Gobero

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Luftaufnahme von Gobero

Gobero ist ein archäologischer Fundort am Westrand der Ténéré-Wüste in Niger. Die Grabung liegt im Gemeindegebiet von Tabelot etwa 180 km östlich von Agadez und 150 km südöstlich des Aïr-Gebirges. 2008 wurden dort durch Archäologen der University of Chicago die ältesten Gräber der Sahara gefunden. Das Alter der rund 200 völlig ungestört erhaltenen Gräber mit Grabbeigaben wurden per Radiokohlenstoffdatierung bestimmt. Sie stammen aus zwei Epochen des Holozäns, die frühere von 7700–6200 v. Chr., die spätere begann nach einer rund 1000-jährigen Unterbrechung um 5200 v. Chr. und dauerte bis 2500 v. Chr.

Die Funde zeigen, dass die heutige Wüste damals eine wasserreiche Seenlandschaft war, die Bewohner der ersten Epoche lebten als weitgehend sesshafte Jäger, Fischer und Sammler. Sie waren ausweislich der Gräber, die an ehemaligen Seeufern gefunden wurden, groß gewachsen und starkknochig. Als Ursache für ihren Rückzug aus der Region wird eine lang andauernde Trockenheit angenommen.

Rund 1000 Jahre später besiedelten kleinere und zierlich gebaute Menschen die Region erneut. Ihre Nahrungsgrundlagen waren das Sammeln von Muscheln, der Fischfang und die Jagd auf Wildtiere der Steppe. Daneben standen Anfänge der Rinderhaltung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul C. Sereno et al.: Lakeside Cemeteries in the Sahara: 5000 Years of Holocene Population and Environmental Change. In: PLoS One. Volume 3, Issue 8, August 2008, e2995 (online: Lakeside Cemeteries in the Sahara).
  •  Elena A. A. Garcea (Hrsg.): Gobero: The No-Return Frontier. Archaeology and Landscape at the Saharo-Sahelian Borderland (= Journal of African Archaeology Monograph Series. Vol. 9). Africa Magna, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-937248-34-9.

17.0833333333339.5166666666667Koordinaten: 17° 5′ 0″ N, 9° 31′ 0″ O