Glossar Graphentheorie
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Dieses Stichwortverzeichnis enthält kurze Definitionen und Erklärungen zu den wichtigsten graphentheoretischen Begriffen.
B [Bearbeiten]
Bandbreite [Bearbeiten]
- Die Bandbreite (engl. bandwidth, siehe auch Bandbreite) eines endlichen, schlichten, ungerichteten Graphen ist wie folgt definiert: Sei
eine eineindeutige Nummerierung der Knoten. Dann bezeichnet
die Bandbreite bezüglich
und
die Bandbreite des Graphen
. - Die Ermittlung der Bandweite ist eines der wenigen Probleme, das auch für Bäume NP-vollständig ist.
D [Bearbeiten]
Dichte [Bearbeiten]
- Die Dichte
eines einfachen Graphen
ist das Verhältnis seiner Kantenzahl zur Kantenzahl eines vollständigen Graphen auf gleichvielen Knoten, das heißt:
-
F [Bearbeiten]
Faktor [Bearbeiten]
- Ist
ein Graph und
eine Abbildung seiner Knoten auf natürliche Zahlen, ist ein
-Faktor
ein Teilgraph von
mit derselben Knotenmenge V wie
, in dem jeder Knoten
von
genau
Nachbarn hat, also den Grad
besitzt.
- Gilt für alle Knoten
die Bedingung
, besitzen also alle Knoten genau
Nachbarn, spricht man dementsprechend auch von einem
-Faktor. - Gilt dagegen für alle Knoten
die Bedingung
, besitzen also alle Knoten mindestens
und gleichzeitig höchstens
Nachbarn, spricht man entsprechend von einem
-Faktor.
-
- Beispiele
- Eine Paarung ist ein
-Faktor, also ein Teilgraph von
, in dem jeder Knoten
höchstens einen Nachbarn hat, eine perfekte Paarung dagegen ein 1-Faktor, also ein Teilgraph von
, in dem jeder Knoten
genau einen Nachbarn besitzt. Hamiltonsche Graphen schließlich besitzen 2-Faktoren, in denen jeder Knoten
genau zwei Nachbarn hat.
- Der 1-Faktor-Satz von Tutte besagt, dass man aus
und
einen Graphen
konstruieren kann, welcher genau dann einen 1-Faktor besitzt, wenn
einen
-Faktor besitzt. Dies ist die Definition einer Reduktion im Sinne der theoretischen Informatik. Da umgekehrt 1-Faktoren Spezialfälle von
-Faktoren sind, ist das
-Faktorproblem äquivalent zum 1-Faktorproblem.
Faktorisierung [Bearbeiten]
- Zerlegung eines Graphen
in
-Faktoren, z. B. bei der 1-Faktorisierung in 1-Faktoren, d. h. Teilgraphen, deren Knoten nur jeweils genau einen Nachbarn haben.
Faktor-kritisch [Bearbeiten]
- Ein Graph
mit
heißt faktor-kritisch, wenn durch Wegnahme eines beliebigen Knoten eine perfekte Paarung möglich wird.
Fluss [Bearbeiten]
- Ein Fluss zu einem gerichteten Graphen und Kantenkapazitäten ist eine Funktion
von den gerichteten Kanten auf die nichtnegativen reellen Zahlen. Ein Fluss darf jeder Kante nur einen Wert zuweisen, der höchstens so groß ist wie die Kapazität der Kante. - Spricht man von einem s-t-Fluss, muss ferner für jeden Knoten
(außer für die Quelle
und die Senke
) gelten, dass die Summe der Flüsse auf den hineinführenden Kanten gleich der Summe der Flüsse auf den hinausführenden Kanten ist.
- Formal:

- Anschaulich: aus keinem Knoten (außer
und
) kann mehr herausfließen als hineinfließt und alles, was in einen Knoten hineinfließt, fließt auch wieder heraus.
- Formal:
G [Bearbeiten]
Geordneter Baum [Bearbeiten]
- Ein geordneter Baum ist ein Wurzelbaum, in dem für die Söhne jedes Knotens eine Ordnungsrelation definiert ist. Anschaulich legt die Ordnung fest, in welcher Weise die Nachfolger eines Knotens in der grafischen Darstellung des Baumes angezeigt werden (z. B. von links nach rechts gemäß Ordnungskriterium). Formal wird durch die Ordnung festgelegt, in welcher Reihenfolge die Knoten bei unterschiedlichen Traversierungsverfahren (preorder, inorder, postorder) durchlaufen werden.
Gradfolge [Bearbeiten]
- Als Gradfolge eines Graphen
mit den Knoten
bezeichnet man die Folge natürlicher Zahlen
, welche jeweils den Grad der einzelnen Knoten angeben, d. h.
für alle
. Eine solche Folge natürlicher Zahlen heißt auch graphisch, wenn tatsächlich mindestens ein Graph existiert, der diese Gradfolge aufweist.
Graphisch [Bearbeiten]
- Als graphisch bezeichnet man eine Folge natürlicher Zahlen, welche die Gradfolge eines Graphen ist.
H [Bearbeiten]
Hamiltonabschluss [Bearbeiten]
- Der Hamiltonabschluss (oder Hülle;
-Hülle) eines Graphen
ist der Obergraph (oder Supergraph) von
mit identischer Knotenmenge und zusätzlich iterativ eingefügten Kanten, welche nicht-adjazente (oder nicht-benachbarte; nicht-verbundene) Knoten mit Gradsumme
miteinander verbinden, so lange dies möglich ist. Der Hamiltonabschluss eines Graphen ist eindeutig.
Homöomorphie [Bearbeiten]
- Zwei Graphen heißen homöomorph, falls sie isomorph sind oder einen gemeinsamen Unterteilungsgraphen haben. Zwei Graphen sind genau dann homöomorph, wenn ihre Homöomorphie-Ursprünge isomorph sind. Anschaulich bedeutet dies, dass zwei homöomorphe Graphen aus einem gemeinsamen Ursprungsgraphen durch Einfügen neuer Knoten vom Grad 2 in bereits existierende Kanten hervorgehen.
Homöomorphie-Ursprung [Bearbeiten]
- Der Homöomorphie-Ursprung
eines Graphen
ist der kleinste Graph, zu dem
homöomorph ist. Man berechnet
mit dem folgenden Algorithmus:
- Falls
keinen Knoten vom Grad 2 besitzt (abgesehen von isolierten Knoten die nur eine Schleife besitzen) so ist
. - Wähle einen Knoten
vom Grad 2 (außer isolierte Knoten mit einer Schleife) mit den beiden Nachbarn
und
(auch
ist möglich) - Entferne
, füge dafür eine Kante von
nach
ein.
Formal:
- gehe zu 1
- Falls
I [Bearbeiten]
Inzidenzrelation [Bearbeiten]
- Zur Definition sehr allgemeiner, nämlich ungerichteter Graphen mit Schlingen (Kanten von einem Knoten zu sich selbst) und parallelen Kanten (Mehrfachkanten) reicht die vereinfachende Graphendefinition
mit
mit
nicht aus, denn hier müssten z. B. in
Duplikate erlaubt sein. Man führt daher eine Inzidenzrelation ein und benennt die Elemente aus
mit einem eindeutigen Namen
, der nicht von den Knoten der Kante abhängt. Mittels solcher eindeutiger Elemente können nun auch Mehrfachkanten und Schlingen definiert werden. Die Inzidenzrelation wird dann definiert als
, d. h. zu jedem Knoten wird für jede Kante, die ihn berührt, ein Element
mit
und
in
aufgenommen. Schlingen werden somit über jeweils ein Element der Inzidenzrelation, zwei parallele Kanten über vier Elemente der Inzidenzrelation eindeutig repräsentiert.
K [Bearbeiten]
k-Baum [Bearbeiten]
- Ein ungerichteter Graph heißt k-Baum, wenn er wie folgt rekursiv erzeugbar ist:
- Der vollständige Graph
ist ein k-Baum. - Fügt man zu einem k-Baum
einen neuen Knoten
hinzu, indem man
mit allen Knoten einer Clique der Größe k aus
verbindet, so ist dieser neue Graph ebenfalls ein k-Baum.
- Der vollständige Graph
- Ein partieller
-Baum entsteht durch die Entfernung von Kanten aus einem
-Baum: Ist
ein
-Baum, so ist
mit
ein partieller
-Baum. - Gelegentlich werden auch Bäume mit dem maximalen Grad
als
-Bäume bezeichnet. Korrekter ist in diesem Fall die Bezeichnung
-närer Baum.
