Gliwice

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Gliwice
Wappen von Gliwice
Gliwice (Polen)
Gliwice
Gliwice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 134,20 km²
Geographische Lage: 50° 17′ N, 18° 40′ O50.28333333333318.666666666667Koordinaten: 50° 17′ 0″ N, 18° 40′ 0″ O
Höhe: 200 m n.p.m
Einwohner: 185.450
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 44-100 bis 44-164
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: SG
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 134,20 km²
Einwohner: 185.450
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1382 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2466011
Verwaltung (Stand: 2014)
Oberbürgermeister: Zygmunt Frankiewicz
Adresse: ul. Zwycięstwa 21
44-100 Gliwice
Webpräsenz: www.gliwice.eu

Gliwice [gli'vʲit͡sɛ] (deutsch Gleiwitz) ist eine oberschlesische kreisfreie Großstadt in der Woiwodschaft Schlesien im südlichen Teil Polens und Kreisstadt des Powiat Gliwicki. Mit rund 200.000 Einwohnern ist sie die viertgrößte Stadt in der Woiwodschaft Schlesien. Gliwice besteht seit dem 13. Jahrhundert und ist eine der ältesten Städte des oberschlesischen Industriegebiets. Die Stadt ist Sitz der Schlesischen Technischen Universität.

Geografie[Bearbeiten]

Gliwice mit den Städten des Oberschlesischen Industriegebietes
Brunnen mit tanzenden Faunen vor der Stadtverwaltung
Schloss
Luftbildaufnahme von 1938

Geografische Lage[Bearbeiten]

Gliwice liegt im Süden Polens. Die kreisfreie Großstadt liegt etwa 270 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt Warschau. Die zweitgrößte Stadt Polens Krakau liegt rund 95 Kilometer östlich von Gliwice. Betrachtet man die Nähe von Gliwice zu europäischen Hauptstädten, so liegt die Stadt rund 440 km südöstlich von Berlin, 305 Kilometer östlich von Prag und etwa 840 Kilometer westlich von Kiew. In der Woiwodschaft Schlesien liegt Gliwice eher im Westen der Woiwodschaft. Die Stadt ist deswegen auch die westlichste Stadt des oberschlesischen Industriegebietes. Der wichtigste Fluss, der die Stadt durchzieht, ist die Klodnitz, die in Ost-West-Richtung fließt. Der zweite Fluss der Stadt, der in die Klodnitz mündet, ist die Bytomka. Der dritte Fluss, der in die Klodnitz mündete, bevor ein Teil des Flusses zugeschüttet wurde und somit die Verbindung zur Klodnitz unterbrochen wurde, ist die Ostropka, die im Gliwicer Stadtteil Ostropa entspringt. Der Gleiwitzer Kanal fängt in einem Hafen im westlichen Teil der Stadt an.

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet von Gliwice hat eine Fläche von 134,2 km², von der etwa 9 % Wälder einnehmen, weitere 3 % sind Grünflächen. Gliwice ist von der Fläche die siebzehnt größte Stadt Polens. Wegen der Größe des Stadtgebiets ergeben sich auch Unterschiede in der Flächennutzung. Die größten bebauten Flächen dehnen sich in der Mitte der Stadt aus. Im Norden, sowie im Osten befinden sich noch größere bebaute Flächen, als im Westen und im Süden der Stadt, da hinter der östlichen und nördlichen Stadtgrenze sich gleich wieder Städte (wie Zabrze) befinden.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadtgliederung von Gliwice wurde am 22. Februar 2008 neu festgelegt, nachdem bereits am 14. September 2006 18 Bezirke festgelegt wurden. Demnach gliedert sich Gliwice nun in zwanzig Stadtteile:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nordwestlich, westlich und südlich von Gliwice liegt der Powiat Gliwicki mit den Gemeinden Gierałtowice, Pilchowice, Rudziniec, Sośnicowice und den Städten Knurów und Pyskowice. Im Norden liegt der Powiat Tarnogórski mit der Gemeinde Zbrosławice und im Osten die Stadt Zabrze.

