Gley

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Dieser Artikel behandelt die Bodenart. Zum deutschen SS-Oberscharführer siehe Heinrich Gley.
Schematisches Bodenprofil eines Normgleys mit den Prozessen der Bodenentwicklung
Gley
Normgley (Ah-Go-Gr), Südschwarzwald

Ein Gley (norddeutsch: Klei, lateinisch: clia) ist ein vom Grundwasser beeinflusster Boden und Namensgeber der Bodenklasse Gleye. Nach der Bodenkundlichen Kartieranleitung 5 (KA5) findet eine den Bodeneigenschaften entsprechende Differenzierung statt. Der typische Gley ist der Normgley mit der typischen Horizontabfolge Ah/Go/Gr, wobei der G-Horizont innerhalb von 4 dm unter der Geländeoberfläche (GOF) liegt. Weiterhin sind der Ah- und der Go-Horizont mindestens 4 dm und maximal 8 dm mächtig. Weitere Subtypen werden in der KA5 beschrieben, z. B. der Oxigley; hier fehlt der Gr-Horizont, da sauerstoffreiches Grundwasser ansteht.

Gebildet wird er durch eine Vergleyung, bei der es durch Grundwasser im Bodenkörper zu Oxidations- und Reduktionsprozessen kommt. Böden, die nicht vom Grundwasser-, sondern von Stauwasserprozessen geprägt werden, sind Pseudogleye.

Die typische Horizontabfolge eines Gleys lautet: Ah/Go/Gr, wobei Übergangshorizonte zwischen Go und Gr bestehen können, die je nach Ausprägung der Merkmale entweder Gro oder Gor benannt werden.

  • Ah-Horizont: oberster Horizont, h für Humus; der Horizont ist humos. Der obere Bodenhorizont (A-Horizont) ist ein feuchter, gut zersetzter Mullhumus.
  • Go-Horizont: G für Grundwasser, o für oxidiert. Er liegt im Schwankungsbereich bzw. Kapillarsaum des Grundwassers und ist periodisch durchlüftet. Er weist durch Eisen(III)-Verbindungen eine rostfleckige Färbung auf. Diese Eisenoxide bilden sich an den Aggregatoberflächen bzw. in Wurzelröhren bei Luftkontakt.
  • Gr-Horizont: r für reduktiv (Sauerstoffarmut). Der Gr-Horizont weist eine blau-graue Färbung auf, da er durch das anstehende Grundwasser ständig wassergesättigt ist und das Eisen fein verteilt in reduzierter Form (FeII) vorliegt. Beim Aufgraben eines solchen Horizontes ist ein etwas fauliger Geruch zu bemerken, was durch die im anoxischen Milieu vorherrschenden fermentativen Umsetzungsprozesse bedingt ist.

Systematik[Bearbeiten]

In der Bundesrepublik Deutschland gehört die Klasse der Gleye (G) zu den Semiterrestrischen Böden (Grundwasserböden). Nach der Bodenkundlichen Kartieranleitung unterscheidet man die Bodentypen Gley (GG), Nassgley (GN), Anmoorgley (GM) und Moorgley (GH) mit jeweils verschiedenen Subtypen.

Die Subtypen des Gleys sind Normgley (GGn), Oxigley (GGx), Brauneisengley (GGe), Bleichgley (GGi), Wechselgley (GGw), Kalkgley (GGc), Humusgley (GGh), Hanggley (GGg), Quellengley (GGq) und Auengley (GGa). Es gibt zudem zahlreiche Übergänge zu anderen Bodentypen.

In der Internationalen Bodensystematik (WRB) werden sie zu den Gleysols gezählt.

Im US-amerikanischen Bodenklassifikationssystem ST gehören Böden mit den Präfixen '(Endo)Aqu' dazu, wie z.B. Endoaquoll (Mollisols) oder Endoaquept (Inceptisols).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Leitgeb, E., Reiter, R., Englisch, M., Lüscher, P., Schad, P., Feger, K. H. (Hrsg.): Waldböden. Ein Bildatlas der wichtigsten Bodentypen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Wiley-VCH Verlag GmbH, 2013, ISBN 978-3-527-32713-3.