Goetheturm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Goetheturm in Frankfurt am Main

Der Goetheturm ist ein vollständig aus Holz gebauter, 43 Meter hoher Aussichtsturm am nördlichen Rand des Frankfurter Stadtwaldes in Frankfurt-Sachsenhausen (Sachsenhäuser Landwehrweg). Er hat 196 Stufen und war bis 1999 der höchste öffentlich zugängliche Holzbau Deutschlands.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits seit 1867 stand an gleicher Stelle ein damals 22 Meter hoher Holzturm. Der ursprüngliche Turm musste nach dem Ersten Weltkrieg wegen Baufälligkeit abgerissen werden.

Der neue Goetheturm wurde 1931 aufgebaut, wofür der jüdische Kaufmann und Kommerzienrat Gustav Gerst 28.000 Reichsmark stiftete. Die Stadt stellte das vom damaligen Oberforstmeister Jacobi ausgesuchte Bauholz, insgesamt etwa 340 m³ Kiefern-, Buchen- und Eichenholz, zur Verfügung. Die feierliche Eröffnung fand im November 1931 statt – kurz vor Beginn des Goethejahres 1932 anlässlich des 100. Todestages Goethes. Heute hat man durch den Baumbewuchs einen Blick auf die südöstlichen Vororte Frankfurts.

Von 1981 bis 1982 wurde der Turm aufwendig renoviert. Zur Wiedereröffnung wurde am Samstag, dem 8. Mai 1982 ein Fest ausgerichtet. Seither findet das Goetheturmfest des Vereinsrings Sachsenhausen e. V. und der ihm angeschlossenen Vereine einmal jährlich am Fuße des Turms statt. Termin ist immer der erste Samstag im Mai.

Unweit des Turmes liegt seit 2000 eine nachgebildete Dorische Säule mit der Inschrift Arkadien, ein Königreich in Spartas Nachbarschaft, ein Kunstwerk des schottischen Künstlers Ian Hamilton Finlay.[1] Das Denkmal entstand im Rahmen des Verschönerungsprojektes "Goethe-Turm".

Nutzung[Bearbeiten]

Bis heute ist der Goetheturm ein beliebtes Ausflugsziel, das insbesondere von Familien aufgesucht wird, da am Fuß des Turms ein großer Kinderspielplatz sowie ein Gartenlokal angelegt wurden. Der Goetheturm ist von April bis September täglich von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Der Turm ist von 2010 bis 2014 grundsaniert worden und seit dem 11. April 2014 wieder öffentlich zugänglich.

Der Goetheturm dient als Aussichtsturm, sowie als Sendeturm für den Mobilfunk. Außerdem diente er als Fernsehumsetzer (Kanal E47). Im Jahr 2007 war er nach dem Funkturm Rottenbuch (60 Meter ohne Antennen), dem Jahrtausendturm in Magdeburg (60 Meter), den Zwillingstürmen des Antennenmessplatzes Brück (54 Meter) und dem Aussichtsturm Blumenthal (45 Meter) das fünfthöchste Holzbauwerk Deutschlands.

Waldspielpark Goetheturm[Bearbeiten]

Am Fuße des Goetheturms wurde der 3 Hektar große Spielpark Goetheturm angelegt. Der Waldspielpark mit Riesenrutsche und Planschbecken ist ganz auf Kinder abgestimmt. Das Planschbecken ist ab einer Außentemperatur von mindestens 22 °C in Betrieb. 2006 wurde im Waldspielpark der Irrgarten mit GrünGürtel-Tieren angelegt.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Goetheturm ist durch die Buslinie 48, Haltestelle Goetheturm, mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Die Haltestellen Hainer Weg und Sachsenhäuser Warte der Buslinien 30, 36, OF-50 und 653 sind über einen kurzen Fußweg erreichbar. Für den motorisierten Individualverkehr steht ein großer Parkplatz am Sachsenhäuser Landwehrweg zur Verfügung.

Bilder[Bearbeiten]

Panoramaansicht vom Goetheturm über Frankfurt und Umgebung (2010)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kunst im öffentlichen Raum – Goetheruh. Website des Kulturamtes der Stadt Frankfurt am Main. Abgerufen am 16. Januar 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Goetheturm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.0888888888898.7111111111111Koordinaten: 50° 5′ 20″ N, 8° 42′ 40″ O