Geschichte[Bearbeiten]

Dänische Truppen des Grafen von Mansfeld belagern im Dreißigjährigen Krieg Gleiwitz.
Markt auf dem Ring (ca. 1900)
Bahnhofstraße (ca. 1905)
Die Allerheiligenkirche aus dem Mittelalter
Mariä-Himmelfahrt-Kirche, Ende des 15. Jahrhunderts erbaut
Der Schlesische Hof im Zentrum
Neptunbrunnen am Ring

Frühgeschichte[Bearbeiten]

Der Ort ist seit dem 13. Jahrhundert als Stadt nachweisbar; die erste urkundliche Erwähnung entstammt dem Jahre 1276. Ab 1337 war er Sitz des Teilherzogtums Gleiwitz. Der große Brand war 1601. 1626 gab es eine Belagerung. Die Jahre 1740 bis 1763 waren gekennzeichnet durch die so genannten schlesischen Kriege zwischen Österreich und Preußen.

Der Krieg zwischen den Habsburgern und den Türken und die daraus resultierende Geldnot zwang die Habsburger dazu, Gleiwitz für geringe 14.000 Taler an Friedrich Zettritz zu verpachten. Die vereinbarte Pachtzeit von Gleiwitz unter Friedrich Zettritz – nur für die Stadt Gleiwitz – sollte ursprünglich 18 Jahre dauern, wurde jedoch 1580 um zehn Jahre und 1589 um weitere 18 Jahre verlängert.

Industrialisierung[Bearbeiten]

Ein bedeutender wirtschaftlicher Aufstieg der Stadt folgte der Errichtung der Eisenhütten-Industrie seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Das Wirtschaftswachstum führte zum Ausbau und zur Erneuerung kleinerer Industriewerke wie auch zur Entstehung neuer Industriezweige. Gefördert wurde diese Entwicklung durch den Anschluss von Gleiwitz an die Wasserwege und das Schienennetz. 1804 wurde der Klodnitzkanal eröffnet; seitdem besteht eine Wasserstraße zwischen Gleiwitz und der Oder. Am 10. März 1813 unterschreibt Friedrich Wilhelm III in Breslau die Stiftungsurkunde des Eisernen Kreuzes. Die ersten Abzeichnungen, nach dem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel, entstanden in der Königlich Preußischen Eisengießerei in Gleiwitz. Hier stellte auch August Friedrich Holtzhausen in einer eigens dafür 1806 gegründeten Maschinenabteilung bis 1825 etwa 50 Dampfmaschinen her, damals ein wichtiger Faktor zu Industrialisierung Schlesiens. Im Jahre 1845 begann der Bau der Eisenbahnstrecke, die Gleiwitz mit Oppeln und Breslau verbindet.

1868 entstanden die Huldschinsky-Werke. Oskar und Georg Caro, die Erben der Gründer des Hüttenwerks Herminenhütte in Laband, übernahmen 1883 das Hüttenwerk Julia in Bobrek. Gemeinsam mit August Wilhelm Hegenscheidt gründeten sie 1887 die Firma „Obereisen“ und dehnten ihre Kontrolle und Macht über alle neu entstandenen Industriewerke aus. In der näheren Umgebung von Gleiwitz gab es in jenen Tagen 14 Brennereien, zwei Brauereibetriebe, fünf Mühlen, sieben Ziegelbrennereien, drei Sägewerke, eine Schindelfabrik, acht Kalkbrennereien und zwei Glaswerke. Überdies befanden sich dort ein Gaswerk, eine Ofenfabrik, eine Abfüllanlage für Bier, vier Druckereien sowie eine Asphalt- und Pappfabrik. Gleichzeitig wurden Institutionen errichtet, die den Geldbetrieb erleichtern sollten, so zum Beispiel: Banken, Geldstuben, Sparkassen- und Anleihestellen. 1892 wurde die erste Straßenbahnlinie errichtet, die rasch bis in den Ort Deutsch Piekar weitergeführt wurde. 1899 wurde das Theater errichtet, auf dessen Bühne bis zum Zweiten Weltkrieg Schauspieler aus ganz Europa auftraten.

Im 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Von 1896 bis 1900 wurde die Peter-Paul-Kirche erbaut. Zwischen 1903 und 1906 entstand das neugotische Hauptpostgebäude.

In den Jahren 1919–1921 erfolgten drei polnische Aufstände in Oberschlesien. Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 musste die Bevölkerung auch von Gleiwitz entscheiden, ob sie zu Polen oder Deutschland gehören wollte. 32.029 Wahlberechtigte (78,7 % der abgegebenen Stimmen) stimmten für einen Verbleib bei Deutschland, 8558 für Polen (21,0 %). 113 Stimmen (0,3 %) waren ungültig. Die Wahlbeteiligung betrug 97,0 %.

