Glattbach
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Unterfranken | |
| Landkreis: | Aschaffenburg | |
| Höhe: | 182 m ü. NN | |
| Fläche: | 3,54 km² | |
| Einwohner: |
3377 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 954 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 63864 | |
| Vorwahl: | 06021 | |
| Kfz-Kennzeichen: | AB | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 6 71 120 | |
| Gemeindegliederung: | 2 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Schulstraße 17 63864 Glattbach |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Fridolin Fuchs (CSU) | |
| Lage der Gemeinde Glattbach im Landkreis Aschaffenburg | ||
Glattbach ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Geografische Lage[Bearbeiten]
Die Gemeinde liegt nördlich von Aschaffenburg am westlichen Rand des Spessarts im Tal des Glattbaches.
Gemeindegliederung[Bearbeiten]
Die politische Gemeinde Glattbach hat zwei amtlich benannte Ortsteile[2]:
- Glattbach
Es gibt nur die Gemarkung Glattbach.
Nachbargemeinden[Bearbeiten]
| Gemeinde Johannesberg | ||
| Markt Goldbach | ||
| Stadt Aschaffenburg |
Name[Bearbeiten]
Etymologie[Bearbeiten]
Glattbach hat seinen Namen vom gleichnamigen Glattbach[3], der durch das Gemeindegebiet nach Aschaffenburg fließt und in die Aschaff mündet.
Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]
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Geschichte[Bearbeiten]
Durch die Lage von Glattbach, im 12. Jahrhundert Gladebach, auch Gladbach genannt, in einem abgeschlossenen Tal gab es keinen Durchgangsverkehr. Trotzdem blieb Glattbach in den Not- und Kriegszeiten nicht verschont, was wohl an der Nähe der Stadt Aschaffenburg lag, aber auch an der Gelnhäuser Straße, einer alten Heer- und Handelsstraße, die westlich an Glattbach vorbei auf die Johannesberger Höhe führte. Nach dem Dreißigjährigen Krieg waren von 33 Familien nur noch zehn am Leben, 20 Häuser waren völlig zerstört, mehrfach flüchtete die Bevölkerung vor den Soldaten. So versteckte sich 1743, als die Engländer vom 18. bis 26. Juni täglich plünderten, die „ganze Gemeyn“ elf Tage in den Spessartwäldern.
Im Gefolge der Kriege traten schreckliche Seuchen auf. An die schlimmsten Pestjahre 1606 und 1636 erinnern noch heute zwei Bildstöcke, Peststeine genannt, an der Hauptstraße. In höchster Not gelobte die Bevölkerung, einen Fest- und Bußtag „auf ewige Zeiten“ zu halten, wenn die Krankheit zum Erlöschen käme. An diesem Hellfeiertag, dem Freitag vor Michaeli, durfte kein Herdfeuer angezündet werden, Menschen und Vieh hielten strenges Fasten und alle Arbeit ruhte. Bis in den Ersten Weltkrieg hinein wurde das Gelübde streng gehalten.
Im Zweiten Weltkrieg hatte das Dorf unter den Bombenangriffen der Jahre 1944/1945 sehr zu leiden. 14 Menschen kamen dabei ums Leben, über 100 Gebäude wurden ganz oder teilweise zerstört, darunter der Kindergarten und die Turnhalle. Nach dem Krieg vollzog sich der Wiederaufbau durch rege Bautätigkeit und starken Zuzug. Glattbach ist nunmehr eine Wohnsiedlungsgemeinde mit nahezu 3800 Einwohnern geworden, begünstigt durch die Nähe der Stadt und die landschaftlich reizvolle Lage. Die Einwohner sind meist Pendler, die überwiegend in Aschaffenburg arbeiten.
