Giuseppe Gioachino Belli

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G. G. Belli um 1845

Giuseppe Gioachino Belli (* 7. September 1791 in Rom; † 21. Dezember 1863 ebenda) war ein italienischer Dichter. Bekannt wurde er durch seine Sonette im römischen Dialekt.

Giuseppe Gioachino Belli entstammte dem niederen römischen Bürgertum. Sein Vater starb an Cholera oder Typhus kurz nachdem er eine Anstellung in Civitavecchia erhalten hatte. Seine Mutter kehrte mit den drei Söhnen nach Rom zurück, wo die Familie in ärmlichen Verhältnissen lebte

Die Heirat einer vermögenden Frau erlaubte Belli die Ausbildung seiner literarischen Fähigkeiten. 1824 wurde der Sohn Ciro geboren. Belli unternahm Reisen nach Nord- und Mittelitalien. In Mailand lernte er die dortige Dialektpoesie und Satire kennen, die von Carlo Porta (1775–1821) weiter entwickelt worden war. Dies wurde Vorbild für seine eigenen Sonette im römischen Dialekt.

Bellis Sonette wurden zwar satirisch und anti-klerikal, doch blieben seine politischen Ansichten lebenslang weitgehend konservativ. Während des Aufstandes der Römischen Republik 1849 verteidigte er die Rechte des Papstes.

Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1837 verschlechterte sich Bellis Lage wieder. In späteren Jahren verlor er viel von seiner Lebenskraft und bezeichnete sich selbst als einen „toten Poeten“. Sein letztes Dialekt-Sonett schrieb er 1849.

In seinen späten Jahren arbeitete Belli als künstlerischer und politischer Zensor für die päpstliche Regierung. Er behinderte die Verbreitung der Werke William Shakespeares, Giuseppe Verdis und Gioachino Rossinis in Rom.

Giuseppe Gioachino Belli starb infolge eines Schlaganfalls. Sein Neffe, der Maler Guglielmo Janni (1892–1958) schrieb eine monumentale Biografie in 10 Bänden über ihn, die 1967 posthum veröffentlicht wurde.

Eine Auswahl seiner Sonette wurde von Otto Ernst Rock ins Deutsche übersetzt. Am 2. Mai 2013 gab der Vatikan anlässlich des 150. Todesjahres von Belli eine Sonderbriefmarke heraus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernest Bovet: Le peuple de Rome vers 1840 d’après les sonnets en dialecte transtévérin de Giuseppe-Gioachino Belli. Neuchâtel/Rome 1898