1922 wurde Oberschlesien unter den beiden Ländern aufgeteilt. Gleiwitz, Hindenburg OS und Beuthen OS waren die wenigen Städte des Oberschlesischen Industriegebiets, die beim Deutschen Reich verblieben und Gleiwitz wurde zur Grenzstadt. Lange Zeit gab es Pläne, die drei Städte zur Dreistädteeinheit Gleiwitz-Hindenburg-Beuthen zusammenzuschließen. 1924 schlossen sich die Theater in Gleiwitz, Hindenburg und Beuthen zum „Oberschlesischen Theater“ (zwischen 1924 und 1927 „Theater Dreier Städte“) zusammen. 1927 wurden Ellguth-Zabrze, Sosnitza, Richtersdorf und Zernik ins Stadtgebiet von Gleiwitz eingemeindet. 1928 wurde das moderne Hotel „Haus Oberschlesien“ an der Wilhelmstraße (heute Zwycięstwa-Straße) erbaut. Das Gebäude ist heute der Sitz der Stadtverwaltung. 1938 wurde der Gleiwitzer Kanal fertiggestellt.

Am 31. August 1939 war der Sender Gleiwitz Ziel eines vorgetäuschten Überfalls. Hitler sprach in seiner Rede[2] vom 1. September 1939 jedoch nicht ausdrücklich davon, sondern allgemein von 14 Grenzzwischenfällen, die sich in der Nacht ereignet hätten. Die Sendestation mit dem ca. 111 m hohen Holzturm ist heute ein Museum, Radiostacja, Muzeum w Gliwicach.[3]

Zwischen März und Juli 1944 entstanden in Gleiwitz vier Nebenlager des Konzentrationslagers Auschwitz I. Im März 1944 Gleiwitz I, im Mai Gleiwitz II, im Juni Gleiwitz IV und im Juli Gleiwitz III. Am 18. Januar 1945 wurden die vier Außenlager in Gleiwitz aufgelöst.

Am 24. Januar 1945 wurde die Stadt durch die Rote Armee besetzt. In der Stadt, die bisher von größeren Kriegsschäden verschont geblieben war, wurden von der Roten Armee mehrere Gebäude angezündet, so die Gebäude am Ring, das Stadttheater und das Haus Oberschlesien. Am 26. Januar 1945 erschien die letzte Ausgabe der in Gleiwitz herausgegebenen deutschsprachigen Zeitung Oberschlesischer Wanderer. In der Stadt befanden sich im Januar 1945 55.000 Einwohner. Zwischen Januar und März 1945 ermordeten die Rotarmisten zwischen 1.500 bis 3.000 Gleiwitzer Zivilisten, unter ihnen war der Bildhauer Hanns Breitenbach. Zwischen Februar und März 1945 wurden tausende Personen zu Zwangsarbeiten in die Sowjetunion transportiert.

Im März 1945 kam Gleiwitz unter polnische Verwaltung. Die Stadt wurde in „Gliwice“ umbenannt und am 18. März in die Woiwodschaft Schlesien eingegliedert. Im Mai 1945 wurden in Gliwice die ersten Polen angesiedelt.

Im August 1945 wurde ein Durchgangslager für die Deutschen, die für die Vertreibung vorgesehen waren, eingerichtet. Am 6. August 1945 begann offiziell die Vertreibung der örtlichen deutschen Bevölkerung in die Britische Besatzungszone. Der größte Teil der deutschen Bevölkerung der Stadt wurde aufgrund der Bierut-Dekrete vertrieben. „Entdeutschungsaktionen“ in den 1940er und 1950er Jahren sollten die Spuren der deutschen Geschichte verbergen. Dazu gehörten vor allem die Entfernung von deutschen Inschriften und anderen Schriftzügen.

