Glücksspirale

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Die Strahlenspirale auf einem Sonderstempel mit Datum 27. August 1972 (Briefmarke von 1969).
Das Symbol der Strahlenspirale befindet sich unter den olympischen Ringen.

Die Glücksspirale (Eigenschreibweise GlücksSpirale) ist – wie die Zusatzlotterien Spiel 77 und Super 6 – eine so genannte Nummernlotterie. Im Gegensatz zum Spiel 77 wird jedoch nicht eine einzelne Nummer gezogen, sondern für jede Gewinnklasse eine eigene Nummer. Für die 6. und 7. Gewinnklasse sogar jeweils zwei. So gibt es insgesamt neun Gewinnzahlen: Je eine mit 1 bis 5 Ziffern für die ersten fünf Gewinnklassen, zwei Gewinnzahlen mit 6 Ziffern für die 6. Gewinnklasse und zwei Gewinnzahlen mit 7 Ziffern für die 7. Gewinnklasse.

Symbol[Bearbeiten]

Als Symbol für die Glücksspirale dient die Strahlenspirale. Sie ist das Emblem der XX. Olympischen Spiele in München.[1]

Strahlenspirale der Olympischen Sommerspiele 1972 in München

Geschichte[Bearbeiten]

Die Glücksspirale wurde am 6. November 1969 vom Nationalen Olympischen Komitee, dem Deutschen Lotto- und Totoblock und dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen gemeinsam eingeführt. Mit ihren Einnahmen sollte sie – wie das Spiel 77 – zur Finanzierung der Olympischen Sommerspiele 1972 in München und Kiel beitragen, da die Erlöse der bis dahin stattfindenden Olympia-Lotterie nicht ausreichten. Später unterstützte sie die Finanzierung der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland. Zu Beginn war die Glücksspirale eigentlich als eine zeitlich begrenzte Lotterie konzipiert. Nach den sportlichen Großereignissen wurde sie im folgenden Jahr 1975 nicht weiter geführt, aber bereits 1976 von den Lotto- und Totogesellschaften wieder ins Leben gerufen, wobei die Erträge seit 1976 jeweils zu 50 % an den Deutschen Sportbund und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege gehen. Seit 1991 erhält auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Mittel aus den Erlösen.[2]

Seit diesen beiden Ereignissen fließen Mittel in den Bereich der Wohlfahrt, des Sports, der Denkmalpflege und seit dem 1. Januar 2000 auch der Stiftung Natur und Umwelt.

Das Spiralsymbol wurde auf die Motivseite der ersten von fünf 10-DM-Sondermünzen anlässlich der Olympischen Spiele 1972 geprägt. Die erste Auflage 1970 hatte den Schriftzug „in Deutschland“, der jedoch für die weiteren Münzen sowie die Neuauflage der Spiralmotivmünze 1972 zu „in München“ geändert werden musste, da die Olympischen Spiele in eine Stadt und nicht in ein Land vergeben werden.

Gewinne und Gewinnchancen[Bearbeiten]

Die Gewinnchancen betragen 1:10x, wobei x die Gewinnklasse darstellt. Für die fünfte Gewinnklasse beträgt sie also eins zu einhunderttausend. Eine Ausnahme gilt für die 6. und 7. Gewinnklasse. Hier werden je zwei Losnummern gezogen, wodurch sich die Gewinnchance in diesen beiden Gewinnklassen verdoppelt. Sie beträgt also eins zu fünfhunderttausend bzw. eins zu fünf Millionen.

In der höchsten Gewinnklasse 7 wird die Gewinnsumme von maximal 2.010.000 Euro (bei einem Spieleinsatz von 5 Euro) zugunsten des Gewinners mit befreiender Wirkung für die Lottogesellschaft an ein von ihr beauftragtes Versicherungsunternehmen (zur Zeit die in Luxemburg ansässige Atlanticlux Lebensversicherung S.A., Stand: Januar 2015)[3] ausgezahlt, das dem Gewinner im Gegenzug ein individuelles Angebot auf Abschluss eines Versicherungsvertrags (lebenslange Sofortrente von – je nach Spieleinsatz – monatlich 1.500 €, 3.750 € oder 7.500 €) unterbreitet. Im Fall des Ablebens des Gewinners, erhalten seine Erben den Betrag, der nach Abzug der bis zu seinem Tod bereits ausgezahlten Renten vom ursprünglich gewonnenen Kapitalstock von maximal 2.010.000 Euro noch übrig ist. Der Gewinner kann sich den gewonnenen Betrag aber auch innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Angebots ganz oder teilweise von dem Versicherer ausbezahlen lassen.[4]

