Gojira (Band)

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Gojira
Gojira.svg
Gojira auf dem Tuska Open Air Metal Festival 2006
Gojira auf dem Tuska Open Air Metal Festival 2006
Allgemeine Informationen
Genre(s) Death Metal, Groove Metal, Technical Death Metal, Progressive Metal
Gründung 1996 als Godzilla
Website http://www.gojira-music.com/
Aktuelle Besetzung
Joseph "Joe" Duplantier
Gitarre
Christian Andreu
Mario Duplantier
Jean Michel Labadie
Gastmusiker
Gesang
Randy Blythe

Gojira (ehemals „Godzilla“) ist eine französische Death-Metal-Band. Die Band wurde 1996 in der Stadt Bayonne gegründet.[1]

Der Name stammt vom japanischen Originaltitel des 1950er-Jahre-Films Godzilla (jap. ゴジラ Gojira). Gojiras Texte haben meist die Erde und Umwelt zum Inhalt und sind spirituell geprägt.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Band wurde im Jahr 1996 von Sänger und Gitarrist Joseph Duplantier, seinem Bruder Mario Duplantier, der das Schlagzeug spielt, Gitarrist Christian Andreu und Bassist Jean Michel Labadie gegründet. Unter dem Namen „Godzilla“ spielten sie einige Demos ein und änderten anschließend ihren Namen in „Gojira“. Im Jahr 2001 wurde unter dem Underground-Label Gabriel Edition ihr Debütalbum Terra Incognita (lat. für unbekanntes Land) veröffentlicht.

Nachdem im Jahr 2003 ihr zweites Album The Link (engl. für Die Verbindung) erschien, wurden diverse Konzerte aufgenommen und im Rahmen einer DVD mit dem Namen The Link Alive veröffentlicht. Diese beiden Publikationen brachten ihnen einen Plattenvertrag mit dem französischen Label Listenable Records ein, welches ihr drittes Album From Mars to Sirius (engl. für Vom Mars zum Sirius) in Europa auf den Markt brachten. Die guten Kritiken der internationalen Fachpresse ebneten den Weg zu einem Vertrag mit dem US-amerikanischen Label Prosthetic Records, die ihr Album 2006 in Nordamerika erneut veröffentlichten. Im November desselben Jahres nahm Gojira an der US-Tour der finnischen Band Children of Bodom teil und spielte somit gemeinsam mit Amon Amarth und Sanctity.[3] Im Frühjahr 2007 spielte die Band als Vorband für Lamb of God gemeinsam mit Trivium, Annihilator und Sanctity.[4] Am Ende des Jahres tourte Gojira außerdem mit Behemoth und Job for a Cowboy.[5]

Anfang 2008 stieg Joseph Duplantier in die brasilianische Band Cavalera Conspiracy ein und wirkte auf ihrem ersten Album Inflicted als Bassist mit. Gojiras viertes Studioalbum The Way of All Flesh (engl. für Der Weg allen Fleisches) wurde am 10. Oktober 2008 veröffentlicht. Als Gastmusiker wirkte der Lamb of God-Sänger Randy Blythe mit.[6] Über das aktuelle Album sagt Sänger Duplantier:

“This album is also a ‘requiem’ for our planet. […] We don't want to be negative or cynical about the fate of humanity, but the situation on Earth is growing critical, and the way humans behave is so catastrophic that we really need to express our exasperation about it. It's not fear, but anger. But we still believe that consciousness can make a difference and that we can change things as human beings.”

„Dieses Album ist auch ein Requiem für unseren Planeten. Wir wollen weder negativ noch zynisch über das Schicksal der Menschheit erscheinen, aber die Situation auf der Erde wird kritisch, und wie sich die Menschen benehmen ist so katastrophal, dass wir unseren Frust äußern müssen. Es handelt sich nicht um Angst, sondern um Wut. Aber wir glauben noch immer, dass das Bewusstsein einen Unterschied machen kann und dass wir Dinge als Menschen ändern können.“

Joseph Duplantier[1]

Ab Herbst 2008 spielte Gojira gemeinsam mit Sonic Syndicate als Vorband für In Flames auf ihrer Europa- und US-Tournee.[7] Im Frühjahr 2009 schloss sich die erste Headliner-Tour der Bandgeschichte an.

Im Jahr 2010 arbeiteten sie erstmals mit der Band Apocalyptica zusammen, woraufhin das Lied "Bring them to light" produziert wurde.

