Gogolin

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Gogolin (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gogolin
POL Gogolin COA.svg
Gogolin (Polen)
Gogolin
Gogolin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Opole
Landkreis: Krapkowice
Fläche: 20,35 km²
Geographische Lage: 50° 30′ N, 18° 1′ O50.49166666666718.022222222222Koordinaten: 50° 29′ 30″ N, 18° 1′ 20″ O
Höhe: 175 m n.p.m
Einwohner: 6538
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 47-320
Telefonvorwahl: (+48) 77
Wirtschaft und Verkehr
Straße: A4 BreslauKrakau
Nächster int. Flughafen: Flughafen Katowice
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Fläche: 100,51 km²
Einwohner: 12.467
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 124 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1605013
Verwaltung (Stand: 2012)
Bürgermeister: Joachim Wojtala
Adresse: ul. Krapkowicka 6
47-320 Gogolin
Webpräsenz: www.gogolin.pl

Gogolin [gɔ'gɔlin] ist eine oberschlesische Kleinstadt mit 6.000 Einwohnern im Powiat Krapkowicki in der Woiwodschaft Oppeln in Polen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Gogolin liegt rund 20 Kilometer südöstlich von Opole unmittelbar nordwestlich der Stadt Krapkowice (deutsch Krappitz), die an der Mündung des Flusses Osobłoga in die Oder liegt. Durch Gogolin verlaufen die polnische Autobahn 4 sowie die Verbindungsstraße 409, die nach Groß Strehlitz führt.

Geschichte[Bearbeiten]

Evangelische Kirche

Gogolin wurde erstmals 1223 urkundlich erwähnt. Bis zur Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert war Gogolin eine kleine landwirtschaftliche Siedlung. Mit dem Bau einer Eisenbahnstrecke von Breslau ins Oberschlesische Industriegebiet wurde die Expansion einer bereits zuvor gegründeten Kalkbrennerei ermöglicht, der später zahlreiche Ring-Kalköfen angehörten. Die Kalk- und Zementvorkommen Gogolins waren bedeutend. Auch das Bierbrauhandwerk entwickelte sich in Gogolin. Im Jahre 1905 wurde ein Gaswerk errichtet und eine Straßenbeleuchtung aufgebaut. Nach dem Ersten Weltkrieg erlangte Gogolin auch Bekanntheit als Handelsort für Schrauben und Wein, weshalb hier auch Winzerfeste bis Ende des Zweiten Weltkriegs veranstaltet wurden. Von 1899 bis 1901 wurde die katholische Herz-Jesu-Kirche errichtet, die zunächst Filiale des alten Pfarrortes Ottmuth und später eigenständige Parochie wurde. Im Jahre 1908 folgte der Bau der evangelischen Kirche.

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien, die besonders in Gogolin und Umgebung von blutigen Aufständen begleitet wurde, wurden in Gogolin 1262 Stimmen (56,9 %) für den Verbleib bei Deutschland abgegeben, 955 Stimmen waren für den Anschluss an Polen. Folglich verblieb das Dorf in der Weimarer Republik.[2]

1930 wurde das Rathaus im Heimatschutzstil errichtet. Von den großangelegten Ortsumbenennungen der Nationalsozialisten blieb Gogolin verschont, auch wenn der Ortsname slawischen Ursprungs ist.

Nach den Beschlüssen des Potsdamer Abkommens vom 2. August 1945 wurde Gogolin mit dem Gebiet östlich der Oder-Neiße Linie Polen zugesprochen. 1958 wurden Strzebniów und Karłubiec eingemeindet. Das Stadtrecht erhielt Gogolin im Jahre 1967.

Laut der letzten Volkszählung in Polen von 2002 gehören 17,0% der Gemeindebevölkerung der deutschen Minderheit an, weitere 8,6% bezeichneten sich als Schlesier und 1952 Personen (15,8%) machten keine Angaben zu ihrer Nationalität.[3] Am 30. April 2010 wurden in der Gemeinde zusätzlich amtliche deutsche Ortsnamen eingeführt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen von Gogolin (inkl. Gutsbezirk):[4]

Jahr Einwohner
1783 312
1830 515
1844 790
1855 1.362
1861 1.533
1885 2.789
1900 3.218
Jahr Einwohner
1910 3.280
1933 4.132
1939 5.073
1980 6.000
1995 6.635
2000 6.383
2005 6.045

Politik[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Gogolin umfasst eine Fläche von 100,51 km² mit insgesamt 11.939 Einwohner (2005) in den Dörfern

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Wegweiser zu den Partnerstädten in Gogolin

Karolinka-Lied[Bearbeiten]

Karolinka-und-Karlik-Denkmal

Gogolin ist heute in Polen als Karolinka-Stadt bekannt. In dem schlesischen Volkslied Poszła Karolinka do Gogolina, geht es um Karolinka, die in Gogolin ihr Lebensglück finden will. Ihr bisheriger Freund Karlik versucht vergeblich, sie zur Rückkehr zu bewegen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Paul Tkotsch (* 29. Juni 1895; † 14. Mai 1963) – kath. Weihbischof im Bistum Berlin
  • Klaus Sojka (* 10. November 1926; † 8. September 2009) – deutscher Jurist und Politiker der DVU
  • Christian Werner (* 1943) – kath. Militärordinarius von Österreich, Titularbischof
  • Henryk Kroll (* 1949) – Abgeordneter des Sejm der deutschen Minderheit

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dr. Manfred Gabor: Über Gogolin. Gestern und Heute. In: Krappitzer Heimatblatt. Nr. 184/Ostern 2006. Alois Bialek (Hrsg.), S. 23–24

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gogolin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 24. Dezember 2014.
  2. Vgl. Ergebnisse der Volksabstimmung abger. am 18. Februar 2010
  3. Vgl. Polnisches Haupt-Statistikamt (GUS)
  4. Quellen der Einwohnerzahlen:
    Quellen der Einwohnerzahlen:1784: [1] – 1830: [2] – 1844: [3] – 1855, 1861: [4] – 1885: [5] - 1900: [6] - 1910: [7] – 1933, 1939: [8] – 1995, 2000, 2005: [9]