Eingliederung[Bearbeiten]
Am 1. Juli 1976 wurde der Ort Rauenthal der Gemeinde Johannesberg mit damals etwa zehn Einwohnern nach Glattbach umgegliedert.[4]
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Bauwerke[Bearbeiten]
Schon im 12. Jahrhundert wurde Glattbach als Filiale der Pfarrei St. Agatha zu Aschaffenburg erwähnt. Von einem Gotteshaus liegt bis zum 17. Jahrhundert keine Nachricht vor. Im Jahr 1682 wurde eine Kapelle zu Ehren des hl. Nikolaus errichtet und von dem Kapuzinerpater Martin von Cochem, einem berühmten Bußprediger und Volksschriftsteller, geweiht. Der Ort zählte damals etwa 180 bis 200 Einwohner. Die Kapelle stand mit Friedhof und Schulhaus auf dem Platz, den die jetzige Kirche einnimmt. Die Kapelle stand nicht lange, schon 1727 wurde auf derselben Stelle ein neues Gotteshaus gebaut, das Magdalenenkirchlein. Es wurde in der erstaunlich kurzen Zeit von vier Monaten errichtet. 1890 wurde eine Lokalkaplanei errichtet, diese wurde am 14. Dezember 1922 zur Pfarrei erhoben. Zehn Geistliche wirkten als Lokalkaplane in Glattbach. Erster Pfarrer war Christian Benz aus Weibersbrunn, der diese Stelle 25 Jahre lang innehatte, bis er am 20. Dezember 1948 tödlich verunglückte. 1899 wurde das Magdalenenkirchlein abgerissen. Es begann der Bau der heutigen, neugotischen Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, die am 15. August 1901 geweiht wurde. Damals zählte die Pfarrei etwa 700 Katholiken.
Baudenkmäler[Bearbeiten]
Politik[Bearbeiten]
Gemeinderat[Bearbeiten]
Der Gemeinderat von Glattbach hat 17 Mitglieder einschließlich des hauptamtlichen Bürgermeisters.
| CSU | SPD | Pro Glattbach | Gesamt | |
| 2008 | 8 | 2 | 7 | 17 Sitze |
(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)
Wappen[Bearbeiten]
Blasonierung: In Gold ein blauer Schräglinkswellenbalken, oben begleitet von einem schwarzen Schild, darin der Rumpf eines doppelköpfigen silbernen Storches, unten von drei aufrecht gestellten, schwarz umrandeten silbernen, rot umwickelten Garnrollen.
Wappengeschichte: Für den Namensteil -bach (der Glattbach) im Ortsnamen steht im Wappen der blaue Schrägwellenbalken. Der doppelköpfige Storch stammt aus dem Wappen der Adelsfamilie von Wasen. Sie besaßen von 1387 bis 1528 ein Hofgut in der Gemeinde. Auf die Anfänge der Aschaffenburger Bekleidungsindustrie weisen die drei Garnrollen hin. Der gebürtige Glattbacher Johann Desch (1848–1920) begründete die serienmäßige Fertigung von Männerkleidung nach genormten Zuschnitten in Lohnarbeit. Wappenführung seit 1980.
Partnergemeinden[Bearbeiten]
- Bretteville-sur-Odon in Frankreich
- Glattbach, Ortsteil von Lindenfels im Odenwald
- Glattbach, Ortsteil von Dermbach in Thüringen
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Wirtschaft[Bearbeiten]
Der einzige Reichtum des Ortes stellten im 17. und 18. Jahrhundert die Weinberge dar, die an den sonnigen Süd- und Südwesthängen gelegen waren. Flurnamen wie Wingert unterm Dorf, Wingert oberm Dorf oder Am heißen Stein erinnern noch heute an den Weinbau. Graf Schönborn besaß hier einen Weinberg. Nach häufigen Missernten mussten die Reben gegen Ende des 18. Jahrhunderts ausgehauen werden und ein intensiver Obstbau trat an Stelle des Weinbaus (Glattbacher Kirschen). Als Gewerbe war besonders die Leinweberei stark vertreten. 1832 sind noch 17 Leinweber in alten Gemeindebüchern vermerkt.
