Gittelde

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51.80027777777810.1875190Koordinaten: 51° 48′ 1″ N, 10° 11′ 15″ O

Gittelde
Wappen von Gittelde
Höhe: 190 m
Fläche: 12,55 km²
Einwohner: 1888 (30. Jun. 2013)[1]
Eingemeindung: 1. März 2013
Postleitzahl: 37539
Vorwahl: 05327
Gittelde (Niedersachsen)
Gittelde

Lage von Gittelde in Niedersachsen

Gittelde ist ein Ortsteil der Gemeinde Bad Grund (Harz) im Landkreis Osterode am Harz in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten]

Gittelde liegt jeweils etwas westlich des Oberharzes und Naturparks Harz. Es befindet sich am Söse-Zufluss Markau.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

Zu Gittelde gehört auch das südlich liegende Dorf Teichhütte.

Geschichte[Bearbeiten]

St. Mauritiuskirche
St. Johanneskirche

953 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, Otto I. tauschte damals den billungischen Besitz ein und schenkte diesem dem Mauritiuskloster in Magdeburg.[2] Im Jahr 965 erhielt durch Otto der Ort Gittelde Münz- und Zollrechte. Nachdem Magdeburg die Schenkung Ottos erhielt, erbauten sie im Bereich des einstigen billungischen Hofes die Mauritius-Kirche, neben der auch zugleich der Markt entstand. Als Vögte für seinen Hof setzte der Magdeburger Bischof die Grafen von Katlenburg ein. Nach dem Tod der Grafen zu Beginn des 12. Jahrhunderts, traten die Welfen ihr Erbe an, denen es gelang, deren einstigen Besitz, mithilfe der Vogteirechte, dem Magdeburger Bistum zu entfremden. Für die Zeit vor der Jahrtausendwende lassen sich mehrere Adelsfamilien nachweisen, die in Gittelde begütert waren. So traf man damals die Liudolfinger, Immedinger und die Billunger als Inhaber von Besitz an. Ab 1143 tritt die Familie derer von Gittelde auf. 1244 verzichtete Adolf II. von Dassel zugunsten von Bischof Siegfried III. auf seine Zehntrechte in Gittelde und Eisdorf. Zugleich verzichtete der Mainzer Bischof seinerseits darauf nach Absprache mit Herzog Otto I. zugunsten des Jacobiklosters Osterode.[3] In Gittelde wurde eine landesherrliche Eisenhütte betrieben, die in gemeinsamen Eigentum der Landesherren von Braunschweig-Wolfenbüttel und Hannover stand.

Mögliche Burganlage[Bearbeiten]

Bezeichnungen wie "Kaiser-Garten", "Kaiserhof", und "Altes Schloss" im Bereich der Johanniskirche und des Friedhofs ließen die Vermutung aufkommen, dass früher in Gittelde eine Burg existiert haben könnte. Probegrabungen im Jahre 1953 ergaben, dass man im Untergrund des Kirchhofes mehrere Trockenmauern von etwa 1 m Breite entdeckte. Sie verliefen jeweils unter dem Turm beziehungsweise dem Chorfundament der Kirche [4]. Da diese Mauern älteren Datums als das Gotteshaus sind, könnten sie von einer Befestigungsanlage stammen. Zudem ist die Johanniskirche älter als die Moritzkirche, die erst gebaut wurde, nachdem Gittelde 953 an das Moritzkloster zu Magedeburg gelangte. Die Johanniskirche wird noch 1240 als Burgkapelle bezeichnet. Zu Zeiten Merians in der Mitte des 17. Jahrhunderts besaß sie Mauerwerk mit Wendeltreppen und Gewölben. Urkundliche Belege für die Existenz einer Burg fehlen jedoch.

Neuere Geschichte[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die Nachbargemeinde Teichhütte in den Flecken Gittelde eingegliedert.[5]

Zum 1. März 2013 schlossen sich die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Bad Grund (Harz) zur neuen Gemeinde Bad Grund (Harz) zusammen, darunter auch der Flecken Gittelde.

Zur Entwicklung des Postwesens in Gittelde siehe: Postgeschichte von Gittelde.

Politik[Bearbeiten]

Ortsratswahl 2013[6]
Wahlbeteiligung: 64,18 %
 %
50
40
30
20
10
0
45,30 %
42,65 %
9,29 %
2,76 %

Ortsrat[Bearbeiten]

Der Ortsrat setzt sich aus sieben Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 20. Januar 2013)

Wappen[Bearbeiten]

Das seit 1953 gültige Wappen zeigt zwei Kirchentürschlüssel die dem Wappen von „Dietrich von Gittelde“ entnommen wurde, und nimmt damit Bezug auf die rund 500 Jahre in denen die Adelsfamilie von Gittelde das Geschehen im Ort präge. [7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Portalbau des Mundloches des Ernst-August-Stollen in Gittelde
  • St. Mauritiuskirche
  • St. Johanneskirche
  • Zahlreiche gut erhaltene Fachwerkhäuser
  • Ernst-August-Stollen, erbaut 1851–1864. Er hat eine Länge von 26 km und diente zur Entwässerung der Harzer Bergbaugruben.
  • Bahnhofsgebäude aus dem 19. Jahrhundert
  • Burgruine Stauffenburg etwa 2 km nördlich des Ortes auf dem Stauffenberg.
  • Heimatmuseum

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Gittelde liegt direkt an der Bundesstraße 243, die von Osterode am Harz nach Seesen führt.

Es hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Herzberg–Seesen. Früher zweigte hier die Bahnstrecke Gittelde–Bad Grund ab.

Bildung[Bearbeiten]

In Gittelde befindet sich eine Grundschule.

Literatur[Bearbeiten]

  • Mirja Steinkamp: Die Eisenhütte Gittelde 1700–1787. Franz Steiner, Stuttgart 1997 (Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Bd. 78) ISBN 3-515-07165-2
  • Ernst Andreas Friedrich: Der Kaiserhof in Gittelde. S. 64–66, in: Wenn Steine reden könnten. Band IV, Landbuch-Verlag, Hannover 1998, ISBN 3-7842-0558-5
  • Bodo Biegling: Der Flecken Gittelde Geschichte im Flecken Gittelde (gesammelte historische Berichte) Band 1 und Band 2
  • 1000 Jahre Gittelde Festschrift. Festtage vom 12.-15. Juno 1953

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gittelde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nieders. Landesverwaltungsamt -Statistik
  2.  Mechthild Schulze: Die Burgen am West- und Südrand des Oberharzes. In: Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz (Hrsg.): Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern. Westlicher Harz, Clausthal-Zellerfeld, Osterode, Seesen. 36, Philipp von Zabern, Mainz 1978, ISBN 3-8053-0305-X, S. 42f.
  3. H. Sudendorf: Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande, Erster Theil, 1859, S. 20
  4.  Erhard Kühlhorn: Historisch-Landeskundliche Exkursionskarte. Blatt Osterode am Harz. Lax, Hildesheim 1970, S. 74f.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 268.
  6. http://wahlen.kds.de/2013grg/Daten/156401_000042/0001564010000.html
  7. Heimat- und Geschichtsverein von 1984 Gittelde e.V.