Glattrohr

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Das Glattrohr ist ein Begriff aus der Waffentechnik. Es bezeichnet eine – aus heutiger Sicht – Besonderheit hinsichtlich der Innenbeschaffenheit des Laufs einer Schusswaffe. Bei Glattrohrwaffen ist der Lauf innen nicht mit Zügen und Feldern versehen, um das Geschoss in einen stabilisierenden Drall zu versetzen, sondern glatt.

Hauptartikel: Glattrohrwaffe

Waffentechnik[Bearbeiten]

Bis etwa 1850 waren Glattrohre bei Kriegswaffen Stand der Technik und wurden dann zunehmend durch gezogene Läufe verdrängt, da sich mit ihnen die Präzision erhöhte. In bestimmten Anwendungsbereichen wurden jedoch Waffen mit glatten Rohren neu entwickelt. So sind heutzutage großkalibrige Panzerkanonen meist mit Glattrohren ausgestattet. Dazu wurde festgestellt, dass bei den heutzutage in Panzerkanonen herrschenden Beschleunigungs- und Kräfteverhältnissen gezogene Rohre sehr schnell verschleißen und eine Lebensdauer von nur wenigen Dutzend Schuss hätten. Die Züge werden zum Beispiel einfach abgerissen oder ausgespült. Bei kleineren Waffen wurde das Prinzip zwar erprobt, wird aber praktisch nicht eingesetzt. Außer bei Schrotflinten ist lediglich bei Schießbudengewehren eine nennenswerte Anzahl an Glattrohren zu finden. Die Glattrohrkanonen verschießen vorrangig flügelstabilisierte Pfeilgeschosse mit Treibspiegel beziehungsweise -käfig oder Mehrzweck-Hohlladungsgeschosse; eine Drallübertragung ist bei beiden Munitionsarten nicht sinnvoll.

Hauptartikel: Glattrohrkanone

Waffenrecht[Bearbeiten]

Im Waffenrecht wird zwischen glatten Läufen und profilierten (gezogenen oder polygon) Läufen unterschieden. In der „Allg. Verwaltungsvorschrift“ des deutschen Waffengesetzes (WaffG) wird dazu in WaffVwV Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 1 Nummer 1.3.4 ausgeführt: (Zit.) „Mit Zügen oder anderen Innenprofilen versehene Laufrohlinge, Laufabschnitte oder Laufstücke, die noch kein Patronen- oder Kartuschenlager enthalten, sind dann wesentliche Teile, wenn sie für eine erlaubnispflichtige Schusswaffe bestimmt sind. Läufe ohne Züge und ohne Patronen- oder Kartuschenlager sind nur dann wesentliche Teile, wenn sie ohne wesentliche Nacharbeit in eine Waffe eingebaut oder mit einer Waffe verbunden werden können und damit eine gebrauchsfähige Waffe entsteht.“[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Waffengesetz (WaffVwV) 2012