Gliederpuppe

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Gliederpuppe
„Mannequin“ in der Encyclopédie, Paris 1753
Gliederpuppe Nürnberg um 1520, Bodemuseum

Eine Gliederpuppe (italienische Urform manichino) ist ein stark abstrahiertes Modell eines menschlichen Körpers in der Form einer kleinen bis lebensgroßen Holzpuppe mit voll beweglichen Gliedmaßen. Im Französischen (und vielen anderen Sprachen) lautet das Wort für diese Puppen „Mannequin“ – dieser Begriff ist im Deutschen jedoch ausschließlich für Menschen reserviert.

Einsatz in der Malerei[Bearbeiten]

Die Gliederpuppe wird in der Zeichenkunst und in der Malerei hauptsächlich verwendet, um Proportionen des menschlichen Körpers bei verschiedenen Bewegungen, Gebärden, Posen und Draperien darzustellen. Der erste Einsatz stammt nach Vasari wahrscheinlich von Fra Bartolomeo, allerdings gibt es auch Erwähnungen in der Trattato dell'architettura von Antonio Filarete um 1460. Bekannte Gliederpuppenstudien stammen zudem von Albrecht Dürer.

Einsatz in der Schneiderei[Bearbeiten]

Von Modeschneidern und Modeschöpfern wird eine Gliederpuppe hauptsächlich verwendet, um Bekleidungsideen und Konzepte modellhaft umzusetzen und auf die Verträglichkeit mit menschlichen Bewegungen zu prüfen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gliederpuppe. In: Kurt Fassmann (Hrsg.): Sachwörterbuch der Weltmalerei. Band VI von Kindlers Malereilexikon. Herausgegeben von Germain Bazin, Horst Karl Gerson, Lawrence Gowing u.a., Kindler Verlag, Zürich 1964-1971.
  • Sebastian Gradinger: Der Beruf des Fotomodells. Der Körper als Kommunikationsinstrument. VDM Verlag, 2008 (Die historische Entstehung der Gliederpuppe)
  • Lexikon der Kunst und der Künstler. Rheinischer Kunstverlag Lizenzausgabe 1968 Deutsche Rechte: Gustav Lübbe Verlag
 Commons: Gliederpuppe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien