Godziszewo

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Godziszewo (deutsch Gardschau) ist ein Dorf im Powiat Starogardzki der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es gehört zur Gmina (Gemeinde) Skarszewy.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Godziszewo liegt in Westpreußen, etwa acht Kilometer nordöstlich von Skarszewy (Schöneck in Westpreußen), 15 Kilometer nördlich von Starogard Gdański (Preußisch Stargard) und 32 Kilometer südlich von Danzig (Gdansk).

Geschichte[Bearbeiten]

Godziszewo (seinerzeit Garczau) südlich von Danzig (im Bild rechts, durch Anklicken vergrößerbar), nordöstlich von Schöneck in Westpreußen und nördlich von Preußisch Stargard auf einer Landkarte von 1910.

Godziszewo (ursprünglich Godesewe, dann Gotzow, später Godczau, Garczau und Gartschau) ist ein altes Kirchdorf in der Region der historischen preußischen Provinz Westpreußen. Das Dorf hatte zum Deutschordensgebiet gehört. Während des Preußischen Städtekriegs wurde es im Zeitraum 1454 bis 1457 mehrfach geplündert.

Im Jahr 1258 schenkt Johann von Weißenburg, ein Ritter aus dem Gefolge Sambors II., das Dorf nebst 50 Hufen in Mahlenyno dem Kloster Pelplin. 1301 geht es in den Besitz des Bischofs von Leslau über. Am 17. Mai 1336 schenkt dieser es dem an der Warthe in der Woiwodschaft Kalisch gelegenen Zisterzienserklosters Ląd, das unmittelbar dem Erzbistum Gnesen unterstand. Diese Zugehörigkeit von Gardschau soll später in einer Bulle des Papstes Kalixt III. (1378–1458) aus dem Jahr 1457 bestätigt worden sein.[1] In einer anderen Urkunde soll Zbigniew Oleśnicki (~1430–1493), der ein Neffe des Kardinals Zbigniew Oleśnicki (1389–1455) war und der im Zeitraum 1473–1480 das Amt des Bischofs von Kujawien ausübte, diese Zugehörigkeit Gardschaus ebenfalls bestätigt haben.[1]

Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde Gardschau 1636 und nochmals 1657 von Truppen des schwedischen Königs Gustaf Adolf ausgeraubt und verheert. Dabei wurde auch die Familiengruft der Familie von der Linde in der Dorfkirche nicht verschont.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste Deutschland im Rahmen des sogenannten Vertrags von Versailles das Dorf, das im Bereich des Polnischen Korridors liegt, an Polen abtreten. 1839 wurde die Ortschaft von deutschen Truppen besetzt, seit Ende des Zweiten Weltkriegs liegt sie wieder auf polnischem Staatsgebiet.

Im Jahr 2008 hatte Godziszewo 518 Einwohner.

Kirchspiel[Bearbeiten]

Gardschau hatte eine katholische Kirche. Die Namen einiger Seelsorger, die vor Mitte des 19. Jahrhunderts in der Kirche von Gardschau predigten, sind aus Chroniken bekannt.[1]

Prediger
  • Caspar Długoß 30. Januar 1636 – November 1636
  • Pater Georg 1636–1637
  • Anton Libaber 1743–1754 und 1763–1772
  • Waller, um 1853

Söhne und Töchter des Orts[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Stadie: Der landrätliche Kreis Stargard in Westpreußen in historischer Beziehung von den ältesten Zeiten bis jetzt. Teil II: Historische Notizen über die einzelnen Ortschaften des Kreises. In: Preußische Provinzial-Blätter. Band 72, Königsberg 1869, S. 289–314 und S. 699-726, insbesondere S. 301–302.
  • Ernst Strehlke: Die Gardschauer Chronik. In: Preußische Provinzial-Blätter. Band V (Jahrgang 1854, Januar – Juni), Königsberg 1854, S. 179–192.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b c Ernst Strehlke: Die Gardschauer Chronik. In: Preußische Provinzial-Blätter. Band V (Jahrgang 1854, Januar – Juni), Königsberg 1854, S. 179–192.