Gloria Patri

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Gloria Patri et Filio et Spiritui sancto auf dem Spruchband eines Engels, Stiftskirche Schlägl ( Oberösterreich )

Gloria Patri (lateinisch für „Ehre [sei] dem Vater“) sind die Anfangsworte der sogenannten kleinen oder trinitarischen Doxologie, die aus dem 4. Jahrhundert stammt. Die große Doxologie ist das Gloria in excelsis Deo aus dem Lukasevangelium (Lk 2,14 EU).

Text und theologische Aussage[Bearbeiten]

Lateinisch

„Gloria Patri et Filio et Spiritui Sancto,
sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum, amen.“

Deutsch
  • Katholische Fassung:

„Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.
Wie es war im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.“

  • Evangelische Fassung:

„Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

  • Ökumenische Fassung:

„Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.“

Die Formel Gloria Patri et Filio et Spiritui Sancto ist eine trinitarische Aussage, die die Wesensgleichheit der drei göttlichen Personen kurz und prägnant zum Ausdruck bringt. Sie widersprach bei ihrer Entstehung dem missdeutbaren „Kampfruf“ des Arianismus Gloria Patri per Filium in Spritu Sancto „Ehre sei dem Vater durch den Sohn im Heiligen Geist“, mit dem die Gottheit allein des Vaters ausgesagt werden sollte.[1]

Liturgie und Volksfrömmigkeit[Bearbeiten]

Das Gloria Patri schließt im Stundengebet die Psalmen und Cantica ab. In der Heiligen Messe und in evangelischen Agenden seit dem 19. Jahrhundert bildet es den Abschluss des Psalms beim Introitus; in der außerordentlichen Form des Römischen Ritus entfällt es in der Passionszeit.

Es gehört zur liturgischen Feier von Sakramenten und Sakramentalien, Segnungen und Weihen. Zudem findet es sich als Schlussvers (Doxologie, auch sogenannte Gloria-Patri-Strophe) vieler Hymnen und Kirchenlieder und mehrfach im Gebet des Rosenkranzes. Der erste Teil erscheint in einigen Responsorien des Stundengebetes.

Traditionell ist es üblich, sich beim ersten Halbvers (Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist) zu verneigen, bei der Doxologie eines Hymnus verharrt man während des ganzen Verses in der Verneigung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Andreas Jungmann: Missarum Sollemnia. Eine genetische Erklärung der römischen Messe. Band 1, 5. Auflage, Freiburg im Breisgau 1962, S. 423f.
  • Frieder Schulz: Gloria Patri. In: Liederkunde zum Evangelischen Gesangbuch. Heft 6/7: Die liturgischen Gesänge. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2003, ISBN 3-525-50330-X, S. 7–10.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Josef Andreas Jungmann: Missarum Sollemnia, Band 1, 5. Auflage, Herder, Freiburg im Breisgau 1962, S. 423.