1945 wurde die Schlesische Technische Universität gegründet. In der Nachkriegszeit wurden Hochhaus-Siedlungen errichtet und die Stadt dehnte sich weiter aus. Umliegende Dörfer wurden in die Stadt eingemeindet. In den Jahren 1975 bis 1998 gehörte die Stadt zur Woiwodschaft Kattowitz. Nach der Wende wurde Gliwice modernisiert. Die neue Autostrada A4 (Polen) wurde gebaut und neue Gebäude entstanden. Die Häuser an der Zwycięstwa-Straße werden seit 1992 renoviert, um der Einkaufsmeile den alten Glanz zu verleihen. Seit 1996 befindet sich in der Nähe des Stadtteils Brzezinka die Sonderwirtschaftszone von Gliwice. Weitere Sonderwirtschaftszonen entstanden in der Nähe der Stadtteile Łabędy und Trynek.

Seit dem 1. Januar 1999 liegt Gliwice in der Woiwodschaft Schlesien und erhielt durch die Verwaltungsreform den Status einer kreisfreien Stadt. Im April 1999 besuchte Papst Johannes Paul II. die Stadt.

Im Jahre 2000 feierte Gliwice sein 750-Jahr-Jubiläum.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Stadtgemeinde Gleiwitz hatte ursprünglich dem Kreis Tost-Gleiwitz angehört. Seit dem 1. April 1897 bildete Gleiwitz mit den eingegliederten Landgemeinden Trynek und Petersdorf (heute Szobiszowice) einen eigenen Stadtkreis, der am 1. Januar 1927 noch einmal um die Landgemeinden Ellguth-Zabrze, Richtersdorf (heute Wójtowa Wieś) und Zernik sowie die Gutsbezirke Städtisch Petersdorf und Städtisch Zernik erweitert wurde.

Die letzte Gebietserweiterung zu deutscher Zeit fand am 1. August 1942 durch die Eingliederung von Teilen der Gemeinden Alt Gleiwitz und Laband (Łabędy) aus dem Landkreis Tost-Gleiwitz zu Gunsten des Stadtkreises Gleiwitz statt.

Im Jahr 1964 kamen Łabędy (Laband) und Czechowice (Schechowitz) zum Gliwicer Stadtgebiet hinzu.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Nationalitäten[Bearbeiten]

In Gliwice lebten im Jahr 2002 laut der im selben Jahr durchgeführten Volkszählung 203.814 Einwohner. Davon gaben 182.496 Einwohner (89,5 %) die polnische Nationalität an. 4811 Personen (2,4 %) gaben eine andere Nationalität an. Darunter: 2244 Einwohner (1,1 %) mit deutscher Nationalität, 2154 (1,1 %) mit der nicht anerkannten „schlesischen“ Nationalität und 98 Roma. 8,1 % der Bevölkerung (16.507 Einwohner) gaben bei der Befragung keine Nationalität an.

Politik[Bearbeiten]

(Ober-)Bürgermeister[Bearbeiten]

Stadtpräsidenten[Bearbeiten]

  • 1946–1948: Jan Koj
  • 1990–1991: Andrzej Gałażewski
  • 1991–1993: Piotr Sarré
  • 1993––9999: Zygmunt Frankiewicz

Wappen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Wappen von Gliwice

Das Wappen der Stadt ist gespalten; vorne in Blau ein halber goldener Adler am Spalt (der oberschlesische Adler), hinten in Rot ein silberner Zinnenturm mit blauem Spitzdach. Wahrscheinlich beruft sich der Ursprung des Turmes auf eines der Stadttore. Das ursprüngliche Wappen hatte rechts den halben Habsburger Adler auf rot-weiß-rotem Grund und links in Blau den halben oberschlesischen Adler. In der Mitte war der Turm positioniert, der in rot-weiß-rote Tücher gehüllt ist, über ihm war eine Abbildung von Maria und Jesus über einem Halbmond.

Zu kommunistischen Zeiten wurden während der Entdeutschung der Stadt zunächst der Habsburger Adler durch den polnischen Adler und der rot-weiß-rote Hintergrund durch rot ersetzt, sowie der Halbmond entfernt und der Turm rot eingefärbt, ehe man kurz darauf das Wappen gänzlich durch das aktuelle ersetzte.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wegweiser zu den Partnerstädten

Die Stadt Gliwice unterhält Beziehungen mit den Städten

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rathaus von Gliwice
Das neogotische Postgebäude
Zwycięstwa-Straße
Palmenhaus
Die Peter-Paul-Kathedrale

Bauwerke[Bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten in Gliwice gehören die zahlreichen Backsteingebäude. Dazu gehören u.a. die meisten Kirchen in Gliwice, das Hauptpostgebäude, die jüdische Friedhofshalle, die Gebäude der Grube Gleiwitz, das Graue und Rote Chemiegebäude der Technischen Universität und das Feuerwehrgebäude.

