Godefroy Engelmann

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Godefroy Engelmann (oder Gottfried Engelmann; * 17. August 1788 in Mülhausen; † 25. April 1839 ebenda) war ein deutsch-französischer Lithograf.

Leben[Bearbeiten]

Godefroy Engelmann war der Sohn eines Großhändlers aus Mülhausen, aus seiner Familie stammten zwei Bürgermeister dieser Stadt. Er wurde in der französischsprachigen Schweiz, in La Rochelle, Bordeaux und Paris ausgebildet und vervollkommnete seine Kenntnisse der Kunst des Steindrucks 1813/14 in München bei Ferdinand Piloty, Strixner und Johann Baptist Stuntz, ehe er mit einer Lithografenausrüstung in seine Heimat zurückkehrte.

1816 richtete Engelmann, der seit 1809 mit der Tochter eines Kattunfabrikanten aus Mülhausen verheiratet war, in Paris in der Rue Casette 18 eine lithographische Anstalt ein, nachdem die Société d'Encouragement einige seiner 1815 eingeschickten Blätter sehr gelobt hatte. Er produzierte dort, ermutigt etwa durch Pierre Antoine Mongin, vor allem Künstlerlithografien nach Werken von Horace Vernet, Evariste Fragonard und vielen anderen.[1]

Engelmann ließ 1837 sein Verfahren der Chromolithografie patentieren, das es erlaubte, hoch aufgelöste und detaillierte bunte Illustrationen und Plakate zu drucken. Es zeichnete sich gegenüber dem bereits bestehenden Verfahren farbiger Lithografie dadurch aus, daß er das Bild analytisch in die Grundfarben zerlegte und so den Druck theoretisch mit nur vier Platten ausführen konnte.[2] Dennoch wurden auch später Farblithographien mit bis zu 21 Platten gedruckt. Das Verfahren wurde bis in die 1930er Jahre von zahlreichen Verlagen genutzt.[3]

Zu den von Engelmann gedruckten Buchillustrationen gehören die 100 Bilder in Malerische Reise in Brasilien von Johann Moritz Rugendas.[4]


Weblinks[Bearbeiten]

  • Godefroy Engelmann: Traité théorique et pratique de Lithographie. Mulhouse, P. Baret, 1840-1841. (GoogleBooks)
 Commons: Godefroy Engelmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wilhelm Weber, Saxa Loquuntur. Steine Reden. Geschichte der Lithographie, Impuls Verlag Hein Moos, Heidelberg und Berlin 1961, S. 59–62
  2. Wilhelm Weber, Saxa Loquuntur. Steine Reden. Geschichte der Lithographie, Impuls Verlag Hein Moos, Heidelberg und Berlin 1961, S. 91–96
  3. http://www.bbk-bergischland.de/litho/start.htm
  4. http://www.johann-moritz-rugendas.com/d/index.shtml