Glanz

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Dieser Artikel behandelt die Materialeigenschaft, weitere Bedeutungen siehe Glanz (Begriffsklärung), matt (Begriffsklärung).

Glanz ist die Eigenschaft einer Oberfläche, Licht ganz oder teilweise spiegelnd zu reflektieren. Nicht oder kaum vorhandenen Glanz nennt man Mattheit.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Grundlagen

Mattheit entsteht durch:

  1. Diffuses Licht als Beleuchtung
  2. eine diffus reflektierende Oberfläche oder ein diffus transmittierendes Material

Glanz entsteht nur, wenn sowohl die Beleuchtung gebündelt ist, als auch die Oberfläche spiegelnd reflektiert. Dadurch erscheint jeder Punkt der Oberfläche aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln unterschiedlich hell, und Lichtreflexe verändern sich mit der Bewegung des Betrachters.

Physikalisch ist Glanz definiert als der Quotient aus dem gerichtet und dem diffus reflektierten Anteil des auf eine Fläche fallenden Lichtstroms. Er kann quantitativ mit Glanzmessgeräten bestimmt werden, Einzelheiten hierzu enthalten die Normen DIN 67530 bzw. ISO 2813.

Ändert sich mit dem Betrachtungswinkel auch die Farbe des reflektierten Lichts, so spricht man von Irisieren.

Glimmer-, Glitter-, Glitzer-Effekte zählen zu den Sonderformen des Glanzes, der durch lokale, hochglänzende, kleine Oberflächenbereiche, wie er auch für die vielfältig gelagerten Kristallflächen der Minerale der Glimmergruppe typisch ist, aber auch für Eis oder für die Reflexe auf feinstrukturierten Oberflächen wie Wasser, oder Metallfolienschnippselchen (Glitter) oder Metall-Effektpigmenten in einem Beschichtungsmittel wie Metalliclacke.

[Bearbeiten] Einteilungsschemata

[Bearbeiten] Farben und Lacke

  • Hochglanz
  • Seidenglanz bzw. seidenmatt
  • stumpfmatt
  • tiefmatt

[Bearbeiten] Minerale

In der Mineralogie wird nach der Stärke des Glanzes absteigend unterschieden zwischen

Metallglanz
Stärkster, spiegelnder Glanz, der nur bei Metallen, Legierung und einigen undurchsichtigen Mineralen (vorwiegend Sulfiden) auftritt und etwa einem Brechungsindex von 2,6 bis über 3 entspricht. Die meisten metallisch glänzenden Minerale sind farblos bzw. graufarbig mit verschiedenen Abstufungen und zeigen daher graue bis silbrige Spiegelungen wie z.B. Sperrylith und Stibnit. Einige "Buntmetalle" wie beispielsweise Kupfer und Gold, aber auch einige Minerale wie Pyrit (goldgelb), Kermesit (rot), Hibonit (braun) und Hämatit (schwarz) zeigen aufgrund ihrer Eigenfarbe einen entsprechend gefärbten Glanz. Außerdem können dünne Verwitterungsschichten zu buntschillernden, Irisierenden Farbtönungen führen.
Diamantglanz
Strahlender Glanz, der dem geschliffener Diamanten oder Bleikristalle gleicht und einem Brechungsindex von etwa 1,9 bis 2,6 entspricht.
Fettglanz
Entspricht dem Glanz von Fettflecken auf Papier und wird meist zur Bezeichnung von trüben Steinen mit geringem Brechungsindex zwischen 1,7 und 1,9 verwendet.
Glasglanz
Entspricht dem Glanz von einfachem Fensterglas mit einem durchschnittlichen Brechungsindex zwischen 1,5 und 1,6. Je nach Sorte kann dieser aber zwischen 1,3 bis 1,9 (Grenze zum Diamantglanz) schwanken.
Perlmuttglanz
(kurz: Perlglanz, auch Lüster): Bezeichnung für die Mischung aus Oberflächenglanz und opakem Tiefenlicht, mit irisierenden Effekten wie er für Perlmutt und Perlen typisch ist
Seidenglanz
Wogender Lichtschein wie er bei Seide und parallelfaserigen Mineralen oder Aggregaten wie unter anderem Chrysoberyll, Tigerauge und Falkenauge auftritt. Minerale mit Seidenglanz zeigen bei entsprechendem Schliff den bekannten "Katzenaugeneffekt".
Harzglanz bzw. Wachsglanz
Vorbild ist hier der trübe und wenig intensive Glanz von Harz bzw. Wachs mit einem Brechungsindex ähnlich dem von Glas. Bernstein, Opal und Feuerstein zeigen unter anderem Harz- oder Wachsglanz.
Matt
Beschreibung für Minerale ohne besonderen Glanz. Auch die Bruchstellen ansonsten stark glänzender Minerale können matt sein.

Weitere gebräuchliche Beschreibungen des Glanzes sind unter anderem Halbmetallglanz, Porzellanglanz, Pechglanz. Zahlreiche bergmännische Bezeichnungen weisen auf einen charakteristischen Glanz dieser Minerale hin wie etwa „Bleiglanz“ beim Galenit oder „Kupferglanz“ beim Chalkopyrit.

[Bearbeiten] Materialien

[Bearbeiten] Literatur

  • Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten der Welt. 1600 Einzelstücke. 13. überarbeitete und erweiterte Auflage. BLV Verlags GmbH, München u. a. 2002, ISBN 3-405-16332-3, S. 48, 49.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Glanz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Glanz – Zitate
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