Zahlreiche Sehenswürdigkeiten finden sich in der Altstadt, wie der Ring mit dem Rathaus, die Allerheiligenkirche, die Stadtmauer, das Schloss u.a.

Das erste Rathaus wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Im 19. Jahrhundert entstand das heutige. Die Höhe des Rathausturms beträgt 41 Meter. Nachdem die Stadtverwaltung an die Zwycięstwa-Straße gezogen ist, dient das Rathaus nur noch als Standesamt. In den letzten Jahren wurde es renoviert.

Das Schloss wurde im 16. Jahrhundert errichtet und war ein Teil der Stadtmauer, die die Altstadt schützte. Seit 1959 befindet sich hier ein Museum über die Stadtgeschichte von Gliwice.

In der Nähe der Altstadt befinden sich das Hauptpostgebäude und die Villa Caro. Die Villa Caro wurde in den Jahren 1882 bis 1885 für Oskar Caro erbaut und ist heute der Hauptsitz des Museums in Gliwice. Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Innenstadt ist das Palmenhaus im Chopin-Park. Das Palmenhaus beherbergt auf 2000 Quadratmetern 5600 verschiedene Pflanzen. Das erste Palmenhaus entstand schon im Jahr 1880. Im Jahre 1924 wurde an gleicher Stelle ein Neubau errichtet, der um 2000 zum heutigen Haus umgebaut wurde. Seit 1930 ist das Palmenhaus öffentlich.

Zwischen dem Gleiwitzer Ring in der Altstadt und dem Hauptbahnhof verläuft die Zwycięstwa-Straße, eine 840 Meter lange Einkaufsstraße. Sie wurde im Jahre 1908 zur befestigten Straße ausgebaut und erhielt den Namen „Wilhelmstraße“. Nach und nach entwickelte sie sich zur heutigen Einkaufsstraße. Der heutige Name Zwycięstwa-Straße bedeutet auf deutsch Siegesstraße. An der Straße befinden sich die Stadtverwaltung, viele Geschäfte und mehrere Hotels. Die Straße ist umgeben von gründerzeitlichen Häusern mit Ecktürmen, darunter der Schlesische Hof, aber auch von modernen Häusern aus den 20er und 30er Jahren, wie z. B. das Seidenhaus Weichmann.

Eine ingenieurtechnische und historisch bedeutende Sehenswürdigkeit ist der Sendeturm Gleiwitz. Er ist der einzige noch vorhandene Sendeturm in Holzbauweise, der mit einer Höhe von 118 Metern die höchste Holzkonstruktion der Welt sein dürfte. Bekannt wurde der Sender durch den inszenierten Überfall auf den Sender Gleiwitz im Jahre 1939.

Die Schweizerei war ebenso wie das Seufzerwäldchen ein ehemaliger Ausflugsort in Gleiwitz.

Kirchen[Bearbeiten]

Alter Jüdischer Friedhof

In Gliwice gibt es 25 katholische Kirchen und sieben Kirchen anderen Glaubens. Die wichtigsten Kirchen in Gliwice sind die Peter-Paul-Kirche, die Allerheiligenkirche, die Bartholomäuskirche und die Barbarakirche. Weitere bedeutende Kirchengebäude sind die alte Bartholomäuskirche, die Mariä-Himmelfahrt-Kirche, eine besonders große, umgesetzte Schrotholzkirche (vermutlich Ende des 15. Jahrhunderts erbaut), die Trinitatiskirche, die Kirche zum heiligen Kreuz und die Christus-König-Kirche.

Die neugotische Peter-Paul-Kirche im Stadtzentrum von Gliwice wurde zwischen 1896 und 1900 errichtet. Seit 1992 hat die Peter-Paul-Kirche den Status einer Kathedrale. Die gotische Allerheiligenkirche wurde schon im 13. Jahrhundert erbaut. Im 15. Jahrhundert wurde sie zum heutigen Kirchengebäude ausgebaut. Nach einem Brand in der Kirche wurde sie ab 1929 restauriert und erhielt ihr heutiges Aussehen. Der Turm der Kirche ist 62 Meter hoch. Auf der Turmspitze erhebt sich ein weit sichtbares Kreuz. Im Jahr 2004 wurde auf dem Turm eine Aussichtsplattform eröffnet.