Stil[Bearbeiten]

Gojira verwenden in ihrer Musik eine große Bandbreite von Stilen,[8] dabei spielen insbesondere Death Metal/Technical Death Metal,[9] Thrash Metal,[10] Progressive Metal[11] und Groove Metal eine große Rolle. Sie werden daher gelegentlich mit Bands wie Meshuggah, Mastodon, Sepultura, Neurosis oder Morbid Angel verglichen.[10][11][12][13] Musikalische Einflüsse von Gojira liegen bei verschiedenen Bands wie Death, Morbid Angel, Meshuggah, Metallica, Tool und Neurosis.[13][14]

Die Band spielt einen technisch ausgefeilten, rhythmischen Metal-Stil mit präzisem Drumming, ungewöhnlichen Rhythmen, abgehackten „Start-Stop-Riffs“ und Breakdowns. Sie sind außerdem bekannt für die Verwendung von stimmungsvollen Elementen und Instrumental-Einlagen in ihrer Musik.[15] [10][11]

Die Musik von Gojira zeichnet sich durch progressive, ungewöhnliche Songstrukturen aus, und ist frei vom oft in der populären Musik verwendeten Aufbau „Strophe – Refrain – Strophe“.[15] Der Gesangsstil bewegt sich im Rahmen von Hardcore-typischen Shouts und Death-Metal-typischem Growling.[11] Häufig werden Growls und klarer Gesang zusammengemischt, um einen aggressiv wirkenden, aber dennoch melodischen Effekt zu erzielen.[8][13]

Die Bandmitglieder wuchsen in Bayonne auf, einer Stadt an der französischen Westküste. Die dortige malerische Landschaft und die felsige Küste veranlasste sie, sich mit der Natur und der Erde zu befassen, und stellt so einen großen Einfluss für die Thematik dar, die Gojira in ihrer Musik zum Ausdruck bringen. Die Songtexte der Band befassen sich mit Spiritualität und Aspekten des Umweltschutzes.[16]

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Gojira betreiben eine Kooperation mit der Umweltorganisation Sea Shepherd zum Schutze der bedrohten Meerestiere, insbesondere von Delfinen, Walen und Haien. Auf Gojira-Konzerten betreiben Mitglieder von Sea Shepherd Merchandise-Stände. Außerdem arbeitet die Band zusammen mit anderen namhaften Musikern aus der Metal-Szene wie z. B. Devin Townsend, Max Cavalera und Fredrik Thordendal an einem Musikprojekt, dessen Erlöse der Organisation zugutekommen sollen.[17]

Diskografie[Bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
From Mars to Sirius
  FR 44 01.10.2005 (3 Wo.) [18]
The Way of All Flesh
  FR 28 11.10.2008 (5 Wo.) [18]
  US 138 01.11.2008 (1 Wo.) [19]
L'Enfant sauvage
  DE 44 06.07.2012 (… Wo.)
  AT 64 06.07.2012 (… Wo.)
  CH 23 08.07.2012 (… Wo.)
  FR 11 30.06.2012 (6 Wo.) [18]
  UK 53 07.07.2012 (… Wo.)
  US 34 14.07.2012 (… Wo.)
DVDs
The Link Alive
  FR 174 30.04.2005 (1 Wo.) [18]
[18] [19]

Alben[Bearbeiten]

  • 2001: Terra Incognita
  • 2003: The Link
  • 2005: From Mars to Sirius
  • 2008: The Way of All Flesh
  • 2012: L'Enfant sauvage

EPs[Bearbeiten]

  • 2003: Maciste All Inferno

Demos[Bearbeiten]

  • 1996: Victim
  • 1998: Possessed
  • 1999: Saturate
  • 2000: Wisdom Comes

Videografie[Bearbeiten]

  • 2004: The Link Alive
  • 2012: The Flesh Alive

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gojira – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b prostheticrecords.com: Biografie, verfügbar über das Internet Archive
  2. myspace.com: Lucy Williams - Biography, zugegriffen am 22. Oktober 2008
  3. blabbermouth.net: „CHILDREN OF BODOM, AMON AMARTH: More North American Tour Dates Announced“ - Sep. 19, 2006, zugegriffen am 22. Oktober 2008
  4. blabbermouth.net: „GOJIRA And SANCTITY Added To TRIVIUM's European Tour“ - Feb. 5, 2007, zugegriffen am 22. Oktober 2008
  5. blabbermouth.net: „GOJIRA: New Performance Footage Posted Online“ - Nov. 25, 2007, zugegriffen am 22. Oktober 2008
  6. vampster.com: „GOJIRA: Gastauftritt des LAMB OF GOD-Sängers für das neue Album ´The Way Of All Flesh´“ (vom 14. Juli 2008), zugegriffen am 22. Oktober 2008
  7. metal-hammer.de: Die Tour des Monats, zugegriffen am 22. Oktober 2008
  8. a b Simon Milburn: From Mars to Sirius review. Abgerufen am 20. April 2008.
  9. Raziqa Rauf, Gojira: joint heaviest matter in the UK, Drowned in Sound, Zugriff am 4. Dezember 2008.
  10. a b c d Wesley: The Link review. Abgerufen am 12. April 2008.
  11. Pyromusic.net From Mars to Sirius review
  12. a b c Chad Bowar: From Mars to Sirius review. Abgerufen am 14. März 2008.
  13. Gojira entry. Abgerufen am 14. März 2008: „Morbid Angel, Metallica, Tool, Meshuggah, Neurosis, Death“
  14. Lucy Williams: Gojira Biography. Abgerufen am 4. Mai 2008.
  15. entertaim.net - Dennis Rowehl: Gojira Interview. Abgerufen am 21. April 2013.
  16. a b c d e lescharts.com: Gojira in den französischen Charts, zugegriffen am 3. März 2009
  17. a b billboard.com: Gojira in den US-amerikanischen Charts, zugegriffen am 9. Juli 2011