Gloria in excelsis Deo, BWV 191

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Bachkantate
Johann Sebastian Bach 1746.jpg
Gloria in excelsis Deo
BWV: 191
Anlass: 1. Weihnachtstag
Entstehungsjahr: 1745
Entstehungsort: Leipzig
Gattung: Kantate
Solo: S T
Chor: SSATB
Instr: 3Tr Ti 2Ft 2Ob 2Vl Va Bc
Text
lateinisch
Liste der Bachkantaten

Gloria in excelsis Deo („Ehre sei Gott in der Höhe“) (BWV 191) ist eine Kirchenkantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte die Weihnachtskantate 1745 in Leipzig für die Feier zum Ende des Zweiten Schlesischen Kriegs. Er bearbeitete dabei Musik, die er 1733 in einem Gloria für den Dresdner Hof komponiert hatte und die er später als Gloria seiner h-Moll-Messe verwendete.

Geschichte und Text[Bearbeiten]

Bach komponierte die Kantate für die Feier zum Ende des Zweiten Schlesischen Kriegs und bestimmte sie zur Aufführung am 1. Weihnachtstag.[1] Er bearbeitete dabei Musik, die er 1733 in Kyrie und Gloria für den Dresdner Hof komponiert hatte und die er später seiner h-Moll-Messe eingliederte. Sie ist einzigartig unter seinen Kantaten, weil sie aus vorgenanntem Zusammenhang in lateinischer Sprache abgefasst und für fünfstimmigen Chor gesetzt ist.[2][3] Bach bestimmte sie für die Aufführung am 1. Weihnachtstag durch den handschriftlichen Vermerk: „J.J. Festo Nativit: Xsti.“ (Jesu Juva Festo Nativitatis Christi – Jesus, hilf. Fest der Geburt Christi).

Die Kantate bezieht sich nicht im Einzelnen auf die vorgeschriebenen Lesungen für den Festtag, sie nimmt lediglich den Lobgesang der Engel aus der Weihnachtsgeschichte des Evangelisten Lukas auf und endet mit einer Doxologie. Neuere Forschung ergab, dass die Kantate nicht, wie zuvor angenommen, 1743 erstmals aufgeführt wurde, sondern 1745 in einem besonderen Dankgottesdienst am Weihnachtstag, der den Frieden von Dresden feierte.[1][2]

Besetzung und Aufbau[Bearbeiten]

Die Kantate ist festlich besetzt mit zwei Vokalsolisten (Sopran und Tenor), fünfstimmigem Chor mit zwei Sopranstimmen, drei Trompeten, Pauken, zwei flauto traverso, zwei Oboen, zwei Violinen, Viola und Basso continuo. Bach schrieb „J.J. Festo Nativit: Xsti. Gloria in excelsis Deo. à 5 Voci. 3 Trombe Tymp. 2 Trav 2 Hautb. 2 Violini Viola e Cont. Di J.S.B.“.

1. Coro: Gloria in excelsis Deo
post orationem (nach der Predigt)
2. Duetto (soprano, tenor): Gloria Patri et Filio et Spiritui sancto
3. Coro: Sicut erat in principio

Musik[Bearbeiten]

Der erste Satz (Gloria) stimmt fast vollständig mit dem entsprechenden Satz der Messkomposition überein, während der zweite und dritte Satz eng an ihr Vorbild angelehnt sind. Die Doxologie beginnt mit dem Duett Gloria Patri et Filio et Spiritui sancto, das Bach aus dem Domine Deus der Messe entwickelte, der Schlusschor Sicut erat in principio beruht auf Cum sancto spiritu. Einzelne Stimmen, zum Beispiel der fugierte Teil Sicut erat in principio, sind in der Kantate von Instrumenten verstärkt.[2] Bach übernahm diese Änderungen jedoch nicht in die gültige Abschrift der h-Moll-Messe, und überließ es damit der Spekulation, ob er sie als Verbesserungen ansah.[4]

Einspielungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Gregory Butler: Johann Sebastian Bachs Gloria in excelsis Deo BWV 191: Musik für ein Leipziger Dankfest. In: Bach-Jahrbuch. 78, 1992, S. 65–71.
  2. a b c John Butt: Bach, Mass in B minor. Cambridge University Press, Cambridge 1991, ISBN 9780521387163, S. 12–13, doi:10.2277/0521387167.
  3. The Bach Choir of Bethlehem 2009
  4. John Butt: Bach's Mass in B minor: Considerations of Its Early Performance and Use. In: The Journal of Musicology. 9, Nr. 1, 1991, S. 109–123. doi:10.1525/jm.1991.9.1.03a00050.