Das alte gotische Gotteshaus der Bartholomäuskirche stammte aus dem 13. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert wurde der kleine Turm angebaut. Die Mauern der Kirche wurden aus großen Steinen gebaut. Da die Kirche im Laufe der Jahre für die angewachsene Gemeinde zu klein geworden war, wurde in den Jahren 1907 bis 1911 in der Nähe ein neues neugotisches Kirchengebäude errichtet.

Die St. Barbara-Kirche liegt im Stadtzentrum in der Nähe der Zwycięstwa-Straße und wurde zwischen 1856 und 1859 errichtet. Ihr Turm ist 44 Meter hoch.

sonstige Bauwerke[Bearbeiten]

Standbilder[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste der Denkmale in Gliwice

Zu den bekanntesten Standbildern zählen der Brunnen mit tanzenden Faunen, der Neptunbrunnen, der Wachende Löwe und der Brunnen mit Knabe mit Schwan.

Kultur und Freizeit[Bearbeiten]

Der ehemalige Coseler- oder Simultanfriedhof. Heute ein Park.
Zentralfriedhof

Theater[Bearbeiten]

In Gliwice gibt es heute drei Theater. Das Gliwicki Teatr Muzyczny (Gleiwitzer Musiktheater), das Teatr A und das Teatr Nowej Sztuki (Theater der Neuen Künste).

Das Gliwicki Teatr Muzyczny besteht seit dem Jahr 1952. Im Jahre 2001 wurde das Theater nach einer Renovierung wiedereröffnet. Das Teatr A besteht seit 1996. Hier werden überwiegend Theaterstücke mit religiösem Hintergrund aufgeführt. Das Teatr Nowej Sztuki besteht seit Dezember 2002 und gehört zu den kleineren Theatern in der Woiwodschaft Kattowitz.

Derzeit gibt es einige Initiativen, die das 1945 abgebrannte Stadttheater Gleiwitz wieder aufbauen wollen.

Kinos[Bearbeiten]

In der Stadt gibt es zwei Kinos. Das kleinere Kino Amok befindet sich im Gebäude der Stadtverwaltung. Das größte Kino in Gliwice ist das neue Kino Cinema City im neuen Einkaufszentrum Forum Gliwice. Das Kino hat 13 Kinosäle.

Museen[Bearbeiten]

Parks[Bearbeiten]

Zu den größten Parkanlagen in Gliwice zählen der Frédéric-Chopin-Park und der Bolesław-Chrobry-Park im Stadtzentrum. Im Chopin-Park befindet sich das Palmenhaus. Eine weitere Parkanlage ist der Plac Grunwaldzki. Zu den Parkanlagen kommen mehrere kleine Grünanlagen hinzu. Einige davon sind die platzartigen Grünanlagen „Dessau“, „Valenciennes“, „Doncaster“, „Theodor Kalide“ und die Grünanlage vor der Stadtverwaltung. Im Norden von Gliwice erstreckt sich der Las Łabędzki, ein großer Wald, den vor allem Reiter als Ausflugsziel benutzen. Im Nordosten der Stadt liegt der Stadtwald.

Sport[Bearbeiten]

Der erfolgreiche Gleiwitzer Verein war der 1926 gegründete SVgg Vorwärts-Rasensport. Er spielte in der obersten deutschen Fußballliga, der Gauliga Schlesien bzw. ab dem Jahre 1941 in der Gauliga Oberschlesien und nahm siebenmal an der Endrunde um die deutschen Meisterschaft teil. Daneben existierten noch in Gleiwitz die folgenden Fußballvereine: der VfB 1910, der Reichsbahn-SV Gleiwitz, der TV Vorwärts, der MTV 1887, der VfR 1919, der Vgt. Gleiwitzer Sportfreunde, der SC Vorwärts 1917 der SC Schlesien 1922, der SC Germania Sosnitza, der SuSV Gleiwitz-Nord, der BV Laband, der FC Askania Peiskretscham, der SV 1910 Zernik, der SpVgg 1921 Gleiwitz-Nord, der ESV, der SV 1924 Laband, der SVgg Oberhütten, der SVgg Freiwillige Feuerwehr, der Post SV, der Reichsbahn-SV Peiskretscham, der SV Hultschiner, der SVgg Oberschlesier, der SVgg Debewa, der Gleiwitzer SG 1931 und der SVgg Defaka.[5]

Der Fußballverein Piast Gliwice wurde 1945 gegründet und spielte zweimal im Finale um den Polnischen Fußballpokal, ging aber aus beiden Partien geschlagen vom Platz. Im Juni 2008 gelang der Mannschaft erstmals der Aufstieg in die höchste polnische Spielklasse, die Ekstraklasa.

Schwimmbäder[Bearbeiten]

Im Stadtzentrum gibt es keine Freibäder. Die drei Freibäder (Kąpielisko Leśne, Kąpielisko Neptun und Kąpielisko Czechowice) befinden sich in den Vororten von Gliwice und sind im Sommer gut besucht. In Gliwice gibt es fünf Schwimmhallen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Hauptbahnhof

Verkehr[Bearbeiten]

Nach 117 Jahren ging die Geschichte der Gleiwitzer Straßenbahnen zu Ende. Seit September 2009 fahren entlang der ehemaligen Linie 4 Busse mit der Linienbezeichnung A4
GM Opel in der Sonderwirtschaftszone Gliwice

Gliwice ist für den Straßenverkehr, sowie für den Eisenbahn- und Schiffsverkehr ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt.

Durch Gliwice verlaufen die Landesstraße (droga krajowa) 78 und die Landesstraße 88 und beginnt die Landesstraße 44 nach Krakau. In Gliwice beginnen zwei Woiwodschaftsstraßen (droga wojewódzka), die Woiwodschaftsstraße 408 nach Kędzierzyn-Koźle und die Woiwodschaftsstraße 901 nach Olesno.

Durch Gliwice verlaufen in nord-südlicher Richtung die Autobahn A4, in ost-westlicher Richtung die Autobahn A1 sowie als Ergänzung innerstädtisch die Schnellverkehrstraße Drogowa Trasa Średnicowa.

In Gliwice verkehren ca. 45 Stadtbuslinien. Außerdem verkehren vier PKS-Buslinien. Bis zum 1. September 2009 gab es eine Straßenbahnlinie der Oberschlesischen Straßenbahn von/nach Ruda Śląska, die in Gliwice endete.

Der Hauptbahnhof ist einer der größten Bahnhöfe im Oberschlesischen Industriegebiet. Neben dem Hauptbahnhof hat Gliwice noch einen Güterbahnhof und zwei weitere Bahnhöfe.

Vom 25. März 1899 bis zum Jahr 1993 war Gleiwitz durch eine Schmalspurbahn mit Ratibor verbunden. Die Spurweite betrug 785 mm. Im Jahr 2013 existierte davon noch ein Museumsbahnbetrieb.

Durch Gliwice fließt der Fluss Klodnitz und der Gleiwitzer Kanal. Der Gleiwitzer Kanal mündet in die Oder und fängt in Gliwice in einem Hafen an. Gliwice war deswegen ein wichtiger Standort für die Schiffsfahrt. Kohle aus dem Oberschlesischen Industriegebiet wurde zumeist von Gliwice aus in Richtung Westen verschifft. Der Massenguttransport ist auf der Oder aber seit Jahren rückläufig und gegenwärtig kein wesentlicher Faktor mehr.

Der nächstgelegene Flughafen ist der Flughafen Katowice. Er liegt 34 Kilometer nordöstlich der Stadt. Ein weiterer internationaler Flughafen ist der Krakau-Balice. Der Flugplatz Opole-Kamień Śląski hat keine Relevanz. Gliwice selbst hat einen traditionsreichen alten Flugplatz im Stadtteil Trynek (Trinneck), der vom örtlichen Luftsportclub sowie für den Einsatz des Rettungshubschraubers genutzt wird.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Gliwice gibt es drei große Sonderwirtschaftszonen. Die größte Fläche befindet sich bei Gliwice-Brzezinka, in der sich auch das Automobilwerk von General Motors niedergelassen hat. Im Juni 2004 wurde die Frage um den künftigen Produktionsstandort des neuen Modells Zafira entschieden. Das neue Auto werde zum Teil in Gliwice und nicht im Stammwerk Rüsselsheim produziert, das sich ebenfalls beworben hatte. Eine weitere Sonderwirtschaftszone befindet sich bei Trynek. Die kleinste Sonderwirtschaftszone befindet sich in Gliwice-Łabędy auf einem ehemaligen Bergwerksgelände.

