Giuseppe Placido Nicolini

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Giuseppe Placido Maria Nicolini OSB (* 6. Januar 1877 in Villazzano bei Trient; † 25. November 1973 ebenda) war ein Bischof und Abt der Römisch-katholischen Kirche.

Leben[Bearbeiten]

Am 25. März 1893 legte Nicolini seine Profess in einem Kloster in Genua ab und empfing am 9. Juli 1899 die Priesterweihe im Benediktinerorden. Nach seinem Theologiestudium lehrte er am Päpstlichen Athenaeum Sant’Anselmo in Rom und wurde Abt von Abbazia di Praglia. 1919 wurde er Abt der Abtei Santissima Trinità di Cava de’ Tirreni. Am 22. Juni 1928 wurde er zum Bischof von Assisi ernannt. Die Bischofsweihe empfing er durch Alessio Ascalesi am 2. September 1928. Er blieb bis zu seinem Tod 1973 im Amt. Er ist in der Kathedrale von Assisi begraben.

Holocaust[Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg etablierte Nicolini das Assisi Network, eine geheime Organisation katholischer Kleriker, welche Juden Schutz vor dem Holocaust, während der Besetzung Italiens durch die Nationalsozialisten, bot. Zusammen mit Abt Rufino Niccaci konnte er mehrere Hundert Juden in Kirchen, Klöstern und anderen kirchlichen Gebäuden vor dem Holocaust verstecken.[1] Pfarrer Aldo Brunacci wurde von Nicolini mit einer Rettungsaktion beauftragt um den Juden Zuflucht zu bieten. Zudem wurde er damit betraut gefälschte Reisedokumente vorzubereiten, um die Ausreise der Juden aus Italien zu ermöglichen. Obwohl diese kirchlichen Räume normalerweise Außenstehende verschlossen waren, brachte Nicolini die verfolgten Juden dort unter und gewährte ihnen auch religiöse Freiheiten. So konnten sie 1943 Jom Kippur zusammen mit den dort anwesenden Nonnen feiern.[2] Im Jahr 1977 wurde Nicolini zum Gerechten unter den Völkern erklärt.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Yad Vashem - The Assisi Network
  2. Yad Vashem - The Assisi Network
  3. Yad Vashem - The Assisi Network