Gleisweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Gleisweiler
Gleisweiler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Gleisweiler hervorgehoben
49.2427777777788.0661111111111285Koordinaten: 49° 15′ N, 8° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Edenkoben
Höhe: 285 m ü. NHN
Fläche: 3,73 km²
Einwohner: 607 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 163 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76835
Vorwahl: 06345
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 028
Adresse der Verbandsverwaltung: Poststraße 23
67480 Edenkoben
Webpräsenz: www.gleisweiler.de
Ortsbürgermeister: Jörg Keller (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Gleisweiler im Landkreis Südliche Weinstraße
Kirrweiler (Pfalz) Kirrweiler (Pfalz) Kirrweiler (Pfalz) Maikammer Sankt Martin (Pfalz) Herxheim bei Landau/Pfalz Herxheimweyher Rohrbach (Pfalz) Insheim Bornheim (Pfalz) Essingen (Pfalz) Hochstadt (Pfalz) Offenbach an der Queich Billigheim-Ingenheim Birkweiler Birkweiler Böchingen Böchingen Böchingen Eschbach (Pfalz) Frankweiler Frankweiler Göcklingen Heuchelheim-Klingen Ilbesheim bei Landau in der Pfalz Ilbesheim bei Landau in der Pfalz Impflingen Knöringen Leinsweiler Ranschbach Siebeldingen Siebeldingen Walsheim Walsheim Walsheim Bad Bergzabern Barbelroth Birkenhördt Böllenborn Dierbach Dörrenbach Gleiszellen-Gleishorbach Hergersweiler Kapellen-Drusweiler Kapsweyer Klingenmünster Niederhorbach Niederotterbach Oberhausen (bei Bad Bergzabern) Oberotterbach Oberschlettenbach Pleisweiler-Oberhofen Schweigen-Rechtenbach Schweighofen Steinfeld (Pfalz) Vorderweidenthal Albersweiler Albersweiler Annweiler am Trifels Annweiler am Trifels Dernbach (Pfalz) Eußerthal Gossersweiler-Stein Münchweiler am Klingbach Ramberg (Pfalz) Rinnthal Silz (Pfalz) Völkersweiler Waldhambach (Pfalz) Waldrohrbach Wernersberg Altdorf (Pfalz) Altdorf (Pfalz) Altdorf (Pfalz) Böbingen (Pfalz) Böbingen (Pfalz) Böbingen (Pfalz) Burrweiler Burrweiler Edenkoben Edenkoben Edesheim Edesheim Edesheim Edesheim Flemlingen Flemlingen Flemlingen Freimersheim (Pfalz) Gleisweiler Gleisweiler Gommersheim Gommersheim Gommersheim Großfischlingen Hainfeld (Pfalz) Hainfeld (Pfalz) Hainfeld (Pfalz) Kleinfischlingen Rhodt unter Rietburg Rhodt unter Rietburg Roschbach Roschbach Venningen Venningen Venningen Weyher in der Pfalz Weyher in der Pfalz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Landau in der Pfalz Landkreis Germersheim Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Bad Dürkheim Neustadt an der Weinstraße Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Kaiserslautern Landkreis Südwestpfalz FrankreichKarte
Über dieses Bild
Bergstraße

Gleisweiler (pfälz. Glääswoiler) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Edenkoben an. Gleisweiler ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Weinbauort liegt 9 km südlich von Edenkoben zwischen dem Biosphärenreservat Pfälzerwald und dem Rhein.

Die Ortsgemeinde Gleisweiler liegt bei etwa 300 m ü. NN am Hang der Haardt und am Fuß des 597,6 m hohen Teufelsbergs an der Deutschen Weinstraße.

Zu Gleisweiler gehören auch die Wohnplätze Papiermühle Hainbachtal und Sanatorium Badstraße.[3]

Klima[Bearbeiten]

Gleisweiler hat durch die Lage an der Deutschen Weinstraße im Lee des Pfälzerwaldes ein mildes Klima und nennt sich selbst das „pfälzische Nizza“.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahr 1006 erstmals unter dem Namen „Glizenwilere“ urkundlich erwähnt. König Heinrich II. hatte den Ort zusammen mit Hochstadt und Wollmesheim dem Domstift zu Speyer geschenkt. Im Jahr 1414 verkaufte Ritter Wolfgang, Richter von Knittelsheim seine Güter in Gleisweiler an Pfalzgraf Ludwig III., außerdem hatte Kurpfalz die Oberbotmäßigkeit und Leibeigene im Ort. 1587 verkaufte das Domstift Speyer seinen Teil an den Rechten über Gleisweiler an Johann Kasimir von Pfalz-Simmern, der zu der Zeit Verweser von Kurpfalz war. Der Ort kam zum Gericht des Siebeldinger Tals, das zum kurpfälzischen Oberamt Germersheim gehörte.[4]

Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte das Dorf zum französischen Departement Donnersberg und war dem Kanton Edenkoben zugeordnet. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und einem Tauschvertrag mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war die Gemeinde Gleisweiler dem Landkommissariat Landau im bayerischen Rheinkreis, später dem Bezirksamt Landau zugeordnet, aus dem 1938 der Landkreis Landau hervorging. Seit 1972 gehört Gleisweiler der damals neu gebildeten Verbandsgemeinde Edenkoben an sowie seit 1978 zum Landkreis Südliche Weinstraße.