Handel und Einkaufsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Das Einkaufszentrum Forum Gliwice

Neben zahlreichen Geschäften im Stadtzentrum und an der Zwycięstwa-Straße gibt es Großmärkte außerhalb der Innenstadt. Außerhalb des Stadtzentrums befindet sich der Hypermarkt Tesco. In Gliwice gibt es noch zwei Einkaufszentren: Das Forum Gliwice und das Einkaufszentrum Arena Gliwice.

Medien[Bearbeiten]

Gliwice ist Sitz eines Regionalstudios von Polskie Radio Katowice und eines Studios von Radio Plus und CCM Radio. Regelmäßig in Gliwice erscheinende Zeitungen sind die Nowiny Gliwickie und der Dziennik Zachodni.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Projekte[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Lukas Podolski

Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Gliwice

Bekannte, in Gliwice geborene Persönlichkeiten sind unter anderem der Bergbauingenieur und Zoologe Wilhelm von Blandowski, der Komponist, Dirigent und Musikpädagoge Richard Wetz, der Literat, Schriftsteller und Lyriker Olav Münzberg, der Schriftsteller Wolfgang Bittner sowie die Fußballspieler Adam Matuszczyk, Sebastian Boenisch und Lukas Podolski.

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Bienek: Gleiwitz. Eine oberschlesische Chronik in vier Teilen, eine Familiensage der Familie Piontek, dtv, 2000, ISBN 3-423-12773-2.
  • Wolfgang Bittner: Gleiwitz heißt heute Gliwice. Athena/ Mediamorphosis, Oberhausen/ Wroclaw 2003, ISBN 3-89896-161-3 / 83-88726-11-0, (deutsch und polnisch)
  • Wolfgang Bukowski: Als wir jung in Gleiwitz waren …. Laumann-Verlag, Bülmen 1990, ISBN 3-87466-139-3.
  • Boleslaw Domanski: Gliwice/ Gleiwitz, Oberschlesien: Erfolgssuche in einer Problemregion. In: Geographische Rundschau. 50 (1998), Heft 1, S. 35–41.
  • Marek Gabzdyl: Gliwice wczoraj – Gleiwitz gestern. Gliwice 1994, ISBN 83-85338-23-3.
  • Benno Nietsche: Geschichte der Stadt Gleiwitz. Raschdorff, Gleiwitz 1886.
  • Seidel: Die königliche Eisengießerei zu Gleiwitz. Ernst, Berlin 1896.
  • Rudolf Schlegel: Gleiwitz – ein heimatliches Geschichtenbuch. Laumann, Dülmen 1982, ISBN 3-87466-033-8.
  • Rudolf Schlegel: Gleiwitz in alter und neuer Zeit. Laumann, Dülmen 1985, ISBN 3-87466-074-5.
  • Bogusław Tracz: Rok ostatni – rok pierwszy. Gliwice 1945. Gliwice 2004, ISBN 83-89856-00-x.
  • Gleiwitz. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 7, Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1892, S. 422.
  • Hugo Weczerka: Handbuch der historischen Stätten. Schlesien. Stuttgart 1977.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gliwice – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Gliwice – Reiseführer

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 10. Juli 2014.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAdolf Hitler: Rede vor dem Reichstag. In: Nationalsozialismus.de. 1. September 1939, abgerufen am 30. Juni 2011.
  3. Walther Hofer: Die Entfesselung des Zweiten Weltkrieges. LIT Verlag, Berlin/ Hamburg/ Münster 2007, ISBN 978-3-8258-0383-4, S. 384.
  4. Guido Hitze: Carl Ulitzka (1873 - 1953) oder Oberschlesien zwischen den Weltkriegen. Droste Düsseldorf 2002, ISBN 9783770018888, S. 1119.
  5. Fußball-Chronik, Fußball in Schlesien 1900/01-1932/33, Ergebnisse und Tabellen aus den höchsten Ligen des Südostdeutschen Fußballverbandes und der Einzelverbände der Region, Herausgeber: DSfFS e. V., Berlin 2007