Global Fund

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Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria
Gründung 2002
Personen

Mark Dybul

Aktionsraum weltweit
Schwerpunkt medizinische Hilfe
Website Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (The Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria, engl.) ist ein Finanzierungsinstrument zur Bekämpfung der drei großen Infektionskrankheiten Aids, Malaria und Tuberkulose. Der weltweit in 140 Ländern tätige Fonds ist eines der wichtigsten Instrumente zur Bekämpfung dieser Krankheiten.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Fonds wurde im Jahr 2002 gegründet, nachdem sich die G8-Staaten auf ihrem Treffen in Genua 2001 darauf verständigt hatten, die Finanzierung des weltweiten Kampfes gegen die drei schweren Infektionskrankheiten Aids, Malaria und Tuberkulose zu verstärken. Schon ein Jahr zuvor forderte der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan die Einrichtung eines solchen Fonds[1].

Der Fonds dient der Finanzierung nationaler Maßnahmen gegen die drei Krankheiten einschließlich der Stärkung von Gesundheitssystemen. Er fördert zudem die Eigenverantwortung der Regierungen, die Mitwirkung der Zivilgesellschaft und des privaten Sektors sowie wirkungs- und genderorientierte Maßnahmen gegen Aids, Tuberkulose und Malaria.

Der ehemalige Leiter des US-Aids-Programms PEPFAR (President's Emergency Plan for AIDS Relief) wurde im Jahre 2012 zum Leiter des Globalen Fonds gewählt. Dybul gilt in Fachkreisen als Visionär im Bereich globaler Gesundheit und hatte maßgeblich an der Gründung und Durchführung des Notfallplans des 
US-Präsidenten für Aids-Bekämpfung (PEPFAR) beigetragen. Als Arzt mit dem Schwerpunkt Immunologie
 wurde er als Mediziner, Wissenschaftler und strategisch denkender 
Verwalter zum ausgewiesenen HIV- und Aids-Experten[2].

Finanzierung[Bearbeiten]

Die Organisation hat bisher (Stand: 2014) Mittel in Höhe von 31 Milliarden US-Dollar von Staaten und privaten Geldgebern eingesammelt und damit mehr als 1'000 Programme in 140 Ländern finanziert. Somit stellt der Fonds ein Viertel der weltweiten Mittel zur Bekämpfung von Aids zur Verfügung. Darüber hinaus kommen auch zwei Drittel aller Gelder zur Bekämpfung von Tuberkulose und drei Viertel aller Gelder zur Bekämpfung von Malaria aus den Mitteln des Fonds[3].

Als viertgrößter Geber des Globalen Fonds (nach den USA, Frankreich und Großbritannien) leistet Deutschland einen bedeutenden Beitrag zur weltweiten Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria. [4].

Durch ein Sinken der Mittel besteht die Gefahr, dass bisher mit Medikamenten versorgte Patienten in Zukunft vielleicht keine mehr erhalten und sich durch die unterbrochene Therapie Resistenzen bilden könnten. Der Generalsekrätär von UNAIDS Michel Sidibé spricht in diesem Zusammenhang gar von einem 'HIV Nightmare'[5]. TB stellt auch ein global wachsendes Gesundheitsrisiko dar, mit der multiresistenten TB (MDR-TB) [6]. Der Fonds ist die bedeutende internationale Finanzierungsvorrichtung zu kämpfen für MDR-TB.

Erfolge[Bearbeiten]

Seit der Globale Fonds 2002 ins Leben gerufen wurde, ist er die Hauptfinanzquelle für Programme geworden, die die Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria zum Ziel haben. Die Programme, die aus dem Globalen Fonds finanziert werden, haben bereits 7,9 Millionen Menschenleben gerettet - durch die Vergabe von Medikamenten zur Behandlung von AIDS für 7,3 Millionen Menschen, von Medikamenten zur Behandlung von Tuberkulose für 12,3 Millionen Menschen, und durch die Verteilung von 450 Malarianetzen, die mit Insektiziden behandelt wurden.[7]

Deutschland und der Globale Fonds[Bearbeiten]

Zudem spielt das Land als Mitglied des Verwaltungsrats eine entscheidende Rolle dabei, den Globalen Fonds bei der Umstrukturierung und Straffung von dessen Betriebsabläufen zu unterstützen, damit die Investitionen der Organisation durchdacht getätigt werden und auf maximale Wirkung ausgerichtet sind.

Außerdem hat der Fonds ein neues Finanzierungsmodell eingeführt. Durch das neue Finanzierungsmodell wird eine stärkere Verantwortung der Länder für Projekte gefördert. Zudem wirkt das neue Finanzierungsmodell als Anreiz für politischen Dialog mit den Programmdurchführungsländern und zielt gleichzeitig auf die Berücksichtigung von Themen der Gleichberechtigung von Männern und Frauen sowie der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und von Menschenrechtsbelangen ab. Der Landesdialog als Schlüsselelement des neuen Finanzierungsmodells bietet außerdem neue Chancen für das Engagement aller Partner, auch aus der Zivilgesellschaft und der freien Wirtschaft.

Neben diesen Beiträgen ist Deutschland auch einer der führenden Schirmherren des Programms Debt2Health des Globalen Fonds, das weltweit zu einem erheblichen Anstieg der Förderung von Programmen des Globalen Fonds geführt hat. Im Rahmen dieser Initiative hat Deutschland in Ländern wie Côte d’Ivoire, Indonesien, Pakistan und Ägypten einen Schuldenschnitt vorgenommen.

Partnerschaften mit deutschen Unternehmen[Bearbeiten]

Die "Innovation Coalition“ wurde im Dezember 2013, im Rahmen der letzten Geberkonferenz des Globalen Fonds, ins Leben gerufene und ist eine multisektorale Partnerschaft privatwirtschaftlicher Unternehmen und Organisationen. Die deutschen Unternehmen Munich Re und SAP SE gehören zu den Gründungsmitgliedern.

Die Idee dieser Partnerschaft ist vielmehr, dass privatwirtschaftliche Unternehmen ihre Expertise, Fachkompetenzen und Technologien zur Verfügung stellen und gemeinsam mit Vertretern des Globalen Fonds innovative Lösungen und Konzepte erarbeiten und umsetzen. Diese sollen dazu beitragen, die Programme des Globalen Fonds noch effektiver zu machen und damit einen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern und der Rettung von Menschenleben zu leisten. Dies bringt Vorteile für beide Seiten: Die Unternehmen können sich mit anderen Branchenführern austauschen, haben Zugang zu neuen, wachsenden Märkten und können Innovationen sofort umsetzen.[8] [9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. The Global Fund http://www.theglobalfund.org/en/history/?lang=en History
  2. [1]
  3. the Global Fund
  4. Donor Governments Statistics
  5. Hellevik, Siri Bjerkrem: "Is an HIV Nightmare on the Way?" in the NIBR International Blog, August 23, 2010
  6. [2]
  7. The Global Fund http://www.theglobalfund.org/en/fighting/?lang=en Fighting AIDS, Tuberculosis and Malaria
  8. http://www.forbes.com/sites/sap/2015/02/23/healthcare-breakthroughs-sap-goes-low-and-high-tech-to-help-fight-diseases/
  9. http://www.theglobalfund.org/en/mediacenter/newsreleases/2014-05-09_Global_Fund_and_Munich_Re_in_Risk_Management_Partnership/

Weblinks[Bearbeiten]