Godin Tepe

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34.51666666666748.066666666667Koordinaten: 34° 31′ 0″ N, 48° 4′ 0″ O

Reliefkarte: Iran
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Godin Tepe
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Iran

Godin Tepe (persisch ‏گودین تپه‎) ist eine prähistorische Siedlung im westlichen Zentraliran. Sie wurde in den 1970ern durch eine amerikanische Expedition unter Theodore Cuyler Young Jr. ausgegraben, der bereits 1961 bei der Erforschung Dalmā Tepes mitverantwortlich war.

Die Stätte erhebt sich 32 Meter über das Umland im Tal von Kangavar und liegt ungefähr zwischen den Städten Kermānschāh und Hamadan. Der nördliche Teil der Anlage scheint über Jahrhunderte durch den Fluss Chorramrud erodiert worden zu sein, so dass die heute etwa 15 Hektar große Stätte ursprünglich 20 Hektar umschloss. Es lassen sich insgesamt elf Siedlungsschichten unterscheiden. Die Schicht VI bis XI wurden dabei nicht so gut untersucht wie die restlichen Siedlungsschichten.

Die Bedeutung der Siedlung dürfte unter anderem darin gelegen haben, dass sie den Lapislazuli-Handel zwischen Badachschan (Afghanistan) und dem Tiefland kontrollierte. Young hält es für möglich, dass sich hier kurzfristig ein susanischer Handelsposten befand.

Schicht V[Bearbeiten]

Schicht V wurde durch die Ausgrabungen von 1973 in einem Tiefschnitt in der oberen Zitadelle auf einer Fläche von 550 m² erfasst. Sie datiert zwischen 3500 und 3200 v. Chr.

Die ältere Schicht VI (der transkaukasischen Yanik-Kultur) geht ohne Hiatus in Schicht V über. Am Ende der Schicht V gibt es dagegen eine klare Siedlungslücke. Es gibt einige Anzeichen von Bränden, so war das Dach von Raum 22 verbrannt. Die Häuser waren generell gut erhalten und enthielten teilweise ganze Gefäße, Kleinfunde sind insgesamt häufig, aber wertvolle Metallobjekte fehlen. All das spricht dafür, dass die Siedlung rasch, aber geordnet aufgegeben wurde.

Keramik[Bearbeiten]

Die Keramik der Schicht V zeigt teilweise Uruk-Einflüsse, wie Töpfe mit Vierösenknubben, Gefäße mit Schnurornamenten auf der Schulter und Gefäße mit cremefarbenem Überzug, die Parallelen in Susa (Akropolis, Schicht 17), Uruk (Eanna IV) und Nippur (Inanna Schicht 19) finden. Die typischen hohen Dschemdet-Nasr-Vorratsgefäße, wie sie aus Nippur (Inanna, Schicht 14–12) bekannt sind und Blumentöpfe (bevelled rim bowls, Uruk Eanna IV) fehlen allerdings.

Daneben gibt es eine einheimische Keramik, die sich bruchlos bis in die Schicht VI fortsetzt.

Rollsiegel[Bearbeiten]

In Schicht V wurden 13 Rollsiegel-Abdrücke und zwei Rollsiegel gefunden. Sie wurden scheinbar teilweise vor Ort hergestellt, wie der Fund eines ungeschnittenen Siegelzylinders belegt. Die Abdrücke haben Parallelen in Uruk (Schicht V-IV), in Chusistan und in Susa (Schichten Cc-Da). Sie wurden teilweise mit runden Bohrungen verziert. Als Rohmaterial diente Speckstein (Steatit), der teilweise wärmebehandelt (tempering) wurde.

Tontafeln[Bearbeiten]

In Schicht V wurden 43 Tontafeln gefunden, von denen 27 einigermaßen vollständig sind. Sie enthielten vor allem Zahlenzeichen, wie sie auch aus Hafaǧi, Tell-i-Ghazir (proto-elamitische Schichten), Habuba Kabira (späte Uruk-Zeit), Tappe Sialk IV1, Tschogha Misch, Uruk und Susa (Akropolis, Schicht 17) bekannt sind.

Literatur[Bearbeiten]

  • Harvey Weiss, Theodore Cuyler Young Jr.: The Merchants of Susa. Iran. 1976, 1–16
  • T. Cuyler Young, Jr.: Godin Tepe. In: Ehsan Yarshater (Hrsg.): Encyclopædia Iranica, Band 11(1), Abs. 024, Stand: 15. Dezember 2001, eingesehen am 7. Oktober 2012 (englisch, inkl. Literaturangaben)