Religion[Bearbeiten]

2013 waren 37,8 Prozent der Einwohner katholisch und 37,1 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindeverwaltung

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Gleisweiler besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden. Bei den vorhergehenden Kommunalwahlen fanden personalisierte Verhältniswahlen statt.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU WGG Gesamt
2014 per Mehrheitswahl 12 Sitze
2009 7 5 12 Sitze
2004 5 7 12 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Silber unter einem mit den Stollen abwärts gekehrten schwarzen Hufeisen eine in dessen Höhlung hineinragende blaue Weintraube mit grünem Stiel“. Es wurde 1844 vom bayerischen König genehmigt und geht zurück auf ein Siegel von 1708.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gleisweiler katholische Kirche St. Stephan 20140220.jpg
Katholische Kirche St. Stephan
Gleisweiler Martin-Bucer-Kirche 2 20140220.jpg
Protestantische Martin-Bucer-Kirche

Auf dem Kittenberg befinden sich die Reste der Burg Kittenberg, einer frühmittelalterlichen Wallburg.

1760–62 wurde die katholische Kirche St. Stephan von dem kurpfälzischen Hofbaumeister Franz Wilhelm Rabaliatti errichtet. Der Saalbau mit Eckpilastern wird von einem pilastergegliederten Chor begrenzt. An der Nordseite befindet sich der ehemalige Chorturm aus dem Jahr 1354. Sein letztes Geschoss ist über einem Rundbogenfries vorgekragt und mit einem Walmdach gedeckt; dies spricht für die Funktion eines Wehrturms. Im Erdgeschoss unter dem Sterngewölbe befindet sich ein erkerartig vorspringender Sakramentsschrein, welcher um das Jahr 1500 errichtet wurde.[8]

Das Kurhaus wurde im Jahre 1844 nach den Plänen von Leo von Klenze errichtet. Dieses ist von einer umfangreichen Parkanlage mit imposanten Mammutbäumen und mediterranen Pflanzen umgeben. Der Gartenpavillon „Sonnentempel“ (ca. 1780) wurde aus Landau in der Pfalz hierher versetzt. Die halbkreisförmig gestellten Säulen öffnen sich nach Süden.

Sonnentempel im Kurpark

Bedeutend sind auch der Torbogen beim Haus Bergstraße 4 (bez. 1619) und ein Torbogen aus dem Jahre 1823 mit „Bergmannszeichen“ beim Haus Badstraße 9/11. Historisch interessant ist ebenfalls das Fachwerkhaus beim spätmittelalterlichen „Hinzlochbrunnen“.

Siehe auch

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Neben Weinbau, Gaststätten und Pensionen sowie zwei kleinen Gewerbebetrieben gibt es im Ort keine Unternehmungen.

Weinanbau[Bearbeiten]

Eine bekannte Weinlage ist die Gleisweiler Hölle. Ein Wingert ist im Besitz von Heiner Geißler. Seit 2007 wird die „Gleisweiler Hölle“ laut WeinGuide Gault Millau zu den 10 besten Lagen der Südpfalz gerechnet.

Kurklinik[Bearbeiten]

Kurhaus Gleisweiler

1844 wurde in Gleisweiler die erste Kaltwasserheilanstalt Deutschlands eröffnet. Das schlossartige klassizistische Klinikgebäude wurde nach Plänen des königlich-bayerischen Hofbaumeisters Leo von Klenze errichtet. Die Klinik in Gleisweiler war ein Privatunternehmen des Arztes Dr. Ludwig Schneider, der das Haus mehr als dreißig Jahre lang leitete. Eine Besonderheit ist die Walddusche, eine Quelle mit Sturzbach, die für Kuranwendungen genutzt wird.

Walddusche im Hainbachtal.JPG

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gleisweiler – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 101 (PDF; 2,3 MB)
  4. Michael Frey: Versuch einer geographisch-historisch-statistischen Beschreibung des kön. bayer. Rheinkreises, Erster Theil, Anhang, Speyer: Neidhard, 1836, S. 254 (Google Books)
  5. KommWis - Gesellschaft für Kommunikation und Wissenstransfer: Online Gemeindestatistik. Stand: 31. Dezember 2013
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  8. Hans Caspary (Bearb.): Rheinland-Pfalz, Saarland. In: Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1984.