegenen Berggebieten, die auf 2'084 m ü. M. reichen. Der tiefste Punkt ist der Sarnersee auf 469 m ü. M., der höchste Punkt liegt auf 2'220 m ü. M.,[3] knapp unterhalb des Gipfels des Brienzer Rothorns (2'349,7 m ü. M.).

Das nordwestliche Berggebiet besteht aus einer instabilen Gesteinsschichtung (Flysch) aus Kalksandstein, Ton und Gips und wird vorwiegend forstwirtschaftlich genutzt. Die Berggebiete im Südwesten und im Osten bestehen aus stabilem felsigem Kalkstein und werden land- und forstwirtschaftlich genutzt. Die Bergfussregion im Westen besteht aus fluviatilen Geröllablagerungen und wird landwirtschaftlich, als Siedlungsfläche und durch Kiesabbau genutzt, und der Talboden besteht aus grösstenteils trockengelegten Feuchtgebieten und wird als Siedlungs- Gewerbe- und Landwirtschaftsgebiet genutzt.

Die Gesamtfläche der Gemeinde beträgt 8597 ha, davon sind 4541 ha (52,8 %) bestockte Flächen (mit Wald und Buschwerk), 3195 ha (37,2 %) Nutzflächen (wie Wiesen, Äcker, Alpen), 158 ha (1,8 %) Siedlungsflächen und der Rest (703 ha 8,2 %) unproduktiv (Gewässer, Gebirge vegetationslos).

Mit einer Fläche von knapp 86 km² ist Giswil gleich gross wie die Stadt Zürich. Im Grössenvergleich der etwa 2750 Schweizer Gemeinden liegt Giswil auf Platz 68.

Giswil besteht aus den Ortsteilen Grossteil, Kleinteil, Rudenz und Diechtersmatt. Die mittlerweile geschlossene Besiedlung um Diechtersmatt ist mit dem südlicher gelegenen älteren Ortsteil Rudenz zusammengewachsen und bildet einen neu entstandenen Dorfkern, in dem auch der Bahnhof liegt. Das südlich angrenzende Aaried entstand durch die Trockenlegung des Rudenzersees im 19. Jahrhundert und wird vorwiegend als Weideland benutzt. Der Ortsteil Kleinteil liegt mehr als zwei Kilometer südwestlich des Dorfs zwischen den Bächen Altibach und Laui am Nordostfuss des Giswilerstocks. Näher am Dorf liegt die Hauptsiedlung Schribersmatt des Ortsteils Grossteil mit den Schul- und Sportanlagen. Zahlreiche Gehöfte und Alpwirtschaften, die sich über eine Fläche von mehreren Quadratkilometern ausbreiten, gehören zum Ortsteil Grossteil zwischen Laui und Steinibach.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Zwischen 1744 und 1799 stagnierte die Zahl der Bewohner. Dies wegen der geringen landwirtschaftlichen Flächen in der versumpften Ebene südlich des Sarnersees und Naturkatastrophen in Form von Überschwemmungen. Die Einwohnerzahl in der Gemeinde wuchs dann zwischen 1799 und 1850 stark an (1799-1850: +55,3 %). Grund hierfür war ein starker Geburtenüberschuss und die Trockenlegung versumpfter Gebiete. Zwischen 1850 und 1860 kam es zu einem kleinen Bevölkerungsrückgang, der jedoch in den 1860er-Jahren mehr als wettgemacht wurde. In den Jahren zwischen 1870 und 1888 erfolgte eine starke Auswanderungswelle in die industrialisierten Gebiete der Schweiz und nach Übersee (Brasilien und die Vereinigten Staaten). Diese stoppte dank des Anschlusses an die Brünigbahn 1888. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs gab es dann eine Wachstumsphase (1888-1910: +22,5 %). Danach folgte ein Jahrzehnt mit Nullwachstum. In den nächsten achtzig Jahren des 20. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung, abgesehen von einer Periode der Stagnation in den 1950er-Jahren und einem Rückgang in den 1970er-Jahren (1970-1980: -6,0 %). Insgesamt stieg die Zahl der Bewohner von 1920 bis 2000 um 1'585 Personen oder 80,9 %. Seit der Jahrtausendwende wächst sie jedoch nur noch langsam.

Grund für den Anstieg waren die Verbesserung des Angebots des Öffentlichen Verkehrs und vor allem der Bau der A8. Die Gemeinde wurde wegen ihrer Nähe zum Obwaldner Hauptort Sarnen und zur Stadt Luzern auch für Pendler attraktiv.

Bevölkerungsentwicklung
1744 1799 1850 1860 1870 1880 1888 1900 1910 1920 1930 1941 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
1040 1037 1610 1579 1782 1786 1579 1711 1934 1959 2382 2437 2653 2656 2760 2595 3085 3435 3613

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Obwaldnerdeutsch wird noch häufig gesprochen. Fast die gesamte Einwohnerschaft spricht als tägliche Umgangssprache deutsch. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 95,5 % Deutsch, 1,02 % Serbokroatisch und 0,82 % Portugiesisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung war früher vollumfänglich Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Die Konfessionsverhältnisse im Jahr 2000 lassen trotz Durchmischung immer noch die ursprüngliche Struktur erkennen. 2'913 Personen waren katholisch (84,80 %). Daneben gab es 7,13 % protestantische und 0,87 % orthodoxe Christen, 1,57 % Muslime und 3,23 % Konfessionslose. 72 Personen (2,10 %) machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis. Bis vor wenigen Jahrzehnten war fast beinahe die gesamte Einwohnerschaft katholisch. Die Entkirchlichung und die starke Zuwanderung aus anderen Gemeinden und dem Ausland hat in Giswil zu einem raschen Anstieg anderer Bekenntnisgruppen geführt.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten]

Von den Bewohnern waren Ende 2009 3'198 (91,0 %) Schweizer Staatsangehörige. Die Zugewanderten stammen mehrheitlich aus Mitteleuropa (Deutschland und Österreich), Südeuropa (Italien und Portugal), dem ehemaligen Jugoslawien (Serbien, Montenegro, Kosovo, Kroatien und Bosnien-Herzegowina) und Frankreich. Bei der Volkszählung 2000 waren 3'180 Personen (92,58 %) Schweizer Bürger; davon besassen 63 Personen eine doppelte Staatsbürgerschaft.

Altersstruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde zählt einen hohen Anteil an jüngeren Leuten. Während der Anteil der Personen unter zwanzig Jahren 30,42 % der Ortsbevölkerung ausmacht, sind 16,86 % Senioren (60 Jahre und älter). Die grösste Altersgruppe stellen die Personen zwischen 30 und 44 Jahren.

Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 ergab sich folgende Altersstruktur:

Alter 0–6 Jahre 7–15 Jahre 16–19 Jahre 20–29 Jahre 30–44 Jahre 45–59 Jahre 60–79 Jahre 80 Jahre und mehr
Anzahl 314 539 192 372 884 555 457 122
Anteil 9,14 % 15,69 % 5,59 % 10,83 % 25,74 % 16,16 % 13,30 % 3,55 %

Von den 3584 Einwohnern Ende 2010 waren 1224 Gemeindebürger, 2016 niedergelassene Schweizer und 344 Ausländer.

Politik[Bearbeiten]

Giswil wird von einem Gemeinderat mit 7 Mitgliedern geleitet. Gemeindepräsident ist seit Juli 2012 Beat von Wyl, zuvor hatte Bruno Enz das Amt inne. Eine Gemeindeversammlungen findet zwei Mal im Jahr statt. Die Giswiler entsenden seit 2014 fünf Vertreter in den Obwaldner Kantonsrat, zuvor waren es wegen dem damals höheren Bevölkerungsanteil sechs Vertreter.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bis in das 20. Jahrhundert lebten die meisten Bewohner Giswils von der Viehzucht. Dazu kam milchverarbeitendes Gewerbe (Käserei) und ein wenig Holzwirtschaft. Heute gibt es zudem Betriebe in den Bereichen Baugewerbe, Elektromotorenbau, Kältetechnik und Messgeräte.

In Giswil gab es (2008) 1'326 Beschäftigte in 273 Betrieben. 23,6 % der Beschäftigten in Giswil arbeiteten im Bereich Landwirtschaft/Forstwirtschaft/Fischerei (womit die Gemeinde den höchsten Anteil im ganzen Kanton aufweist), 31,2 % in Industrie und Gewerbe und 45,2 % in Dienstleistungsunternehmen. Die Arbeitslosenquote betrug 2007 1,24 %.

Im Jahr 2000 gab es 1'077 Erwerbstätige in Giswil. Davon waren 789 (73,26 %) Einheimische und 288 Zupendelnde. Die Zupendelnden kamen vorwiegend aus der Region; nämlich aus Sarnen (25,0 %), Sachseln (24,3 %), Lungern (10,1 %), Kerns (8,0 %) und Alpnach (5,6 %). Im gleichen Jahr waren 1'721 Menschen aus Giswil erwerbstätig. Somit arbeiteten 932 Personen in anderen Gemeinden. In den Obwaldner Hauptort Sarnen pendelten 274 Personen (29,4 % aller Wegpendelnden), nach Sachseln 193 Personen (20,7 %), in die Stadt Luzern 109 Personen (11,7 %), nach Lungern 62 Personen (6,7 %), nach Alpnach 49 Personen (5,3 %), nach Kerns 35 Personen (3,8 %), nach Stans 32 Personen (3,4 %), nach Kriens 22 Personen (2,4 %) und nach Emmen 21 Personen (2,3 %).

Gewässer[Bearbeiten]

Das Wasser vom Stausee Lungerersee wird nach einer Druckleitung mit 190 Meter Gefälle im Kraftwerk Lungerersee zur Stromproduktion genutzt. Die Turbinen und Generatoren des Kraftwerks stehen in der unterirdischen Kavernenzentrale Unteraa, die auf dem Gebiet der Gemeinde Giswil liegt. Von dort fliesst das Wasser als Sarner Aa (in diesem Abschnitt auch einfach Aa, Aawasser oder Giswiler Aa genannt) in einem kanalisierten Bachbett, bis es sich mit dem Giswiler Lauibach und der Kleinen Melchaa zum Dreiwässerkanal vereinigt. Dieser mündet nach etwa 2 km in den Sarnersee. Die Gemeinde Giswil hat einen kleinen Anteil am Sarnersee und zwar im Bereich westlich der Mündung des Dreiwässerkanals.

Die Gemeinde wird vom Giswiler Lauibach geprägt. Dieser hat der Gemeinde schon oft Unheil gebracht. So schwemmte er 1629 die alte Pfarrkirche fort und zwang die Giswiler zur Aufgabe eines ganzen Dorfteils. Diese Katastrophe fiel in die Epoche der Hexenverfolgungen. Jemand musste für dieses Hochwasser und die Zerstörung der Kirche die Schuld tragen. Der Pfarrherr erkannte die Schuldigen in seiner Pfarrei, und so kam es in Giswil zur grössten Hexenjagd der Geschichte der Schweiz. Dreiundsechzig Personen, neben den «Hexen» sieben Männer und fünf Kinder (vier Knaben und ein Mädchen), wurden gefoltert, zum Tode durch das Schwert verurteilt, hingerichtet, gevierteilt und verbrannt. Nach der Überlieferung geschah die Exekution an der Stelle, an der heute die Alte Kirche steht, die auf den Fundamenten des Turmes der zerstörten Kirche errichtet wurde.[4]

Bei schweren Gewittern und langanhaltenden Niederschlägen in seiner instabilen Quellregion ist der Giswiler Lauibach auch heute noch verantwortlich für Überschwemmungen im Talboden von Giswil. Hohe Dämme und ein grosses Ablagerungsgebiet erinnern an die Gefährlichkeit des in der Regel zahmen Baches. Immerhin kann in seinem Bachbett ein bedeutendes Kieswerk betrieben werden.

