Glungezer

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Glungezer
Der Glungezer (genauer: die Sonnenspitze) von Innsbruck aus gesehen. Links vorgelagert das Bärenbader Jöchl, rechts die Neunerspitze (2285 m)

Der Glungezer (genauer: die Sonnenspitze) von Innsbruck aus gesehen. Links vorgelagert das Bärenbader Jöchl, rechts die Neunerspitze (2285 m)

Höhe 2677 m ü. A.
Lage Tirol, Österreich
Gebirge Tuxer Alpen
Koordinaten 47° 12′ 31″ N, 11° 31′ 41″ O47.20861111111111.5280555555562677Koordinaten: 47° 12′ 31″ N, 11° 31′ 41″ O
Glungezer (Tirol)
Glungezer
Gestein Quarzphyllit
Alter des Gesteins Paläozoikum
Glungezer von NNO (Baumkirchen), rechts die Sonnenspitze, links der Glungezergipfel

Glungezer von NNO (Baumkirchen), rechts die Sonnenspitze, links der Glungezergipfel

Blick vom Glungezer auf die Glungezerhütte und das Inntal mit den Orten Rum, Thaur, Hall, Absam und Mils (von l. n. r.), dahinter das Karwendel

Der Glungezer ist ein Berg in den Tuxer Alpen in Tirol, südöstlich von Innsbruck.

Lage und Landschaft[Bearbeiten]

Der Gipfel des Glungezer hat eine Höhe von 2677 Meter über dem Meeresspiegel. Damit überragt er den benachbarten und viel bekannteren Patscherkofel um über 400 Meter. Von Innsbruck aus ist allerdings nur die Sonnenspitze (2639 m), ein ca. 500 m nordwestlich vorgelagerter Nebengipfel zu sehen.

Geologie[Bearbeiten]

Der Gipfel des Glungezers wird aus niedriggradig metamorphen Gesteinen, so genannten Quarzphylliten gebildet. Nördlich des Gipfels liegen höhergradig metamorphe Gesteine, zum größten Teil Gneise des Patscherkofel-Glungezerkristallins.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name "Glungezer" dürfte wahrscheinlich auf eine lautmalerische Nachahmung von glucksendem Wasser zurückgehen. In einer Mulde oberhalb der Tulfeinalm, aber auch an anderen Stellen, fließt das Wasser teilweise unsichtbar glucksend zwischen und unter den Felsblöcken dahin.[2]

Flugzeugabsturz[Bearbeiten]

Hauptartikel: British-Eagle-Flug 802/6

Am 29. Februar 1964 kollidierte eine Bristol Britannia 312 der British Eagle International Airlines in 2600 Metern Seehöhe mit der Ostflanke des Glungezer. Die Maschine befand sich im Landeanflug auf Innsbruck. Sie flog nach Sichtflugregeln. Es gelang den Piloten aber nicht, die Wolken zu durchbrechen[3]. Alle 75 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben. Mit ein Grund für den Absturz bei den schlechten Witterungsbedingungen könnte gewesen sein, dass die Höhe des Glungezer in den Karten nicht eingetragen war, nur die Höhe des um 400 Meter niedrigeren Patscherkofel war verzeichnet. Das abstürzende Flugzeug löste eine Lawine aus, die die meisten Trümmerteile 400 m tiefer riss. Selbst die Wirtsleute der nur einige hundert Meter von der Absturzstelle entfernten Glungezerhütte bekamen auf Grund des tobenden Sturms den Absturz nicht mit.[4]

Erschließung[Bearbeiten]

Unweit des Gipfels liegt zwischen Glungezergipfel und Sonnenspitze auf 2610 Metern Höhe die Glungezerhütte des Österreichischen Alpenvereins, Sektion Hall in Tirol. Die Hütte ist vor allem im Winter ein beliebtes Ziel von Skitourengehern. Auf der markierten Skiroute ist der Glungezer ohne große Schwierigkeiten und Gefahr durch Lawinen zu ersteigen. Im Sommer gewinnt die Glungezerhütte zunehmende Beliebtheit als Stützpunkt mehrerer Weitwanderwege (Via Alpina, Adlerweg, Traumpfad München-Venedig, Glungezer&Geier-Weg, Olympiaweg und Zirbenweg). Auch ein Klettersteig (Schwierigkeit C) führt zur Hütte bzw. zum Gipfel der Sonnenspitze.[5] In der Gipfelregion befindet sich eine großteils unterirdische Anlage zur militärischen Luftraumüberwachung.

Die Nordseite des Glungezers wird durch die Glungezerbahn erschlossen. Die Talstation liegt in Tulfes, die höchste Bergstation in unmittelbarer Nähe des 2311 Meter hohen Schartenkogels. Im Winter ist dies ein beliebtes Familienskigebiet und Skitourengebiet mit nicht zu anspruchsvollen Pisten und Skirouten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Glungezer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geologische Bundesanstalt, Bericht 1995 über geologische Aufnahmen auf Blatt 148, Brenner (PDF-Datei; 36 kB); abgerufen am 21. April 2009
  2. Gerald Aichner: Der weiße Berg. Das Glungezerbuch, 2. Auflage, Kulturverlag Thaur-Wien-München 1994, ISBN 3-85395-189-9, S. 10f.
  3. Unfallbericht auf Aviation Safety Network.
  4. Gerald Aichner: Der weiße Berg. Das Glungezerbuch, 2. Auflage, Kulturverlag Thaur-Wien-München 1994, ISBN 3-85395-189-9, S. 235-242.
  5. http://bergsteigen.com/de/touren.aspx?ID=101