Gnadental (Neuss)

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Lage von Gnadental in Neuss
Rheinwiesen in Gnadental
Wappen Neuss-Gnadental.png

Gnadental ist ein Stadtteil der Kreisstadt Neuss. Mit 2,20 km² Fläche und 5.112 Einwohnern (Stand 30. Juni 2011) gehört Gnadental zu den mittelgroßen Stadtteilen. Obwohl in weiten Teilen erst nach dem Zweiten Weltkrieg bebaut, blickt der Stadtteil auf eine lange Geschichte zurück.

Geschichte[Bearbeiten]

Um 16 v. Chr. errichteten die Römer an der Heerstraße zwischen Köln und Xanten das ausgedehnte Legionslager Novaesium der VI. Legion, welches bis zur Mitte des 4. Jahrhunderts besetzt war.[1] Außerdem existierte eine Kybele-Kultstätte, die 1956 ausgegraben wurde. Die erste nachrömische Siedlung und ein zugehöriges Gräberfeld liegen etwa 750 südwestlich des Römerlagers.[2]

Um 1250 wurde im Vallis Gratiae (Tal der Gnaden) ein Zisterzienserinnenkloster errichtet. Die über 550-jährige Geschichte endete 1802 mit der napoleonischen Säkularisation. In der Folgezeit wurde das Kloster als Gutshof betrieben. 1945 wurde das Anwesen durch amerikanische Luftangriffe zu 70 % zerstört. Die Gebäudereste wurden restauriert und dienen heute als Tagungsstätte. Aus dem Ackerland wurde nach und nach Bauland. Die landwirtschaftliche Nutzung wurde 1996 vollständig eingestellt.

Von 1925 bis 1971 fuhr im Osten von Gnadental die Linie 1 der Neusser Strassenbahn.

Religion[Bearbeiten]

In Gnadental befindet sich die Pfarrkirche St. Konrad. Die Konsekration erfolgte am 20. April 1958.

Wirtschaft und Kultur[Bearbeiten]

Das heutige Gnadental ist wirtschaftlich eher unbedeutend, aber ein beliebter Wohnstandort, sowohl wegen der guten Verkehrsanbindung als auch wegen des hohen Freizeitwertes. Der Sporthafen Grimlinghausen gehört trotz seines Namens nicht zum Stadtteil Grimlinghausen sondern zu Gnadental. Das Gebiet um den Sporthafen zählt zu zusammen mit dem Stadionviertel den teuersten Wohnlagen in Neuss.

Vereine[Bearbeiten]

Der Stadtteil wird durch ein reiches Vereinsleben geprägt, welches das gesellschaftliche Leben des „grünen Stadtteils Neuss'“ bestimmt. Zu den Vereinen gehören unter anderem der Fußballverein DJK Gnadental sowie der Bürger- und Heimatvereins Neuss-Gnadental e. V.

ÖPNV[Bearbeiten]

Gnadental wird von sieben Buslinien an das Stadtbusnetz von Neuss angeschlossen.

Linie Linienverlauf
841 Handweiser - Neusser Furth -Neuss Hauptbahnhof - Stadthalle - Gnadental - Norf - Rosellen - Rosellerheide
849 Lukaskrankenhaus - Stadionviertel - Neuss Hauptbahnhof - Stadthalle - Gnadental - Erfttal
851 Kaarst - Neusserfurth - Neuss Hauptbahnhof - Stadthalle - Gnadental - Grimlinghausen - Üdesheim
852 Kaarst - Neusserfurth - Neuss Hauptbahnhof - Stadthalle - Gnadental - Grimlinghausen - Norf
854 Vogelsang - Weissenberg - Neuss Hauptbahnhof - Stadthalle - Gnadental - Selikum - Reuschenberg - Weckhoven
874 Rheinparkcenter - Hafen - Stadthalle - Gnadental - Norf - Rosellen - Gohr - Broich - Vanikum
875 Landestheater - Gnadental - Grimlinghausen - Stüttgen - Stürzelberg - Zons - Dormagen Bf

Belege[Bearbeiten]

  1. G. Müller, in: Stadt Neuss (Hrsg.), Das römische Neuss. Stuttgart 1984
  2. Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1989, 300 f.

Weblinks[Bearbeiten]


51.1813888888896.7186111111111Koordinaten: 51° 11′ N, 6° 43′ O