Gleicheniales

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Gleicheniales
Dicranopteris linearis

Dicranopteris linearis

Systematik
ohne Rang: Charophyta
Reich: Pflanzen (Plantae)
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Farne
Klasse: Echte Farne (Polypodiopsida)
Ordnung: Gleicheniales
Wissenschaftlicher Name
Gleicheniales
Link

Die Gleicheniales sind eine Ordnung der Farne.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Gleicheniales besitzen relativ wenig gemeinsame Merkmale, sind jedoch durch molekularbiologische Untersuchungen gut als monophyletische Gruppe charakterisiert. Die Stelen der Wurzeln besitzen drei bis fünf Protoxylem-Pole. Die Antheridien besitzen sechs bis zwölf gedrehte oder gekrümmte Zellen in der Antheridienwand.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Gleicheniales kommen in den gesamten Tropen und teilweise in den Subtropen vor.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gleicheniales stehen eher an der Basis der leptosporangiaten Farne. Sie sind monophyletisch und die Schwestergruppe der Hautfarne.

Heute werden die Gleicheniales in drei Familien untergliedert:

  • Dipteridaceae: Die Familie ist in Indien, Südost-Asien, China, Japan, Malesien bis West-Polynesien (Samoa) beheimatet. Sie ist monophyletisch und fossil seit dem oberen Trias bekannt. Sie haben einen langen kriechenden Stamm. Der Blattstiel hat eine einzelnes Leitbündel. Die Blattspreiten sind in zwei oder mehr ungleiche Teile geteilt. Die Sori haben kein Indusium. Der Anulus des Sporangium ist vertikal oder leicht schräg, die gleichzeitig oder nacheinander reifenden Sporangien bilden je 64 oder 128 Sporen. Die Gametophyten sind ein herzförmiger Thallus. Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 33. Die zwei Gattungen beinhalten rund 6–11 Arten:
  • Matoniaceae: Sie sind im malaiisch-pazifischen Raum beheimatet und fossil seit dem mittleren Mesozoikum bekannt. Der Stamm besitzt eine Solenostele mit mindestens zwei konzentrischen Gefäßbündel-Zylindern. Die Blattspreiten sind ungleich dichotom verzweigt. Die Sori besitzen ein Indusium. Die Sporangien reifen gleichzeitig, haben einen kurzen Stiel und einen schräg gestellten Anulus. Der Gametophyt ist grün, thallusförmig und mit großen, vielzelligen Antheridien. Es gibt zwei Gattungen mit je zwei Arten:

Fossil sind die Gleicheniales seit dem Jura bekannt. Ihre größte Artenvielfalt erreichten sie im Mesozoikum.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alan R. Smith, Kathleen M. Pryer, Eric Schuettpelz, Petra Korall, Harald Schneider, Paul G. Wolf: A classification for extant ferns. In: Taxon. Band 55, Nr. 3, 2006, ISSN 0040-0262, S. 705–731 (Abstract, PDF-Datei).
  • Kathleen M. Pryer, Eric Schuettpelz, Paul G. Wolf, Harald Schneider, Alan R. Smith, Raymond Cranfill: Phylogeny and evolution of ferns (Monilophytes) with a focus on the early leptosporangiate divergences. In: American Journal of Botany. Band 91, Nr. 10, 2004, S. 1582–1598, DOI: 10.3732/ajb.91.10.1582.
  • Clifton E. Nauman: Gleicheniaceae. In:  Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 2: Pteridophytes and Gymnosperms, Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 1993, ISBN 0-19-508242-7, S. 100–101 (online, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • David John Mabberley: The Plant Book. A portable dictionary of the higher plants. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1987, ISBN 0-521-34060-8.
  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gleicheniales – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien