Gitarrensynthesizer

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Ein Gitarrensynthesizer ist ein Musikinstrument mit synthetischer Klangerzeugung. Im Gegensatz zum Keyboard wird das Instrument nicht über eine Klaviatur, sondern über Saiten angesteuert, was eine Spielweise wie bei einer Gitarre erlaubt. Frühe Instrumente bestanden aus einer Steuergitarre (analog einer Klaviatur) und dem eigentlichen Klangerzeuger in einem Bodeneffektgehäuse. Die japanische Firma Roland hatte in den 1980er Jahren mehrere solcher Kombinationen im Programm, beispielsweise die Steuergitarre G-707 und der Klangerzeuger GR-700. Die Weiterentwicklung führte Mitte der 1980er Jahre zum Guitar-to-MIDI-Interface, welches mittels spezieller Tonabnehmer (Pickups) an der Gitarre einen MIDI-Datenstrom erzeugte.

SynthAxe (1986)

Prinzip[Bearbeiten]

Seit knapp 30 Jahren versuchen Hersteller von Musik-Instrumenten und Studio-Equipment Lösungen auf den Markt zu bringen, die auf unterschiedlichem Prinzip auf der Gitarre gespielte Noten in digitale MIDI-Daten umwandeln:

MIDI-Gitarren[Bearbeiten]

Bei MIDI-Gitarren handelt es sich um spezielle Gitarren, die einzig dazu gedacht sind, gespielte Noten digital abzutasten und MIDI-Daten zu liefern. MIDI-Gitarren können wie herkömmliche Gitarren gespielt werden, besitzen meistens jedoch keine echten Saiten. Die Daten werden hier durch eine Vielzahl von Sensoren produziert, die sowohl am Hals als auch am Korpus vorhanden sind. Vorteil einer echten MIDI-Gitarre ist, dass beim Spielen eine Vielzahl von MIDI-Parametern direkt interpretiert werden kann, die Latenz-Zeiten vergleichsweise gering sind und eine MIDI-Gitarre kostengünstiger zu haben ist, als Lösungen, um echte E-Gitarren MIDI-fähig nachzurüsten.

MIDI-Pickups[Bearbeiten]

Diverse Hersteller bieten spezielle Pickups für handelsübliche E-Gitarren und Bässe an, die je nach Bauart fest verschraubt werden oder unter das vorhandene Pickup geklebt werden. Das zusätzliche Pickup wird dabei per Kabel mit einer Wandler-Box verbunden, die an den Korpus der Gitarre angebracht wird. Der Tonabnehmer digitalisiert hierbei die Saiten-Schwingungen jedoch noch nicht, sondern tastet diese nur einzeln ab, um ein Audio-Signal zu produzieren, das sehr leicht digitalisiert werden kann. Wird ein MIDI-Pickup eingesetzt, ist daher noch ein zusätzlicher Konverter erforderlich, der das eigentliche MIDI-Signal produziert. Alternativ kann auch ein spezieller Synthesizer eingesetzt werden, der einen Eingang für MIDI-Pickups besitzt. Vorteil dieser Lösung ist, dass nahezu jede beliebige E-Gitarre midi-fähig nachgerüstet werden kann und trotz Nachrüstung alternativ auch weiterhin wie eine herkömmliche E-Gitarre gespielt werden kann. Aktuelle MIDI-Pickups sind zudem häufig so beschaffen, dass sie problemlos wieder entfernt und danach auf einer anderen Gitarre installiert werden können. Nachteil ist, dass es sich hierbei um eine sehr teure Lösung handelt. Während MIDI-Pickups inklusive Wandler schon bereits für 100 Euro käuflich zu erwerben sind, wird der erforderliche Konverter auf dem Markt kaum für unter 500 Euro angeboten. Synthesizer, die das Signal eines MIDI-Pickups direkt verarbeiten können, gibt es nicht unter 1.000 Euro.

MIDI-Konverter[Bearbeiten]

Als kostengünstigste Lösung werden Konverter bereits für unter 100 Euro angeboten, die das analoge Tonsignal einer Gitarre abtasten, um daraus MIDI-Daten zu erzeugen. Spezielle oder umgerüstete Gitarren sind hier für nicht notwendig. Nachteile sind die hohen Latenz-Zeiten sowie die Tatsache, dass nur Einzelnoten in MIDI-Daten umgewandelt werden können und keine Akkorde. Diese Lösung erfordert vom Spieler sehr viel Geduld und erlaubt es meistens nicht, herkömmliche Gitarren-Noten über einen Synthesizer zu spielen.

Der Gitarrensynthesizer setzt die Schwingungen der Saiten in digitale Toninformationen (MIDI) um, die ein (eingebauter oder externer) Synthesizer in nahezu beliebige Klänge wandeln kann.

Anwendung[Bearbeiten]

Das Anwendungsgebiet ist dasselbe, wie das des „normalen“ Synthesizers, nur dass die Möglichkeiten auch dem Gitarristen und nicht nur dem Pianisten oder Keyboarder offenstehen. Man kann also mit einer Gitarre real existierende Instrumente/Klänge imitieren oder Fantasie-Klänge erzeugen. Der Gitarrensynthesizer kann somit als Alternative zum Keyboard eingesetzt werden. Oft wird auch ein Synthesizer-Sound dem normalen Gitarrenklang hinzugemischt, wodurch quasi ein Unisono entsteht. Auch MIDI-Einspielungen in Sequenzer- und Notenprogramme sind mit einem Guitar-to-MIDI-Converter möglich, wie der Gitarrensynthesizer auch genannt wird.

Viele Gitarristen sehen im Gitarrensynthesizer ein nützliches Werkzeug, das mannigfaltige Möglichkeiten der Klangerzeugung bietet. Pat Metheny sah hierin eine Chance, sich der Klangsynthese auf vergleichbare Weise zu nähern wie z. B. Saxophonisten es mit dem Breath Controller versuchten. Andere meiden ihn, weil sie in der Verbindung von Gitarren und Digitaltechnik ein unüberwindbares Paradoxon sehen oder ihn schlichtweg für eine Spielerei halten, deren Nutzen in keinem vertretbaren Verhältnis zu den Anschaffungskosten steht. Bekanntheit im Deutschen Raum dürfte Mario Hené haben, der in den Live-Programmen von Jürgen von der Lippe mit einer solchen Lösung die Begleitung übernimmt.

Einschränkungen bei der Verwendung[Bearbeiten]

Da E-Gitarren ein analoges Ausgangssignal liefern, wobei die Schwingungen aller Saiten auf einem Kanal übertragen werden, ist es schwierig, die einzelnen Töne eines Akkordes zu erkennen und zu wandeln. Man benötigt also einen speziellen Tonabnehmer (Hex-Pick-Up), der die Schwingungen der Saiten einzeln abnimmt. Dieser wird auf der Gitarre montiert und mit einem Extrakabel am Gitarrensynthesizer oder an einem polyphonen Instrument-zu-MIDI-Konverter angeschlossen.

Ein weiteres Problem ist das sogenannte Tracking. Die Schwingung der Saite muss erst in ein MIDI-Signal umgewandelt werden. Dieses benötigt Rechenzeit, wodurch der Ton auch bei modernen Geräten noch leicht verzögert kommt. Dabei ist die Tonhöhe des gespielten Tones entscheidend. Je tiefer der Ton, desto höher die Latenz zwischen angeschlagener Saite und Synthesizer-Sound. Dadurch können schnelle Tonfolgen abgehackt oder unsauber klingen. Außerdem ist es dadurch schwierig, ein korrektes Timing im Spiel zu haben. Auch die Erkennung von sogenannten Bendings funktioniert nicht immer einwandfrei.