Gleisstopfmaschine

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gleisstopfmaschine der Gleisbaufirma "Schweerbau"
Detailansicht Stopfaggregat einer 08-4x4/4S-RT von Plasser & Theurer
Gleisstopfmaschine in Aktion

Eine Gleisstopfmaschine ist ein Eisenbahnspezialfahrzeug zum Stopfen des Oberbaus. Neben den selbstfahrenden Stopfmaschinen existieren auch kleine, manuell angesetzte Handstopfgeräte.

Arbeitsweise[Bearbeiten]

Beim maschinellen Stopfen werden bei geringfügig angehobenem Gleis je Schienen-Schwellen-Auflagepunkt vier stählerne Stopfpickel vibrierend von oben in das Schotterbett eingetaucht. Die Pickel schwingen dabei mit 35 Hz Frequenz horizontal und kleine Wirkflächen an deren Ende bauen und verdichten die Schotterpackung unter dieser Schwelle, während die Pickel vibrierend langsam hochgezogen werden. Stopfmaschinen stopfen seit 1965 zugleich zwei, heute meist drei, seit 2005 auch vier Schwellen. Grundlegende Patente für die Asynchrone Druck-Vibrationsstopfung wurden 1953 erteilt.

Moderne Stopfmaschinen können bis 2300 Meter Gleis pro Stunde bearbeiten. Diese Maschinen bewegen sich kontinuierlich in langsamer Fahrt über das Gleis, während die auf einem Schlitten unter dem Hauptrahmen des Fahrzeugs hängenden Stopfaggregate über den zu stopfenden Schwellen stehen bleiben bis der Stopfvorgang beendet ist. Danach bewegt sich der Schlitten schnell zur nächsten Schwellengruppe.

Zu den wenigen Herstellern von Gleisstopfmaschinen gehören die Unternehmen Plasser & Theurer aus Österreich und Matisa aus der Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten]

1916 setzt die Preußische Staatseisenbahnen die ersten Handstopfgeräte ein. Die druckluftbetriebenen Stopfer wurden von einem fahrbaren elektrische Kompressor versorgt, an dem mehrere Geräte angeschlossen werden konnten. Der Strom wurde aus einem ebenfalls fahrbaren benzinbetriebenen Generator bezogen.[1]

1938 wurde in der Schweizerischen Bauzeitung die erste selbstfahrende Stopfmaschine von der Firma Scheuchzer in Renens bei Lausanne vorgestellt.[2]

1953 entwickelte Plasser & Theurer die erste hydraulische Stopfmaschine.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lothar Marx, Detlef Bugenhagen, Dietmar Moßmann: Arbeitsverfahren für die Instandhaltung des Oberbaus, Eisenbahn-Fachverlag, ISBN 3-9801093-7-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neue Geleise-Stopfmaschine. In: Schweizerische Bauzeitung, Band 70 (1917), Seite 36.
  2. Geleisestopf-Maschine System "Scheuchzer". In: Schweizerische Bauzeitung, Band 111/112 (1938).