Global Nature Fund

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Der Global Nature Fund (GNF) ist eine internationale Stiftung für Umwelt und Natur, die im Frühjahr 1998 gegründet wurde. Die Hauptgeschäftsstelle befindet sich in Radolfzell am Bodensee, Deutschland. Weitere Büros sind in Bonn und Berlin. Seit der Gründung setzt sich der GNF weltweit für den Erhalt von Seen und anderen Wasser-Ökosystemen ein.[1]

Das ebenfalls im Jahr 1998 gegründete Netzwerk „Living Lakes / Lebendige Seen“ wird vom GNF koordiniert. Aus einst vier Gründungsmitgliedern (Bodensee, Mono Lake in den USA, St. Lucia See in Südafrika sowie dem japanischen Biwa See) ist das internationale Netzwerk inzwischen auf über 100 Gewässer weltweit angewachsen.

Der Global Nature Fund verwirklicht in enger Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen vor Ort zahlreiche Projekte unter aktivem Einbezug der Anwohner. Dabei verfolgt der GNF folgende Arbeitsschwerpunkte:

Nachhaltige Entwicklung[Bearbeiten]

Die Sicherung natürlicher Lebensgrundlagen in Entwicklungsländern gewinnt immer mehr an Bedeutung. Bei den Projekten des GNF werden die Menschen vor Ort stets aktiv in die Projekte mit einbezogen, sei es in der nachhaltigen Fischerei in Indonesien, beim Bau von Pflanzenkläranlagen in Guatemala, bei der Mangroven­renaturierung in Indien oder bei der Bereitstellung von sauberem Trinkwasser in Kenia.

Naturschutz und Biodiversität[Bearbeiten]

Mit Projekten zum Nashornschutz in Südafrika oder dem Schutz der Baikalrobbe in Russland engagiert sich der GNF weltweit für die Erhaltung der Artenvielfalt. Um nachhaltiges Wirtschaften in Deutschland und Europa zu fördern und die Risiken des wirtschaftlichen Handelns auf Natur und Umwelt zu reduzieren, arbeitet der GNF mit kleinen und großen Unternehmen zusammen.

Umweltbildung[Bearbeiten]

Erwachsene, Kinder und Jugendliche auf spannende Weise für Natur und Umwelt zu begeistern, ist ein weiteres Ziel des GNF. Das Spektrum reicht von der Errichtung von Naturschutzzentren über Umweltbildung­sveranstaltungen bis hin zu einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit. Für diese Umweltbildungsangebote wurde Living Lakes bereits mehrfach als offizielles Projekt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet.

Energie und Klima[Bearbeiten]

Das globale Engagement für den Klimaschutz beinhaltet neben Waldschutz- und Aufforstungsprojekten beispielsweise in Sri Lanka, Thailand und Kambodscha auch die Förderung erneuerbarer Energien. In dem Pilotprojekt „Solarlampen für Kenia“ werden umwelt- und gesundheitsschädliche Kerosinlampen durch klimafreundliche Solarlampen ersetzt. In entlegenen Regionen Afrikas werden Menschen über Solar-Tankstellen mit Strom und sauberem Trinkwasser versorgt.

Living Lakes-Netzwerke[Bearbeiten]

Das Netzwerk Living Lakes ist inzwischen auf über 100 Mitglieder angewachsen. Das gemeinsame Ziel ist nach wie vor der Schutz der Trinkwasserreserven unserer Erde. Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ gründeten sich innerhalb des globalen Netzwerkes nationale Netzwerke in Italien, Deutschland, Kanada und China. Multinationale Netzwerke bestehen in Lateinamerika und Ostafrika.

Bedrohter See des Jahres[Bearbeiten]

Im Jahr 2004 ernannte der GNF zum ersten Mal anlässlich des internationalen Tages der Feuchtgebiete am 2. Februar einen Bedrohten See des Jahres, um auf die akute Situation am jeweiligen Gewässer aufmerksam zu machen.

Lebendiger See des Jahres[Bearbeiten]

Anlässlich des Weltwassertages am 22. März zeichnet der GNF einen „Lebendigen See des Jahres“ in Deutschland aus. An diesem Gewässer setzen sich Umwelt- und Naturschützer für den Erhalt des Ökosystems und der Artenvielfalt ein, und wirken somit den zum Teil gravierenden Eingriffen in die Natur und Umwelt nachhaltig entgegen.

2013: Mindelsee, Baden-Württemberg

2012: Stechlinsee, Brandenburg

2011: Plauer See, Mecklenburg-Vorpommern

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steckbrief Global Nature Fund Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 17. Dezember 2013.