Gnesau

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Gnesau
Wappen von Gnesau
Gnesau (Österreich)
Gnesau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Feldkirchen
Kfz-Kennzeichen: FE
Fläche: 78,57 km²
Koordinaten: 46° 47′ N, 13° 58′ O46.77513.966666666667973Koordinaten: 46° 46′ 30″ N, 13° 58′ 0″ O
Höhe: 973 m ü. A.
Einwohner: 1.094 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 14 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9563
Vorwahl: 0 42 78
Gemeindekennziffer: 2 10 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nr. 77, 9563 Gnesau
Website: www.gnesau.at
Politik
Bürgermeister: Franz Mitter (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(15 Mitglieder)
6 ÖVP, 5 FPK, 4 SPÖ
Lage der Gemeinde Gnesau im Bezirk Feldkirchen
Albeck Feldkirchen Glanegg Gnesau Himmelberg Ossiach Reichenau Sankt Urban Steindorf am Ossiacher See Steuerberg KärntenLage der Gemeinde Gnesau im Bezirk Feldkirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Gnesau ist eine Gemeinde mit 1094 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Feldkirchen in Kärnten.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Gnesau liegt im oberen Gurktal in den Gurktaler Alpen. Der Hauptort liegt in 973 m Seehöhe, der höchstgelegene Punkt des Gemeindegebiets findet sich auf der Lichteben in 1966 m.

Das Gemeindegebiet wird von der Gurk von Nordwest nach Südost durchzogen. Rechts wird sie vom Haidenbach und dem Kirchergrabenbach gespeist, auf der linken Seite vom Görzbach und dem Peiningerbach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Gnesau ist in die vier Katastralgemeinden Gnesau, Gurk, Mitteregg und Zedlitzdorf gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 12 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Bergl (90)
  • Eben (19)
  • Gnesau (420)
  • Görzberg (18)
  • Görzwinkl (17)
  • Gurk (90)
  • Haidenbach (96)
  • Maitratten (48)
  • Mitteregg (1)
  • Sonnleiten (121)
  • Weißenbach (31)
  • Zedlitzdorf (186)
Pfarrkirche in Gnesau
Baukultur Holzstraße
Evangelische Kirche und Pfarrhaus in Weißenbach
Holzmuseum in Weißenbach
Bäuerliche Architektur in Gnesau
Klösterle in Zedlitzdorf
Kramer Bauernhof aus dem 18. Jahrhundert, aufgestellt im Freilichtmuseum Maria Saal

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Reichenau Albeck
Nachbargemeinden Steuerberg
Arriach Himmelberg

Geschichte[Bearbeiten]

Gnesau wurde erstmals 1160 als Gnesov in einer Notiz des Klosters Admont erwähnt, wobei der Name Gnesau die Gegend des gesamten oberen Gurktals bis nach Radenthein im Westen bezeichnete. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren Grund und Boden zum größten Teil Besitz kirchlicher und weltlicher Grundherren.

