Gold (2013)

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Filmdaten
Originaltitel Gold
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2013
Länge 101 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Thomas Arslan
Drehbuch Thomas Arslan
Produktion Florian Koerner von Gustorf
Michael Weber
Musik Dylan Carlson
Kamera Patrick Orth
Schnitt Bettina Böhler
Besetzung

Gold ist ein deutscher Spielfilm des Regisseurs Thomas Arslan aus dem Jahr 2013. Der Western handelt von deutschstämmigen Goldsuchern, die 1898 vom Klondike-Goldrausch profitieren und ein besseres Leben für sich oder ihre Familie verwirklichen wollen. Ihre Reise durch kaum erforschte, weite Landschaften gerät entbehrungsreicher und gefährlicher als erwartet. Premiere war an der Berlinale 2013.

Handlung[Bearbeiten]

Emily Meyer, eine deutsche Amerika-Einwanderin, schließt sich im Sommer 1898 einer Gruppe Goldsucher an, die vom Süden Kanadas aus über 2500 Kilometer zu den Goldfeldern beim Klondike gelangen wollen. Organisiert und als sicher und strapazenarm angepriesen wird die Reise von Wilhelm Laser, der von den Teilnehmern Geld einzieht. Mit dabei sind der angestellte Packer und Pferdeknecht Böhmer, der Journalist und Fotograf Müller, der Familienvater Rossmann und das Ehepaar Dietz.

Nach einiger Zeit wird offenkundig, dass Laser den Weg gar nicht kennt. Als er in der Nacht erwischt wird, wie er sich mit dem Geld von der Gruppe hat absetzen wollen, beschließt die Mehrheit, ihn am nächsten Morgen zu hängen. Meyer bindet ihn los und lässt ihn entkommen; Böhmer, der ihr zugeneigt ist, beobachtet dies, ohne es den anderen zu verraten. Der Treck verliert einen Wagen durch Speichenbruch, ein Pferd krepiert, und Herr Dietz verletzt sich dabei am Arm. Beim Zwischenhalt in der nächsten größeren Siedlung bleibt das Ehepaar Dietz auf Nachdruck der Frau zurück. Für die anderen ist die Aussicht auf Goldfunde noch immer Anreiz genug, die Warnungen lokaler Siedler in den Wind zu schlagen und weiterzuziehen. In der Wildnis tritt Müller in eine Bärenfalle, doch die von seinen Reisegefährten durchgeführte Beinamputation kann ihn nicht retten. Nachdem Rossmann verrückt geworden ist und nackt in den Wald läuft, ohne wieder aufzutauchen, sind Meyer und Böhmer allein. Nur zaghaft geht Meyer auf die Avancen Böhmers ein, der ihr gesteht, einst jemanden getötet zu haben, als er Vieh hütete. Sie erzählt von ihrer Arbeit als Dienstmädchen in Chicago und ihrer glücklosen, geschiedenen Ehe. Im nächsten Dorf, das sie nur mit Hilfe eines Indianers erreichen, legen sie einen längere Pause ein, um Kräfte zu sammeln. Doch es kommen zwei Kopfgeldjäger, die Böhmer verfolgt haben und ihn töten. Einer stirbt zuvor durch Böhmers Kugel, den anderen erschießt Meyer. Sie verabschiedet sich an Böhmers Grab von ihrer Liebschaft und zieht allein weiter.

Herstellung und Veröffentlichung[Bearbeiten]

Thomas Arslan studierte in kanadischen und amerikanischen Bibliotheken zahlreiche Berichte und Tagebücher von Teilnehmern des Goldrauschs. Die Tagebücher sind meist zu Beginn sehr ausführlich, bis die Energie der Verfasser nachließ und sie nur noch minimale Einträge vornahmen. Dabei stieß er auf Erwähnungen einer Gruppe deutscher Goldsucher. Die zahlenmäßig bedeutende deutsche Auswanderung im 19. Jahrhundert spiele in der heutigen deutschen Geschichtsschreibung aber kaum eine Rolle.[2] Die Dreharbeiten fanden vom 14. August 2012 bis zum 29. September 2012 in Kanada statt.[3] Nach der Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2013 im Februar 2013 kam der Film bereits am 24. Juli 2013 in die französischen Kinos, bevor er am 15. August 2013[4] in Deutschland anlief. Die Kinoversion ist 13 Minuten kürzer als die an der Berlinale gezeigte Fassung.[5]

Kritiken[Bearbeiten]

In epd Film lobte Anke Sterneborg, Hoss spiele die Pionierin glaubwürdig, unaufgeregt wie die Einzelgänger des amerikanischen Westerns und dennoch „ganz und gar deutsch“. Für diesen Film sei entscheidend, „dass er den amerikanischen Mythen nicht hinterherhecheln muss, weil er seine amerikanische Geschichte von vornherein aus historisch verbriefter deutscher Perspektive erzählt.“ Er zeige „atemberaubende Bilder“ und vermittle durch Bewegungen, Gesten und Details vieles über die Figuren und das Land.[6]

