Gobero

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Luftaufnahme von Gobero

Gobero ist ein archäologischer Fundort am Westrand der Ténéré-Wüste in Niger. Die Grabung liegt im Gemeindegebiet von Tabelot etwa 180 km östlich von Agadez und 150 km südöstlich des Aïr-Gebirges. 2000 wurde Gobero von Paläontologen der University of Chicago bei einer Expedition, die eigentlich auf der Suche nach Dinosaurierfossilien war, entdeckt. Archäologen fanden 2005/2006 die ältesten Gräber der Sahara. Das Alter der rund 200 völlig ungestört erhaltenen Gräber mit Grabbeigaben wurde per Radiokohlenstoffdatierung bestimmt. Sie stammen aus zwei Epochen des Holozäns, die frühere von 7700 bis 6200 v. Chr., die spätere begann nach einer rund 1000-jährigen Unterbrechung um 5200 v. Chr. und dauerte bis 2500 v. Chr.

Die Funde zeigen, dass die heutige Wüste damals eine wasserreiche Seenlandschaft war. Die Bewohner der ersten Epoche lebten als weitgehend sesshafte Jäger, Fischer und Sammler. Sie waren ausweislich der Gräber, die an ehemaligen Seeufern gefunden wurden, groß gewachsen und starkknochig. Die Knochen aus der ersten Epoche sind unter der Einwirkung von Wasser versteinert, das heißt, hier hat ein Mineralienaustausch stattgefunden. Aufgrund der Einwirkung des Wassers geht man davon aus, dass der Wasserspiegel zunächst weiter stieg und die lange Siedlungspause dadurch zu erklären ist, dass das gesamte Gebiet jahrhundertelang unter Wasser lag.

Rund 1000 Jahre später nach klimatischer Änderung, Rückgang des Wassers und dadurch erneut entstandenen Seen besiedelten kleinere und zierlicher gebaute Menschen die Region erneut. Ihre Knochen weisen keine Versteinerung auf. Ihre Nahrungsgrundlagen waren das Sammeln von Muscheln, der Fischfang und die Jagd auf Wildtiere der Steppe. Daneben standen Anfänge der Rinderhaltung. Als Ursache für ihren Rückzug aus der Region wird eine lang andauernde Trockenheit mit Austrocknung der Seen angenommen, bis hin zum heutigen Zustand als Wüste.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Die Toten der Sahara, TV-Dokumentation über die Gobero-Grabungen bei arte.tv, abgerufen 8. Juni 2014

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul C. Sereno et al.: Lakeside Cemeteries in the Sahara: 5000 Years of Holocene Population and Environmental Change. In: PLoS One. Bd. 3, Nr. 8, August 2008, e2995 (online: Lakeside Cemeteries in the Sahara).
  •  Elena A. A. Garcea (Hrsg.): Gobero: The No-Return Frontier. Archaeology and Landscape at the Saharo-Sahelian Borderland (= Journal of African Archaeology Monograph Series. Bd. 9). Africa Magna, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-937248-34-9.

17.0833333333339.5166666666667Koordinaten: 17° 5′ 0″ N, 9° 31′ 0″ O