Bei der Bildung der Gemeinden in Kärnten im Jahr 1850 waren zum Teil relativ große Gebiete zusammengefasst worden, wogegen sich einige Ortschaften auflehnten. Die Katastralgemeinden Gurk und Gnesau (damals zur Gemeinde Himmelberg gehörig) sowie Mitteregg und Zedlitzdorf (zu Reichenau) beantragten daher 1890, zu einer eigenen Gemeinde Gnesau zusammengelegt zu werden, was nach einigen Debatten schließlich 1895 vom Kärntner Landtag auch genehmigt wurde.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Gnesau hat 1.244 Einwohner (2001). 95,7 % der Bevölkerung besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft, unter den Angehörigen anderer Nationen haben die Deutschen mit 1,6 % den größten Anteil. Als Religionszugehörigkeit geben 62,0 % römisch-katholisch und 33,4 % evangelisch an, 3,5 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Gnesau
  • Die Pfarrkirche Hl. Leonhard ist eine romanische Chorturmkirche, die Saalkirche wurde im Kern vor 1213, der Turm im Kern im 14. Jahrhundert errichtet und 1723 durch einen barocken Zwiebelhelm erhöht. Die älteste urkundliche Erwähnung der Kirche stammt aus dem Jahr 1213, 1499 wurde sie erstmals als Pfarre genannt.
    Hauptartikel: Pfarrkirche Gnesau
  • An der Stelle der heutigen Evangelischen Kirche am südöstlichen Ortsausgang wurde ursprünglich 1782, unmittelbar nach dem Toleranzpatent Kaiser Josephs II., ein hölzernes Bethaus errichtet, das 1803 durch ein steinernes Gebäude ersetzt wurde. Die Grundsteinlegung für den heutigen Kirchenbau im neugotischen Stil erfolgte am 29. Juni 1870, er wurde im Jahr darauf durch den Baumeister Antonio Missoni fertiggestellt.[2]
  • Holzmuseum „designerzeit“ (eröffnet im Jahr 2004): Gründer und Betreiber des Museums ist Bruno Marktl, der das Museum in einem mindestens 300 Jahre alten Stadel untergebracht hat, in dem Werkzeuge zur Holzbe- und -verarbeitung, landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Geräte, Exponate wie Haushaltsgeräte von Gestern gezeigt werden. Weiters sind Möbelstücke wie Lehnstühle, Truhen, Tische und Sideboards ausgestellt. Jüngster Bereich sind Kunstwerke von bekannten Malern, als Holzintarsien (z.B. Adele Bloch-Bauer I von Gustav Klimt) nachempfunden sind.
  • Das „Arboretum“ ist ein begehbarer Baumgarten, in dem viele bekannte, aber auch seltene heimische Baumarten besichtigt und studiert werden können, und befindet sich neben dem Kulturhaus in Gnesau. Hier ist auch der Ausgangspunkt bzw. Endpunkt des Gnesauer Holzkulturlehrpafades, welcher für Halbtageswanderungen (zirka 6 km) geeignet ist. Entlang des Weges lernt man anhand von 20 Informationstafeln Wissenswertes über die heimischen Holzarten und deren Einsatzmöglichkeiten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war der größte Teil der berufstätigen Bevölkerung in der Land- und Forstwirtschaft tätig, in den letzten Jahrzehnten gewann auch der Fremdenverkehr an Bedeutung.

Laut Volkszählung 2001 waren 242 von 340 Angestellten in der Sachgütererzeugung tätig, wobei die Holzindustrie - Wald bedeckt 59 % der Gemeindefläche - der größte Arbeitgeber in Gnesau ist. Dabei spielt das europaweit tätige Unternehmen Holz Leeb, einer der größten Hersteller von Balkonen („LEEB Balkone“) weltweit eine wichtige Rolle. Aufgrund der Bedeutung der Forstwirtschaft in der Region schlossen sich im Jahre 1995 neun Gemeinden zur Interessengemeinschaft Kärntner Holzstraße zusammen, der auch Gnesau angehört und die im April 2007 um sieben weitere Gemeinden erweitert wurde.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Gnesau hat 15 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist seit 1991 Franz Mitter (ÖVP).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen von Gnesau hat die Bibel und damit das Glaubensleben in Gnesau zum Inhalt. Die verwechselten Farben spielen dabei auf das Zusammenleben von Katholiken und Protestanten an, von denen Letztere heute ein Drittel der Bevölkerung stellen. Dieser ungewöhnlich hohe Anteil protestantischer Glaubensangehöriger geht auf einen starken Zuspruch zur lutherischen Lehre ab dem 16. Jahrhundert zurück, der sich trotz harter Maßnahmen der Obrigkeit im 17. und 18. Jahrhundert bis heute gehalten hat.

Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet: „Ein von Rot und Silber gespaltener Schild, an der Herzstelle eine Bibel, belegt von einem Kreuz und vier Metallknöpfen in verwechselten Farben.“[3]

Die Fahne ist Weiß-Rot mit eingearbeitetem Wappen.

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Edith Pergelier und Mauricio Pergelier: Historische Orgeln der Diözese Gurk-Klagenfurt, Seiten 9 bis 12; Copyright bei Austro Mechana MP-E37, Klagenfurt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gnesau – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten, S. 212.Anton Schroll, Wien 2001. ISBN 3-7031-0712-X
  3. zitiert nach W. Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 120