Goldbach (Unterfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Goldbach
Goldbach (Unterfranken)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Goldbach hervorgehoben
49.9977777777789.1830555555556139Koordinaten: 50° 0′ N, 9° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Höhe: 139 m ü. NN
Fläche: 10,97 km²
Einwohner:

9603 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 875 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63773
Vorwahl: 06021
Kfz-Kennzeichen: AB
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 121
Marktgliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Sachsenhausen 19
63773 Goldbach
Webpräsenz: www.markt-goldbach.de
Bürgermeister: Thomas Krimm
Lage des Marktes Goldbach im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Geiselbacher Forst Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild

Goldbach ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie [Bearbeiten]

Geographische Lage [Bearbeiten]

Der Markt ist eine der einwohnerstarken Kommunen im Landkreis Aschaffenburg und bekannt durch die dort liegende Einhausung der Bundesautobahn 3.

Gemeindegliederung [Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Goldbach hat zwei amtlich benannte Ortsteile[2]:

Nachbargemeinden [Bearbeiten]

Gemeinde Johannesberg
Gemeinde Glattbach Compass card (de).svg Markt Hösbach
Stadt Aschaffenburg

Name [Bearbeiten]

Etymologie [Bearbeiten]

Ihren Namen hat die Gemeinde vom gleichnamigen Goldbach, der der Aschaff heute bei Aschaffenburg zufließt.[3]

Frühere Schreibweisen [Bearbeiten]

  • 1218 Golbach
  • 1219 Goldbach
  • 1240 Goltbach
  • 1257 Golpach

Geschichte [Bearbeiten]

Goldbach wurde erstmals 1218 urkundlich erwähnt, ab Mitte des 15. Jahrhunderts unterstand Goldbach dem Mainzer Erzbischof. 1814 wurde Goldbach auf Drängen des Bischofs Joseph Ludwig Colmar in Bayern eingegliedert.

Mindestens seit dem 19. Jahrhundert waren jüdische Familien im Ort ansässig, welche sich eine eigene Synagoge errichteten. Diese wurde beim Novemberpogrom 1938 durch SA-Männer verwüstet, woran seit 1987 auf dem Parkplatz gegenüber ein Gedenkstein erinnert.[4]

Am 26. Mai 1995 erhielt Goldbach die Bezeichnung Markt verliehen.

Eingemeindungen [Bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurde die ehemals selbstständige Gemeinde Unterafferbach (1812 noch Niederaffholdersbach genannt) an Goldbach angegliedert.[5]

Politik [Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[6]
Wahlbeteiligung: 64,1 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,0 %
37,1 %
11,2 %
1,6 %

Marktgemeinderat [Bearbeiten]

Der Goldbacher Marktgemeinderat hat (ohne Bürgermeister) 24 Mitglieder.

CSU SPD FWG Gesamt
2008 9 2 13 24 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Wappen [Bearbeiten]

Blasonierung

„In Rot ein goldener Schrägwellenbalken, oben eine mit bunten Steinen besetzte silberne Laubkrone, unten ein sechsspeichiges silbernes Rad.“

Wappengeschichte

Für den Ortsnamensteil -bach steht redend der goldene Bach. Goldbach gehörte vom 7. bis 11 Jh. zum Gebiet des fränkischen Königsgut, wofür die Krone im Wappen steht. Auf die Herrschaft von Kurmainz bis zum Jahr 1803 weist das sechsspeichige silberne Mainzer Rad hin. Die Farben Gold und Rot sind dem Wappen der Grafen von Rieneck entnommen, die bis zu ihrem Aussterben 1559 als Vasallen des Erzbischofs von Mainz die Vogtei Goldbach innehatten.

Das Wappen wird seit 1965 geführt.

Städtepartnerschaften [Bearbeiten]

Seit 1994 ist das französische Courseulles-sur-Mer Partnergemeinde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Kirchen [Bearbeiten]

Goldbach verfügt über zwei katholische Pfarrkirchen. Die „alte Kirche“ genannte St. Nikolaus-Kirche befindet sich im alten Ortskern. Die heutige Sandsteinkirche im neuromanischen Stil wurde anstelle eines zu klein gewordenen älteren Baus 1894/95 errichtet und später durch einen modernen Anbau erweitert.

Im Westen der Gemeinde, damals Neubaugebiet, wurde 1961 das moderne Gotteshaus St. Maria Immaculata eingeweiht, da St. Nikolaus für die Größe der wachsenden Gemeinde zu klein geworden war. Der schlichte Klinkerbau mit dem 37 m hohen asymmetrischen Turm bietet Platz für etwa 600 Besucher. Den Altarraum schmückt ein monumentales Gemälde des Künstlers Curd Lessig sowie ein moderner Oktogonleuchter, auf dem biblische Szenen dargestellt sind. Eine Besonderheit der Kirche ist ihre Orgel-Trias. Neben der 36 klingende Register umfassenden Hauptorgel, 1964 durch die Orgelbaufirma Michael Weise erbaut, verfügt die Kirche über eine Anfang der 80er Jahre grundlegend restaurierte Barockorgel von 1782 sowie ein Orgelpositiv aus der Werkstatt von Hartwig Späth.

An der Ortsgrenze zu Hösbach befindet sich die evangelische Johanneskirche.

Baudenkmäler [Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Goldbach (Unterfranken)

Sport und Vereine [Bearbeiten]

In Goldbach findet ein reges Sport-, Kultur- und Vereinsleben statt. Überregionale Beachtung findet hierbei die jährlich durch den TV Goldbach ausgetragene Winterlaufserie, bei der es gilt, an neun Terminen jeweils 10 km zurückzulegen.

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Industrieunternehmen [Bearbeiten]

Einer der bekanntesten Arbeitgeber in Goldbach ist das Unternehmen Basler Fashion, das mit Damenbekleidung einen Umsatz von rund 170 Mio. Euro erwirtschaftet (Stand: 2007). Des Weiteren hat das private Müllentsorgungsunternehmen Werner RC GmbH&Co seinen Sitz in Goldbach. Das Unternehmen ist für die Müllentsorgung im Landkreis Aschaffenburg weitgehend zuständig.

Verkehr [Bearbeiten]

Goldbach liegt direkt an der Bundesautobahn 3 zwischen Frankfurt (ca. 45 km entfernt) und Würzburg (ca. 75 km entfernt). Zwischen Goldbach und Hösbach wurde zur Einhaltung der Lärmgrenzwerte beim sechsstreifigen Ausbau eine Einhausung gebaut.

Die Marktgemeinde Goldbach zieht im Zusammenhang des BMVBS das Projekt "Stadtumbau West" durch, indem der Ortskern und das Kirchenumfeld saniert werden. Das Beispiel der Aschaffenburger Straße zeigt dies deutlich. Ein weiteres Projekt steht im Raum, der neue Marktplatz.

Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]

Am Ortsausgang in Richtung Unterafferbach befindet sich ein Waldschwimmbad. Die Schwimmhalle der Volksschule ist in den Wintermonaten öffentlich zugänglich. In der gesamten Gemeinde befinden sich zehn Spielplätze, drei Bolzplätze und zwei Sporthallen, zudem ein Jugendhaus in Sachsenhausen.

Kurioses [Bearbeiten]

Der Markt Goldbach baut derzeit an der Gemarkungsgrenze zu Aschaffenburg am Ende der Österreicher Straße eine Wendeplatte. Auf der Grünfläche in der Mitte dieser Wendeplatte ist die Errichtung eines ruinenartigen mittelalterlichen Wehrturmes vorgesehen. Die künstliche Ruine soll an die sagenhafte Burg der Herren von Kugelnberg erinnern. Dabei gab es auf dem heutigen Goldbacher Gemeindegebiet zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwei hohe Aussichtstürme: Einer auf dem nicht weit davon entfernten Kugelberg und einer auf dem Grauen Stein zwischen Glattbach und Unterafferbach. Von beiden Türmen gibt es noch Relikte der ehemaligen Fundamente.

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

Klaus-Peter Nabein (1960-2009), Mittel- und Langstreckenläufer

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=1534&attr=OBJ&modus=automat&tempus=20111121/225008&hodie=20111121/225018
  3. Wolf-Armin Reitzenstein:Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 143
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 422
  6. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=671&suchbegriff=6

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Goldbach (Unterfranken) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien