Gjumri

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Gjumri
Գյումրի
Wappen
Wappen
Staat: Armenien Armenien
Provinz: Schirak
Gegründet: ca. 401 v. Chr.
Koordinaten: 40° 47′ N, 43° 51′ O40.78944444444443.84751509Koordinaten: 40° 47′ N, 43° 51′ O
Höhe: 1509 m
Fläche: 36 km²
 
Einwohner: 172.053 (2009)
Bevölkerungsdichte: 4.779 Einwohner je km²
Zeitzone: UTC+4
Telefonvorwahl: (+374) 312
Postleitzahl: 3101-3126
 
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Samvel Balasanyan
Webpräsenz:
Gjumri (Armenien)
Gjumri
Gjumri

Gjumri (armenisch Գյումրի; russisch Гюмри; engl. und frz. Transkription Gyumri) ist mit etwa 130.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Armeniens und Hauptstadt der Provinz Schirak. Früher hieß die Stadt Leninakan und davor Alexandropol. Die Einwohner von Gjumri sprechen einen lokalen Dialekt.

Lage und Wirtschaft[Bearbeiten]

Gjumri liegt im Westen des Landes, nahe der Grenze zur Türkei auf etwa 1592 m.

Die Industrie besteht u. a. aus Teppichwebereien und Metall verarbeitenden Fabriken. Die Arbeitslosigkeit ist nach den Verwüstungen durch das Erdbeben von Spitak 1988 hoch. Fünf Kilometer außerhalb des Stadtzentrums liegt der Flughafen Gjumri, der zweitwichtigste Flughafen des Landes. Außerdem beheimatet die Stadt den armenischen Erstligaverein FC Schirak Gjumri.

Etwa zehn Kilometer nordwestlich blieben im Tal des Akhurian drei Kirchen aus dem 11. Jahrhundert des ehemaligen Klosters Marmaschen erhalten.

Geschichte[Bearbeiten]

Tataren (Aserbaidschaner) in Aleksandropol. Postkarte des Russischen Kaiserreichs vor 1917. Erste Reihe Musikgruppe mit einer Zylindertrommel (nağara), zwei Kurzoboen (balaban) und auf dem Boden zwei Kegeloboen (zurna).
An der Nordseite des zentralen Platzes rechts die Muttergotteskirche (Surb Astvatsatsin) aus dem 19. Jahrhundert.

Der Ort war bereits seit der Antike sporadisch besiedelt. Die heutige Stadt entstand bei einer 1837 gegründeten russischen Festung. Sie teilte die wechselnden Schicksale Armeniens. Von 1840 bis 1924 hieß sie Aleksandropol (Александрополь, Ալեքսանրապոլ) und während der Zugehörigkeit zur Sowjetunion von 1924 bis 1991 Leninakan (Ленинакан, Լենինական), von 1991 bis 1992 Kumajri (Կումայրի).

Am 7. Dezember 1988 erschütterte ein schweres Erdbeben die Region Lori im Norden der Armenischen SSR, bei dem 25.000 Menschen ums Leben kamen. Neben der Stadt Spitak, die nahezu vollständig zerstört wurde, wurden Leninakan und Kirowakan (heute Wanadsor) sowie viele umliegende Dörfer schwer beschädigt.

Zahlreiche insbesondere nicht sozialistische Länder beteiligten sich an den Wiederaufbauarbeiten. Dies spiegelt sich in der vielfältigen Architektur der Neubauten wider, die häufig typische Züge der betreffenden Länder aufweist. Eine Besonderheit stellt das vom Deutschen Roten Kreuz Berlin betriebene "Gästehaus Berlin" dar. Ein Zusammenschluss verschiedener Hilfsorganisationen aus West-Berlin wurde beauftragt, eine Poliklinik zur medizinischen Versorgung zu errichten. Dafür wurde ein Gebäude an der Hauptstraße zur Verfügung gestellt. Da das westdeutsche Prinzip einer Poliklinik sowohl ambulante als auch stationäre Versorgung umfasst, wurde neben einem Ambulanzkomplex für die wichtigsten medizinischen Fächer auch eine Bettenstation errichtet. Da die sozialistische Variante der Poliklinik aber eine rein ambulante Versorgung vorsieht, wurde diese bettenführende Abteilung nicht benötigt. Man entschloss sich daher, die Räume als Gästehaus umzunutzen. Diese aus den Umständen entwickelte Improvisation hat inzwischen dazu geführt, dass der ambulante medizinische Betrieb zum großen Teil aus eigenen Mitteln realisiert werden kann. Insbesondere sind im Gegensatz zu den anderen lokalen medizinischen Einrichtungen z. B. Investitionen in moderne Gerätetechnik möglich.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Kooperationen[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Französischer Katastrophenhelfer nach dem Erdbeben (11. Dezember 1988)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gyumri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien