Glossophaga commissarisi

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Glossophaga commissarisi
Glossophaga commissarisi

Glossophaga commissarisi

Systematik
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Blattnasen (Phyllostomidae)
Unterfamilie: Blütenfledermäuse (Glossophaginae)
Gattung: Glossophaga
Art: Glossophaga commissarisi
Wissenschaftlicher Name
Glossophaga commissarisi
Gardner, 1962
Verbreitungsgebiet von Glossophaga commissarisi

Glossophaga commissarisi ist eine Blütenfledermaus aus der Familie der Blattnasen (Phyllostomidae), die in Zentral- und Südamerika beheimatet ist.

Beschreibung[Bearbeiten]

Glossophaga commissarisi ist eine eher kleine Fledermausart mit einem durchschnittlichen Gewicht von 9-10 Gramm. Das Fell ist dunkelbraun und einfarbig. Wie bei vielen Fledermausarten kann es jedoch manchmal zu partiellem Albinismus kommen, der sich durch kleine weiße Flecken im ansonsten normal gefärbten Fell auszeichnet. Wie die meisten Vertreter der Blattnasen besitzt auch Glossophaga commissarisi ein ausgeprägtes Nasenblatt.

Der Gattungsname Glossophaga leitet sich vom griechischen glossa (= Zunge) und phagein (= essen) ab. Die Art Glossophaga commissarisi wurde nach Larry R. Commissaris benannt, einem früh verstorbenen Doktoranden und Kollegen des Erstbeschreibers der Art, A. L. Gardner.

Pollen am Kopf einer Glossophaga commissarisi

Lebensweise[Bearbeiten]

Glossophaga commissarisi hängt tagsüber in Höhlen, Gebäuden und hohlen lebenden Bäumen. Obwohl die Art zu den Blumenfledermäusen zählt, ernährt sie sich nicht nur von Nektar und Pollen, sondern auch von Insekten und Früchten, weswegen diese Art eher als Nahrungsopportunist statt als –spezialist gilt. Durch ihre Ernährungsweise sind Blumenfledermäuse wichtige Bestäuber von Pflanzen. Bekannte Pflanzen, die durch Glossophaga commissarisi bestäubt werden, sind der Kaktus Weberocereus tunilla[1] und die Kletterpflanze Mucuna holtonii aus der Familie der Hülsenfrüchtler [2].

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Weibchen werden im Alter von etwa einem Jahr geschlechtsreif. Trächtige Weibchen wurden sowohl in der ersten wie auch in der zweiten Hälfte des Jahres gefangen, weswegen man annimmt, dass Glossophaga commissarisi bimodal polyoestrisch ist. In einer Studie wurden Weibchen wiedergefangen, die zu beiden Zeitpunkten im selben Jahr trächtig waren. Diese Fledermäuse können somit zweimal pro Jahr Jungtiere zur Welt bringen.[3]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Die Verbreitung von Glossophaga commissarisi reicht von Mexiko über Panama, Kolumbien, den Osten Ecuadors und Perus bis in den Nordwesten Brasiliens, wo die Art bis zu einer Höhe von 2400 m.ü.M vorkommt. Ihr Bestand wird von der IUCN dank der weiten Verbreitung und dem Vorkommen in geschützten Gebieten als stabil und ungefährdet eingestuft [4].

Literatur[Bearbeiten]

  • Wm. D. Wester & J. K. Jones Jr.: Glossophaga commissarisi, Mammalian Species, No. 446 (1993): S. 1-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Glossophaga commissarisi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. M. Tschapka, O. von Helversen, W. Barthlott (1999): Bat pollination of Weberocereus tunilla, an epiphytic rain forest cactus with functional flagelliflory. Plant Biology 1, S. 554-559
  2. D. von Helversen & O. von Helversen (1999): Acoustic guide in a bat-pollinated flower. Nature 398, S. 759-760
  3. M. Tschapka (2005): Reproduction of the Bat Glossophaga commissarisi (Phyllostomidae: Glossophaginae) in the Costa Rican Rain Forest During Frugivorous and Nectarivorous Periods. Biotropica 37, S. 409-415
  4. Glossophaga commissarisi in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN