Glatt (Rhein)

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Glatt
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Unterlauf kurz vor der Mündung

Unterlauf kurz vor der Mündung

Daten
Gewässerkennzahl CH: 690
Lage Kanton Zürich, Schweiz
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Beginn als Ausfluss des Greifensees
47° 22′ 21″ N, 8° 39′ 22″ O47.37258.6561111111111434
Quellhöhe 434 m ü. M.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Quellschüttung[1] MNQ
MQ
1,38 m³/s
4,08 m³/s
Mündung Bei Rheinsfelden in den Rhein47.5739555555568.4708666666667335Koordinaten: 47° 34′ 26″ N, 8° 28′ 15″ O; CH1903: 677667 / 269761
47° 34′ 26″ N, 8° 28′ 15″ O47.5739555555568.4708666666667335
Mündungshöhe 335 m ü. M.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 99 m
Länge 38,5 km, mit Kemptnerbach 67 km
Einzugsgebiet 416 km²[2]
Abfluss am Pegel Rheinsfelden[3][4]
AEo: 416 km²
NNQ (2003)
MQ 1976–2008
Mq 1976–2008
MHQ 1976–2008
HHQ (1999)
2,43 m³/s
8,42 m³/s
20,2 l/s km²
63 m³/s
155 m³/s

Die Glatt ist ein Fluss im Kanton Zürich von 38,5 Kilometern Länge, die den Greifensee zum Rhein entwässert.

Verlauf[Bearbeiten]

Wehr beim Ausfluss aus dem Greifensee

Die Glatt beginnt am Greifensee und mündet bei Rheinsfelden in den Rhein. Es handelt sich dabei um die unteren 38,5 Kilometer eines insgesamt etwa 67 Kilometer langen Flusslaufes, der mit dem in den Pfäffikersee fliessenden Kemptnerbach (im Dialekt Chämtnerbach) beginnt. Zwischen Pfäffikersee und Greifensee trägt der Flusslauf den Namen Ustermer Aa.

Über weite Strecken wurde die Glatt begradigt und reguliert. Die nordöstlichen Ausläufer der Stadt Zürich passierend, wird der Flusslauf stark von der sich ausweitenden Agglomeration bedrängt. In einigen kurzen Abschnitten wurde die Glatt inzwischen wieder renaturiert oder es bestehen zumindest entsprechende Pläne, beispielsweise im Bereich der Eawag in Dübendorf und im Zusammenhang mit der geplanten Verlängerung von Piste 28 am Flughafen Zürich.

Darstellung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von der in den Stollen verlegten Mündung und dem trockenen Altlauf

Vom Greifensee bis Niederglatt weist der Fluss kaum Gefälle auf. Zur Mündung hin wird der Flusslauf aber immer steiler.[5]

Seit 1822 wird der Fluss bei Rheinsfelden kurz vor der Mündung durch einen 90 Meter langen Stollen direkter zum Rhein geleitet, um Überschwemmungen des Orts zu vermeiden. Für den Bau des Kraftwerks Eglisau-Glattfelden musste die Mündung erneut verlegt werden. Seit 1916 wird der Fluss durch einen 261 Meter langen Stollen geführt, der direkt ins Unterwasser des Kraftwerks mündet.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Die heutige Landschaft des Glatttals wurde in den letzten Eiszeiten durch den Linthgletscher geprägt.[5]

Die Glatt wurde bereits im Mittelalter wirtschaftlich genutzt, indem man sich das relativ starke Gefäll im Unterlauf zum Betrieb von Wassermühlen zu Nutze machte. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde hier auch Strom produziert.

Im 19. Jahrhundert wurde der Fluss praktisch auf der ganzen Länge korrigiert, um Überschwemmungen zu vermeiden.[5]

Fauna[Bearbeiten]

Die ursprünglich als fischreich angesehene Glatt galt lange Zeit durch die Abwässer des Grossraums Zürichs (Flughafen Zürich, Kläranlagen, Landwirtschaft) als sehr stark verschmutzt. Heute wird die Wasserqualität wieder mehrheitlich als gut bis sehr gut beurteilt, problematisch ist in gewissen Flussabschnitten lediglich noch der Anteil an gelöstem organischem Kohlenstoff (DOC).[7]

Der Hauptfisch ist der Alet, nebenbei sind Barben, Rotaugen, Aale, Karpfen, Schleien, Schneider, Gründling und vereinzelt Bachforellen, Barsche und Hechte anzutreffen. Im Sommer 2006 wurde an der Mündung zum Rhein erstmals auch ein Wels gefangen. Bei Dübendorf werden mittlerweile auch Biber gesichert, für die in der Folge ein Flussabschnitt oberhalb von Dübendorf unter Schutz gestellt wurde. An der Glatt siedeln auch zahlreiche Graureiher und – insbesondere in Greifensee-Nähe – Störche.

Namensgeber[Bearbeiten]

Diverse Ortschaften im Zürcher Unterland wurden nach dem Fluss benannt, so Glattbrugg, Glattfelden, Oberglatt ZH und Niederglatt ZH.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Glatt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Greifensee. In: Kanton Zürich. Amt für Wasser, Energie und Luft, Abteilung Gewässerschutz, abgerufen am 25. Februar 2013 (PDF; 131 kB).
  2. Glatt – Rheinsfelden. In: Bundesamt für Umwelt. Abgerufen am 21. Mai 2012.
  3. Beschreibungen der NADUF-Messstandorte. In: Bundesamt für Umwelt. Abgerufen am 21. Mai 2012.
  4. Bundesamt für Umwelt. Abgerufen am 21. Mai 2012.
  5. a b c Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Herausgeber): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Emmenholz – Kraialppass. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1904, S. 343–346, Stichwort Glatt  (Scan der Lexikon-Seite).
  6. 85 Jahre Strom aus Rheinsfelden. In: glattfeldernews.ch. April 2005, abgerufen am 18. Mai 2012.
  7. http://www.awel.zh.ch/internet/baudirektion/awel/de/wasserwirtschaft/messdaten/fg_qualitaet/fg_nordwesten.html