Die monatlichen Rentenzahlungen unterliegen der deutschen Einkommensteuer. Die Barauszahlung der Rente in einem Betrag gilt dagegen als steuerfreier Lotteriegewinn.[5]

Die Gewinne sind festgeschrieben, werden also nicht durch das Totalisatorprinzip wie beim Lotto durch die Anzahl der Gewinner in derselben Klasse geteilt. Ausnahmen sind für die Fälle vorgesehen, wenn mehr als 100 (Gesamteinsatz dieser Gewinnlose: 500,-) Gewinner der Klasse 6 oder mehr als zehn (Gesamteinsatz dieser Gewinnlose: 50,-) Gewinner der Klasse 7 auftreten. In diesem Fall wird die Gesamtgewinnsumme der Klasse auf 100×100.000 Euro bzw. 10×2.010.000 Euro (7.500 Euro monatliche Sofortrente) begrenzt und unter den Gewinnern der Klasse aufgeteilt.

Der Lospreis beträgt aktuell 5 Euro pro Los und Ziehung, zuzüglich Tippgebühr, in einigen Bundesländern gibt es auch Losanteile für einen Einsatz von 2,50 Euro für ein halbes Los und 1 Euro für ein fünftel Los. Optional kann auch an den Lotterien Super 6 und Spiel 77 teilgenommen werden, die nicht einzeln gespielt werden können.

Gewinnklasse Gewinn1) Gewinnchance Anmerkung
1 10/5/2 € 1:10
2 20/10/4 € 1:100
3 50/25/10 € 1:1.000
4 500/250/100 € 1:10.000
5 5.000/2.500/1.000 € 1:100.000
6 100.000/50.000/20.000 € 1:500.000 Es werden 2 Losnummern gezogen. Bei mehr als 100 Gewinnern wird die Gewinnsumme von 10.000.000 € unter den Gewinnern aufgeteilt.
7 monatlich 7.500/3.750/1.500 €
bzw. einmalig
2.010.000/1.005.000/402.000 €
1:5.000.000 Es werden 2 Losnummern gezogen. Bei mehr als 10 Gewinnern wird die Einzahlung an die Versicherung auf 20.100.000 € begrenzt und unter den Gewinnern aufgeteilt.

1) Bei 5/2,50/1 € Einsatz

Die theoretische Auszahlungsquote liegt – ohne Berücksichtigung der Bearbeitungsgebühr und der Gewinnbegrenzung – bei 39,4 %.

Fernsehsendungen[Bearbeiten]

In den Jahren 2005 bis 2008 wurde die Sat.1-Show Deal or No Deal von Endemol in Zusammenarbeit mit der Glücksspirale produziert.

Ebenfalls auf Sat.1 lief bereits von 1996 bis 2001 die monatliche Sonntagabendshow „Die Glücksspirale“, zuerst moderiert von Kai Pflaume, später dann von Christian Clerici, der auch durch die 2002 ausgestrahlte Nachfolgeshow „Kleine ganz groß – Die Show der Glücksspirale“ führte. Ende 2002 beendete Sat.1 vorerst die Zusammenarbeit mit der Glücksspirale.[6]

Bereits ab Anfang der 1970er Jahre fand die Auslosung regelmäßig im ZDF-Sportstudio statt. Anlässlich der Fußball-WM in Deutschland wurde 1974 „Das große Spiel“, eine Fernsehshow der Glücksspirale mit Freddy Quinn, ausgestrahlt.

Die Gewinnzahlen der Glücksspirale wurden immer samstags um 19:57 Uhr kurz vor der Tagesschau von Franziska Reichenbacher im Ersten bekannt gegeben. Seit dem 6. Juli 2013 werden auf diesem Sendeplatz die Gewinnzahlen vom Lotto 6 aus 49 verlesen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bekanntmachung über die Ausprägung von Bundesmünzen im Nennwert von 10 Deutschen Mark (Olympiamünze)
  2. Vgl. „Glücksspirale“. Pressemappe 2014.
  3. Vgl. Die Spielregeln der Glücksspirale auf www.gluecksspirale.de
  4. Vgl. beispielsweise die Teilnahmebedingungen für die Glücksspirale. Ausgabe Januar 2015 der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg, S. 17 f.
  5. Vgl. Saskia Littmann: „Lotterie oder Versicherung. Was taugt die Sofortrente?“, in: Wirtschaftswoche, 11. Juli 2013.
  6. Vgl. dazu „Die Glücksspirale“ bzw. „Kleine ganz groß“.

Weblinks[Bearbeiten]