Die Kleine Melchaa verlässt östlich des Ortsteils Diechtersmatt die zuletzt enge Schlucht des Kleinen Melchtals und fliesst dann mitten durch den Ortsteil. Zwischen 1936 und 1984 führten Unwetterereignisse in dem Kleinen Melchtal insgesamt fünfmal zu Überschwemmungen im Siedlungsgebiet von Diechtersmatt. Auch beim Alpenhochwasser 2005 war die Kleine Melchaa zu einem reissenden Strom geworden, und in weiten Teilen des Siedlungsgebietes entstanden grosse Schäden.[5] Daher wurde 2011 zur Verbesserung des Hochwasserschutzes das Wasserbauprojekt Kleine Melchaa gestartet. Die Bauarbeiten mit geplanten Kosten von 16 Millionen Franken enthalten den Bau des Geschiebesammlers Gorgen und eine Verlegung des Gerinnes ab dem Gebiet Gorgen in einer direkten Linienführung in den Sarnersee.[6] Der Geschiebesammlers Gorgen hat eine rund 12 Meter hohe und über 100 lange Mauer mit Platz für 70'000 m³ Geschiebe und wird östlich des Ortsteils Diechtersmatt gebaut. Die Bauarbeiten wurden im September 2011 gestartet und sollen bis 2015 abgeschlossen sein.[7]

Geschichte[Bearbeiten]

Die früheste erhaltene Nennung von Giswil erfolgt in einer Urkunde von 840. Er wurde damals «Kisewilare» geschrieben, was «zu den Höfen des Giso/Kiso oder Kiselbert gehörig» bedeutet.

Giswil war ein Meierhof des Klosters Murbach im Elsass. Für das Tal Obwalden war es auch Sitz der klösterlichen Verwaltungsbeamten.

Im 13. Jahrhundert gelang es den Freiherren von Wolhusen, Meieramt und Vogtei zu vereinigen und sie der Kontrolle des Abtes weitgehend zu entziehen. Murbach verkaufte daher 1291 alle seine Territorien in der heutigen Schweiz an die Habsburger.

Als Zentrum der Gemeinde galt bis zum Untergang der Kirche von 1629 der Ortsteil Kleinteil. 1607 wurde zwar im Grossteil eine erste Kapelle gebaut, aber nur, weil der Weg zur Pfarrkirche im Kleinteil gefährlich war. Schon 1429 bestanden Ansätze einer Selbständigkeit von Gross- und Kleinteil. Urkunden erwähnen zwei Korporationen «teil rütihalb» und «teil kilchehalb».

Als letzte Talstation der Brünigstrasse erlebte Giswil in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen starken Aufschwung. Mit dem Bau der Brünigbahn (vollendet 1889) begann der wirtschaftliche Aufstieg. Auch die Trockenlegung des Aariedes, eines Sumpfgebietes, in welchem das Sumpffieber verbreitet wurde, trug dazu bei. Auch die Wasserkräfte des Lungerersees konnten verwertet werden. Dadurch ging die bis dahin übliche Auswanderung, die lange Zeit von der Gemeinde gar mit Reisegeld subventioniert wurde, deutlich zurück.

Heute beherbergt Giswil eine grosse Zahl von kleineren Gewerbe- und Industriebetrieben. Auch der Fremdenverkehr trägt zum Gemeindeeinkommen bei.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof in Giswil mit S-Bahn und InterRegio

Die Gemeinde liegt am Nordfuss des Brünigpasses. Sowohl die Brünigbahn bzw. die heutige Zentralbahn mit der S5 der S-Bahn Luzern wie auch eine Hauptstrasse, die bis Giswil als Autobahn/-strasse A8 geführt wird, queren das Dorf. Seit 2004 entlastet der Umfahrungstunnel Giswil den Ort vom starken Durchgangsverkehr, worauf nach Jahrzehnten des Lärms und Gestanks wieder Ruhe ins beschauliche Dorf eingekehrt ist. Die beiden Anschlüsse Giswil-Süd und Giswil-Nord ermöglichen trotzdem eine optimale Verkehrsanbindung.

Für die Brünigbahn beginnt unmittelbar südlich des Bahnhofs Giswil die zahnradunterstützte Strecke nach Kaiserstuhl OW und weiter nach Lungern und auf den Brünigpass.

Die Autostrasse über den Brünig nach Meiringen im Oberhasli (Kanton Bern) wurde in den Jahren 1861–1868 gebaut. Weiterhin führt die Panoramastrasse mit bis zu 12 % Steigung vorbei am Skigebiet Mörlialp[8] über den 1611 m hohen Glaubenbühlpass via Sörenberg ins Entlebuch nach Schüpfheim.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Landschaft ist geprägt vom Sarnersee und der Talebene, umringt von Bergen. Besonders hervorstechend ist der Giswilerstock. Im Gemeindegebiet von Giswil sind viele besondere Felsbrocken, sogenannte Namenssteine zu finden.[9]

Die Pfarrkirche St. Laurentius steht auf dem ehemaligen Burghügel der Hunwil. Die Burgruine lieferte einen Grossteil des Materials für den Neubau der Pfarrkirche, der 1635 eingeweiht wurde. Unmittelbar daneben liegt Beinhauskapelle St. Michael, die in den Jahren 1657 bis 1661 erbaut und 2001 renoviert wurde.

Zwischen Brünigbahn und Brünigstrasse findet man noch die Burgruine Rudenz, den ehemaligen Sitz derer von Rudenz. Die Überreste der Burgruine Rosenberg stehen im Ortsteil Kleinteil zwischen der Kapelle und dem Hotel Alpenrösli.[10]

Im Talboden von Giswil stehen zahlreiche mittelalterliche Holzbauten. In der Schrotenmatt steht das Schrotenhaus. Durch dendrochronologische Untersuchungen wurde festgestellt, dass das Holz für dieses Haus im Herbst/Winter 1466/67 gefällt und anschliessend verbaut wurde. Damit ist dieses Haus vermutlich das älteste Haus Giswils oder sogar des ganzen Kantons Obwalden.[11] Die Schlegelsäge von 1877 im Ortsteil Kleinteil wurde 2002 wieder aufgebaut und ist damit wohl die einzige betriebsbereite Säge dieser Art in der Schweiz.[12]

Bilder[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Niklaus von Flüe: Giswil im 19. Jahrhundert: ein Dorf im politischen und wirtschaftlichen Wandel, Hrsg.: Heimatkundliche Vereinigung Giswil, Giswiler Geschichtsheft, Heft 6, 2006.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Giswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bundesamt für Statistik BFS: Arealstatistik Standard (NOAS04) 2004/09
  2. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  3. Bundesamt für Statistik BFS: Generalisierte Gemeindegrenzen, Stufe 3: Geodaten, 2009, Datei GG09_XYZ.XLS, abgerufen am 11. September 2012
  4. Kapitel «Hexenverfolgung» in: Pirmin Meier: Schweiz. Geheimnisvolle Landschaft im Schatten der Alpen. Goldmann (Magisch Reisen), 1993, ISBN 978-3-442-12298-1.
  5. Projekt mit sehr grossen Herausforderungen, Hochwasserschutz an der Kleinen Melchaa in Sachseln und Giswil Artikel der ONZ Obwalden und Nidwalden Zeitung vom 3. Oktober 2010
  6. Laufende Projekte, Kleine Melchaa Informationsseite auf dem Webangebot Hochwasserschutz des Kantons Obwalden, abgerufen am 15. September 2012
  7. 3000 Kubikmeter Beton für eine Mauer Artikel der Neuen Obwaldner Zeitung vom 28. April 2012
  8. Webseite des Skigebiets Mörlialp
  9. Steinzeichen, Webseite mit Steinen in und um Giswil, siehe Auswahl Namensteine.
  10. Jakob Obrecht: Der Meierturm Kleinteil. In: Die Burgen von Giswil. Zwingel, Rudenz und Rosenberg. Hrsg. von der Heimatkundlichen Vereinigung Giswil. Giswil 2008. S. 31 – 39. (= Heft 10 aus der Reihe Giswiler Geschichtsheft)
  11. Medienmitteilung 6/2004 der Gemeinde Giswil vom 23. Juli 2004 auf dem Webangebot der Heimatkundlichen Vereinigung Giswil
  12. Artikel zur Kleinteiler Schlegelsäge auf der Webseite der Heimatkundlichen Vereinigung Giswil