Northrop Grumman RQ-4

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Northrop Grumman RQ-4 Global Hawk
RQ-4A "Global Hawk" im Flug
Beschreibung
Typ: Aufklärungsdrohne
Entwicklungsland: USA
Hersteller: Northrop Grumman
Erstflug: 28. Februar 1998
Indienststellung: 26. Juni 2006
Status: aktiv
Gebaute Maschinen: 20 (Stand: Ende 2007)

Northrop Grumman RQ-4 Global Hawk ist eine Drohne der U.S. Airforce, produziert von Northrop Grumman's Ryan Aeronautical Center, San Diego, Kalifornien. Als hochfliegender Langstreckenaufklärer ersetzt es derzeit die TR-1, die letzte Version des berühmten Spionageflugzeuges U-2.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Beschreibung

Sie ist ein hochfliegendes (fast 20 km Höhe), ausdauerndes (bis zu 40 h) Aufklärungsflugzeug, welches autonom (unbemannt) und satellitengestützt weltweit Missionen fliegen kann (UAV : Unmanned (Uninhabited) Aerial Vehicle/Unbemanntes Luftfahrzeug). Das Fluggerät ist jedoch nicht im klassischen Sinne durch einen Joystick ferngesteuert, sondern es fliegt, nach dem Muster der Flugführung in der modernen Verkehrsfliegerei, Start, Flugweg und Landung programmiert über Computer und damit automatisch ab. Der Pilot am Boden ist über Datenlinks, direkt und über Satellit, zu jeder Zeit mit den Systemen an Bord verbunden und kann wie ein Pilot an Bord Änderungen/Umsteuerungen vornehmen. Das Fluggerät nimmt am allgemeinen Luftverkehr teil (auch bei Start und Landung), hat die entsprechenden Systeme an Bord (Transponder, TCAS) und ist nach den Bauvorschriften für Verkehrsflugzeuge ausgelegt (Festigkeit, Flugsicherheit, Redundanzen, Ausfallsicherheit etc.). Der Pilot am Boden ist über ein Relais an Bord mit dem Flugfunk verbunden und kann z. B. jederzeit mit den Fluglotsen Kontakt aufnehmen oder von ihnen Anweisungen erhalten. Eine Video-Kamera am Bug liefert live eine Sicht auf den Flugweg („See and Avoid“) an den Piloten am Boden. Notverfahren und Ausweichlandungen sind in den Flugführungscomputern einprogrammiert und jederzeit gewollt oder automatisch möglich. Zum Sicherheitskonzept gehört es, dass bei Verlust der Datenlinks zum Piloten das Flugzeug seinen vorgesehehen Kurs weiterfliegt und auch die Landung durchführt. Bei Ausfällen am Flugführungssystem geht das Flugzeug in vordefinierte Warteschleifen und ggf. vorgesehene Absturzräume bis zum Erhalt neuer Flugführungsbefehle. Da die Flugführung vierfach redundant ausgelegt ist, ist die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ausfalles sehr gering.

Die Piloten für Start und Landung sind in der Regel in einer Bodenstation am Start- und Landeplatz lokalisiert. Der Pilot während der Mission kann auch in (weltweit) dislozierten Bodenstationen sitzen.

Es ist geplant, für den deutschen Nutzer eine mit hiesigen Sensoren der Firma EADS ausgerüstete Version mit Namen EuroHawk zu produzieren. Hier ist allerdings das Grund-Baumuster RQ-4 Block 20 vorgesehen, das eine vergrößerte Tragfläche (Spannweite dann knapp 40 Meter), einen leicht verlängerten Rumpf und etwa verdoppelte Nutzlast hat. Der Prototyp (ohne Sensoren) des RQ-4 Block 20 hat am 1. April 2007 vom Produktionsstandort Palmdale zur Edward Air Force Base (Birk Flight Test Center) in Kalifornien einen 90-minütigen Erstflug erfolgreich durchgeführt.

Ausgestattet mit digitalen Kameras für Tages- und Nachtlicht, die auch Infrarot empfindlich sind, sowie Radar kann sie im Prinzip aus bis zu 20.000 Metern Flughöhe jedes Objekt, unabhängig vom Wetter, erkennen. Eine erste ELINT-Version für die Luftwaffe wird Sensoren zur Funkaufklärung erhalten. In der Serienversion ist längst die Weiterentwicklung SIGINT verankert, also eine Ausweitung der Sensorik auf nahezu alle Frequenzbereiche.

Um jederzeit die aktuelle Position bestimmen zu können, ist der Global Hawk mit den üblichen Navigationssystemen und Differential-GPS ausgerüstet.

Angetrieben wird das Flugzeug durch ein Strahltriebwerk mit einer Ansaugöffnung oberhalb des Rumpfes, dem Rolls-Royce AE 3007H, wie es auch in den Passagierflugzeugen EMB 145/175 von Embraer verwendet wird.

[Bearbeiten] Technische Daten

Global Hawk
Global Hawk
Global Hawk auf der ILA 2002
Global Hawk auf der ILA 2002
Kenngröße Daten der RQ-4A (Block 10) Daten der RQ-4B (Block 20)
Typ:  Unbemannter hochfliegender Langstreckenaufklärer Unbemannter hochfliegender Langstreckenaufklärer
Länge: 13,53 m 14,50 m
Flügelspannweite: 35,42 m 39,89 m
Flügelfläche: 50,10 m² ca. 56 m²
Flügelstreckung: 25,04 28,41
Tragflächenbelastung:
  • Minimal (Leergewicht): 83 kg/m²
  • Maximal (maximales Startgewicht): 232 kg/m²
  • Minimal (Leergewicht): unbekannt
  • Maximal (maximales Startgewicht): 261 kg/m²
Höhe:    4,63 m 4,63 m
Leergewicht:  4.173 kg unbekannt
maximales Startgewicht:  11.612 kg 14.640 kg
Höchstgeschwindigkeit:1 644 km/h (auf optimaler Höhe) 637 km/h (auf optimaler Höhe)
Dienstgipfelhöhe:  19.811 m 19.811 m
Einsatzradius:  ca. 5.500 km bei 24 stündigem Aufenthalt im Zielgebiet ca. 5.000 km bei 24 stündigem Aufenthalt im Zielgebiet
maximale Flugdauer:  36 Stunden ca. 28 Stunden
Überführungsreichweite:  25.015 km 22.780 km
Besatzung:    keine keine
Zuladung:    Aufklärungssysteme im Gesamtgewicht von 907 kg Aufklärungssysteme im Gesamtgewicht von 1.360 kg
Triebwerk:  ein Rolls-Royce Allison AE3007H-Mantelstromtriebwerke ein Rolls-Royce Allison AE3007H-Mantelstromtriebwerke
Schubleistung:  36,8 kN bzw. 3.760 kp 36,8 kN bzw. 3.760 kp

1 Bei der RQ-4 ist die Höchstgeschwindigkeit identisch mit der Marschgeschwindigkeit (optimale Flughöhe vorausgesetzt)

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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