Kantenfeld [Bearbeiten]
- Ein Kantenfeld ist eine Darstellungsart für gerichtete Graphen nach folgendem Schema:
- wobei
die Anzahl der Knoten,
die Anzahl der Kanten und
die Kanten sind mit
.
Kantenüberdeckung [Bearbeiten]
- Eine Kantenüberdeckung in einem ungerichteten Graphen
ist eine Menge
mit der Eigenschaft, dass jeder Knoten von
in einer Kante aus
enthalten ist.
ist Kantenüberdeckung in
gdw.
.
Kantenunterteilung [Bearbeiten]
- Eine Unterteilung einer Kante ist das Einfügen eines Knotens in die Kante
- Formal: Ist
ein Graph und
, so entsteht
durch Unterteilung von
als
. Die Voraussetzung
ist für die formale Korrektheit notwendig.
Knotenfeld [Bearbeiten]
- Ein Knotenfeld ist eine Darstellungsart für gerichtete Graphen mit folgendem Aufbau:
- wobei
die Anzahl der Knoten,
die Anzahl der Kanten und
Ausgangsgrad des Knotens sind.
P [Bearbeiten]
Partieller k-Baum [Bearbeiten]
- Siehe: k-Baum.
Partition [Bearbeiten]
- Sei
ein Graph. Eine Zerlegung (Partition) der Knotenmenge
in
disjunkte Teilmengen
heißt
-Partition, falls keine adjazenten Ecken in einem gemeinsamen
liegen. (Anschaulich heißt das: Alle Kanten verlaufen zwischen diesen Teilmengen, keine innerhalb einer der Teilmengen.)
-
- Besitzt ein Graph
eine
-Partition, so sagt man auch „
ist
-partit“ oder „
ist ein
-partiter Graph“. - Die chromatische Zahl von
ist das kleinste
, sodass
eine
-Partition besitzt (färbe alle Elemente einer Partitionsmenge mit der gleichen Farbe). - In der Praxis arbeitet man häufig mit Paarungen in bipartiten (2-partiten) Graphen.
- Besitzt ein Graph
Perfekte Eliminationsordnung [Bearbeiten]
- Als perfekte Eliminationsordnung bezeichnet man eine Knotenreihenfolge
des Graphen
, so dass für jeden Graphen mit der (durch Eliminierung der Knoten
bis
) eingeschränkten Knotenmenge
gilt:
ist simplizial in
. Jeder (in Bezug auf die gewählte Ordnung) „kleinste“ Knoten in
bildet also mit seinen Nachbarn eine Clique. Dies gilt beispielsweise für alle Blätter eines Baums, so dass ein sukzessives Eliminieren von Blättern eines Baums eine perfekte Eliminationsordnung für diesen Baum liefert.
R [Bearbeiten]
Rückwärtskante [Bearbeiten]
- Siehe: Vorwärtskante.
S [Bearbeiten]
Sehne [Bearbeiten]
- In einem Graphen
bezeichnet Sehne eine Kante von
, die zwei Knoten eines Kreises in
verbindet, selbst jedoch nicht Teil des Kreises ist.
Semieulerscher Graph [Bearbeiten]
- Ein Graph heißt semieulersch, wenn in ihm ein Eulerweg existiert. Eine Eulertour ist zwar ebenfalls ein Eulerweg, aber in der Regel meint man mit „semieulersch“ dass keine Eulertour existiert, da man in diesem Fall von einem eulerschen Graphen sprechen würde.
U [Bearbeiten]
Unterteilungsgraph [Bearbeiten]
- Ein Unterteilungsgraph F eines Graphen G entsteht aus diesem durch Kantenunterteilung.
V [Bearbeiten]
Valenzsequenz [Bearbeiten]
- Siehe: Gradfolge.
Vergleichbarkeitsgraph [Bearbeiten]
- Ein (gerichteter) Vergleichbarkeitsgraph ist ein gerichteter Graph, dessen Kanten einer Ordnungsrelation auf seinen Knoten entsprechen. Sei beispielsweise
eine Halbordnung auf der Knotenmenge
des Graphen
, so gilt für jede Kante
die Beziehung
. - Von einem ungerichteten Vergleichbarkeitsgraphen spricht man, wenn für jede Kante
gilt: (
oder
).
Vorwärtskante [Bearbeiten]
- Der Begriff Vorwärtskante hat ebenso wie die Begriffe Rückwärtskante, Querkante und Baumkante im Kontext der Tiefensuche in Graphen eine Bedeutung. Bei einer Tiefensuche werden die Kanten des Graphen, welche vom Tiefensuche-Algorithmus zum Durchlaufen des Graphen benutzt werden, als Baumkanten bezeichnet. Diejenigen Kanten, die nicht benutzt werden und von einem Knoten zu einem anderen Knoten im selben Teilbaum führen, der bei der Tiefensuche später besucht wird, heißen Vorwärtskanten. Diejenigen Kanten, die nicht benutzt werden und von einem Knoten zu einem anderen Knoten im selben Teilbaum führen, der bei der Tiefensuche bereits vorher besucht wurde, heißen Rückwärtskanten. Diejenigen Kanten, die „quer“ von einem Teilbaum zu einem anderen Teilbaum verlaufen, heißen Querkanten. Innerhalb des Tiefensuchbaums würde der Pfad zwischen zwei über eine Querkante verbundenen Knoten zunächst ein Auf- und dann ein Absteigen im Baum erfordern. Vorwärtskanten, Rückwärtskanten, Querkanten und Baumkanten ergeben insgesamt die Kantenmenge des Graphen.
W [Bearbeiten]
Wegüberdeckung [Bearbeiten]
- Eine Menge disjunkter Wege in einem gerichteten Graphen
mit der Eigenschaft, dass jeder Knoten von
auf einem dieser Wege liegt, heißt Wegüberdeckung.
eine eineindeutige Nummerierung der Knoten. Dann bezeichnet
die Bandbreite bezüglich
und
die Bandbreite des Graphen
.
eines
ist das Verhältnis seiner 
eine Abbildung seiner Knoten auf natürliche Zahlen, ist ein
ein
mit derselben Knotenmenge V wie
von
Nachbarn hat, also den
, besitzen also alle Knoten genau
Nachbarn, spricht man dementsprechend auch von einem
, besitzen also alle Knoten mindestens
Nachbarn, spricht man entsprechend von einem
-Faktor.
-Faktor, also ein Teilgraph von
konstruieren kann, welcher genau dann einen 1-Faktor besitzt, wenn
heißt faktor-kritisch, wenn durch Wegnahme eines beliebigen
von den
und die
) gelten, dass die Summe der Flüsse auf den hineinführenden Kanten gleich der Summe der Flüsse auf den hinausführenden Kanten ist.

bezeichnet man die Folge
, welche jeweils den Grad der einzelnen Knoten angeben, d. h.
für alle
. Eine solche Folge natürlicher Zahlen heißt auch graphisch, wenn tatsächlich mindestens ein Graph existiert, der diese Gradfolge aufweist.
-Hülle) eines
miteinander verbinden, so lange dies möglich ist. Der Hamiltonabschluss eines Graphen ist eindeutig.
eines Graphen
.
und
(auch
ist möglich)
mit
nicht aus, denn hier müssten z. B. in
Duplikate erlaubt sein. Man führt daher eine Inzidenzrelation ein und benennt die Elemente aus
, der nicht von den Knoten der Kante abhängt. Mittels solcher eindeutiger Elemente können nun auch Mehrfachkanten und Schlingen definiert werden. Die Inzidenzrelation wird dann definiert als
, d. h. zu jedem Knoten wird für jede Kante, die ihn berührt, ein Element
mit
und
aufgenommen. Schlingen werden somit über jeweils ein Element der Inzidenzrelation, zwei
ist ein k-Baum.
hinzu, indem man
-Baum entsteht durch die Entfernung von Kanten aus einem
mit
ein partieller 
die Anzahl der Knoten,
die Anzahl der Kanten und
die Kanten sind mit
.
mit der Eigenschaft, dass jeder Knoten von
in einer Kante aus
enthalten ist.
.
, so entsteht
durch Unterteilung von
. Die Voraussetzung
ist für die formale Korrektheit notwendig.
Ausgangsgrad des Knotens sind.
heißt
liegen. (Anschaulich heißt das: Alle Kanten verlaufen zwischen diesen Teilmengen, keine innerhalb einer der Teilmengen.)
des Graphen
bis
) eingeschränkten Knotenmenge
gilt:
ist
. Jeder (in Bezug auf die gewählte Ordnung) „kleinste“ Knoten in
eine
die Beziehung
.
).