Der Cinema-Rezensent Ralf Blau war überzeugt, Arslan habe es mit dem vorhersehbaren Handlungsverlauf nicht auf Spannung abgesehen, vielmehr sei ihm das Vorhaben, das Sichtbarmachen des Gefühls, in der endlosen Landschaft kaum voranzukommen, „mit beeindruckender Konsequenz gelungen.“[5]

In der Zeit urteilte Carolin Ströbele: „Es ist gut, wenn jemand aufbricht, um etwas Neues zu wagen.“ Erstmals befänden sich Arslans Figuren nicht in einem Wartezustand, sondern bewegten sich auf ein Ziel zu. Seine erzählerische Stärke, Emotionen spürbar zu machen, ohne sie zu visualisieren und so Spannung zu schaffen, funktioniere in Gold nicht. Zu vorhersehbar sei das schon tausendfach erzählte Genre, und den Figuren fehle eine psychische Entwicklung. „Arslan ist mit diesem Film kein Aufbruch gelungen.“[7]

Daniel Sander von Spiegel Online meinte, zwar sei ein Western aus deutscher Sicht „eigentlich eine interessante Idee“, doch Berliner Schule und Western passten nicht zusammen. Arslan meide schöne Landschaftsaufnahmen und versuche mit Erfolg „die zermürbende Ödnis einer beschwerlichen Reise für den Zuschauer erlebbar machen“. Zudem ärgere es, dass „wirklich jedes Klischee abgearbeitet wird, das es irgendwann mal in einen John-Wayne-Film geschafft hat.“ An der Berlinale hätten die Kritiker gelacht über den Film, der ein Western sein wolle.[8]

An Arslans Films würden falsche Erwartungen gerichtet, erklärte Birgit Golombitza von der taz, er „musste einiges an Kritik, an Häme und noch viel mehr an Missverständnissen aushalten.“ Er gehe durch die genretypischen Elemente und die Kamera „tut die meiste Zeit so, als sehe das Kinoauge das alles zum ersten Mal.“ Sie orientiere sich an der zeitgenössischen Landschaftsfotografie, was die Bilder „so naturalistisch und physisch“ mache. Arslan nehme das Western-Genre ernst. „Dabei erlernt er die Regeln des Cowboyfilms nicht nur, sondern erfindet und versteht sie auch neu. Als Genre-Greenhorn gelingt es ihm vielleicht umso überzeugender, etwas vom Ureigentlichen dieser Filmgattung zu erzählen. Nämlich von Migration, Anpassung und Isolation.“ Insgesamt habe Arslan „mit Gold dem deutschen Film einen weltweitenden Blick geschenkt.“[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, 20. Juni 2013, abgerufen am 4. August 2013 (PDF; 34 kB, Prüf-Nr.: 139 473 K): „Freigegeben ab 12 (zwölf) Jahren“
  2. Thomas Arslan im DVD-Beiheft, S.
  3. Gold (2012-2013). In: Projekte. crew united, abgerufen am 4. August 2013.
  4. Krischan Koch: "Gold" – Keiner weiß, was ihn erwartet. NDR, 14. August 2013, abgerufen am 14. August 2013.
  5. a b Ralf Blau: Gold. In: Cinema Nr. 8/2013, S. 59
  6. Anke Sterneborg: Gold. In: epd Film Nr. 8/2013, S. 42–43
  7. Carolin Ströbele: Es geht ein Treck nach nirgendwo. Die Zeit, 10. Februar 2013, abgerufen am 4. August 2013: „Der Regisseur Thomas Arslan ist mit seinem Western 'Gold' über eine Gruppe deutscher Auswanderer auf dem Weg zum Klondike leider nicht weit gekommen.“
  8. Daniel Sander: Deutsche Berlinale-Hoffnung 'Gold': Ein Film wie ein Marterpfahl. Spiegel Online, 9. Februar 2013, abgerufen am 4. August 2013: „Die Zuschauer haben sich gebogen vor Lachen. Dabei will der Film mit Nina Hoss ein ernst zu nehmender Western sein.“
  9. Birgit Glombitza: Weiter, weiter, das ist das Ziel. die tageszeitung, 15. August 2013, abgerufen am 15. August 2013: „Wie auch immer man die bis aufs Skelett abgespeckte Handlung, die nur schraffierte Figurenentwicklung und den buchstäblich mit-treckenden stoischen Erzählrhythmus im Einzelnen bewerten will (auch in der umgeschnittenen Fassung, die jetzt in die Kinos kommt) – um eines wird auch der genervteste Rezensent nicht herumkommen: Arslan hat mit „Gold“ dem deutschen Film einen weltweitenden Blick geschenkt.“

Weblinks[Bearbeiten]