Die fortwährende Güterteilung nach dem Mainzer Erbrecht bewirkte, dass die zu bebauende Fläche der einzelnen Bauern immer kleiner wurde. Teilten sich noch 1661 nur zehn Familien in die 310 Hektar große Gemarkung, so waren es in der Mitte des 18. Jahrhunderts schon 50 Nachbarn (so nannte man die Ortsansässigen im Gegensatz zu den Beisassen, den Zugezogenen ohne Grundbesitz und Rechte).
Das einzige größere Anwesen war mit 97 Morgen das herrschaftliche Höfchen, das aus adeligem Besitz im Jahr 1334 durch Schenkung an das Stift St. Peter und Alexander überging und von den Stiftsherren an verschiedene Landedelleute verliehen wurde. Später kam das Hofgut an den Landesherrn, den Kurfürsten von Mainz und zuletzt (um 1837) durch Kauf in den Privatbesitz der Erbbeständerfamilie Heeg. Um das Jahr 1800 wurde die alte Hofreith abgerissen und auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein größeres Anwesen mit Öl- und Tabaksmühle und einem Kelterhaus errichtet – der heutige Helmshof.
Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts und die starke Zersplitterung des Bodenbesitzes durch ständige Erbteilung brachten einen ersten Strukturwandel des Ortes vom reinen Bauern- zum Arbeiterdorf mit sich. Glattbacher gehörten zum Stammpersonal der Buntpapierfabrik(siehe dazu die Biografie von Alois Dessauer). Ein Glattbacher, der Schneider Johann Desch, kam in seiner Werkstatt auf die Idee, Anzüge nach Normalmaßen auf Vorrat zu nähen und von Heimarbeitern nähen zu lassen. Diese ersten Konfektionsanzüge fanden reißenden Absatz in den aufstrebenden Industriestädten Hanau, Frankfurt und Offenbach. Das Unternehmen vergrößert sich rasch, Johann Desch kaufte ein Haus in Aschaffenburg und ließ 1874 die erste Herrenkleiderfabrik in das Handelsregister der Stadt eintragen. Die Wiege dieses einst so bedeutenden Industriezweiges des Aschaffenburger Raumes war jene Schneiderwerkstatt in Glattbach.
Verkehr[Bearbeiten]
- Buslinie 9 von und nach Aschaffenburg, beschreibt eine Schleife durch Glattbach.
- Buslinie 25 hat die 2 Haltestellen Enzlinger Berg und Himbeergrund im Nordwesten von Glattbach.
- Autobahn A 3, zwischen Frankfurt (ca. 45 km entfernt) und Würzburg (ca. 75 km entfernt).
Bildung und Kultur[Bearbeiten]
Schulwesen[Bearbeiten]
Schon um 1730 gab es in Glattbach Schulunterricht, doch hatte das Dorf bis 1671 nur eine Schulstelle. Die Schulmeister waren bis weit ins 19. Jahrhundert hinein Handwerker, die den Unterricht nebenberuflich betrieben oder durch Gehilfen halten ließen. Das älteste bekannte Schulhaus stand hinter dem Magdalenenkirchlein und enthielt neben Schulsaal und Lehrerwohnung auch ein Gemeindezimmer. 1878 wurde das zweite Schulhaus erbaut, das damals zu den schönsten weit und breit zählte. Es dient seit 1986 als Rathaus, nachdem die Volksschule die neuen Gebäude auf dem Schwalbesgraben bezogen hatte, den ersten Trakt 1958, den zweiten 1964.
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]
- Johann Desch (1848–1920), gilt als einer der Mitbegründer der industriellen Fertigung von Bekleidung in Deutschland.
- Alois Bergmann-Franken (* 1897 als Alois Bergmann in Glattbach; † 1965 in Glattbach) war ein deutscher Kunstmaler.
Weblinks[Bearbeiten]
- Offizielle Webpräsenz der Gemeinde Glattbach
- Glattbach: Wappengeschichte vom HdBG
- Glattbach: Amtliche Statistik des LStDV
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111121/222402&attr=OBJ&val=1533
- ↑ Wolf-Armin Reitzenstein:Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 736.
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