Goldbauchmusketier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Goldbauchmusketier
Goldbauchmusketier

Goldbauchmusketier

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Gattung: Waldnymphen (Coeligena)
Art: Goldbauchmusketier
Wissenschaftlicher Name
Coeligena bonapartei
(Boissonneau, 1840)

Der Goldbauchmusketier (Coeligena bonapartei), manchmal auch Goldbauch-Andenkolibri genannt, ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das die südamerikanischen Länder Kolumbien und Venezuela umfasst. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Goldbauchmusketier erreicht eine Körperlänge von etwa 10,9 Zentimetern und hat einen geraden, schmalen 30 Millimeter langen Schnabel. Das Männchen hat einen glänzend grünen Scheitel, wobei der Rest der Krone schwarz ist. Der obere Teil des Rückens strahlt dunkelgrün und wird am Bürzel goldorange. Ringkragen und Brust funkeln grün. Der hintere Teil der Unterseite schimmert feurig golden. Der leicht gegabelte Schwanz ist goldbronzen. Die Schwingen wirken merklich dunkler. Das Weibchen hat eine strahlend grüne Oberseite, die am Bürzel wie beim Männchen goldorange wird. Die Unterseite ist überwiegend zimtfarben wobei die Brust von grünen Federn durchzogen ist. Seitlich der Kehle zeigen sich ebenfalls grüne Sprenkel. Am Bauch finden sich feurig goldene Flecken. Der Schwanz ist bronzefarben mit gelegentlichen braungelben Flecken.

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Die Art kommt an feuchten Waldrändern in Höhen zwischen 1400 und 3200 Metern vor. In Kolumbien findet man sie in der Sierra de Perijá, in den Ostanden der Provinz Boyacá bis hin nach Fusagasugá in der Provinz Cundinamarca. In Venezuela wurde auf der Verbindungsstraße zwischen Mérida und La Azulita beobachtet. Außerdem kann man ihn Nationalpark Sierra Nevada auf dem für Ornithologen äußerst interessanten Humboldt-Weg entdecken. Auch auf der Straße nach Queniquea im Bundesstaat Táchira ist er relativ häufig anzutreffen.

Verhalten[Bearbeiten]

Der Kolibri ernährt sich von Insekten und schwebt vor schlauchförmigen Blumen außerhalb von Wäldern und Sträuchern der mittleren Stratifikationsschicht.

Unterarten[Bearbeiten]

Verbreitung des Goldbauchmusketiers

Bisher sind drei Unterarten bekannt, die sich vor allem durch ihre Färbung unterscheiden.[1]

  • Coeligena bonapartei bonapartei (Boissonneau, 1840)[2] - Die Nominatform ist im Osten Kolumbiens verbreitet.
  • Coeligena bonapartei consita Wetmore & Phelps, Jr 1952[3] - Diese Unterart kommt in der Sierra de Perijá im Nordosten Kolumbiens und Westen Venezuelas vor.
  • Coeligena bonapartei eos (Gould, 1848)[4] - Diese Subspezies ist im Westen Venezuelas verbreitet.

Manche Autoren sehen im Goldandenkolibri (Coeligena eos) eine eigene Art. Das South American Check-list Committee unterstützt im Proposal (#139) diese Abspaltung nicht.[5] Auch das Grünmusketier (Coeligena orina) (Wetmore, 1953) wird von einigen Autoren als Unterart Coeligena bonapartei orina betrachtet. Hier bezieht das South American Check-list Committee in ihrem Proposal (#185) die Meinung, dass es sich um eine eigene Art handelt.[6]

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Die Art wurde von Auguste Boissonneau zunächst unter dem Namen Ornismia Bonapartei erstmals beschrieben.[2] Später wurde sie der Gattung Chalcostigma zugeordnet. Dieser Name leitet sich von den lateinischen Worten »coelum bzw. caelum« für »Himmel« und »genus« für »Nachkomme« ab.[7] Das Artepitheton ist Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte gewidmet, den er in seiner Erstbeschreibung einen der gelehrtesten Ornithologen seiner Epoche nennt.[2] »Consita« leitet sich vom lateinischen »consitus, conserere« für »gepflanzt, gesät, pflanzen« ab.[8] »Eōs oder ēōs εως oder ηως« ist das griechische Wort für »Morgendämmerung«.[9]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Steven Leon Hilty, William Leroy Brown: A guide to the birds of Colombia. Princeton University Press, Princeton 1986, ISBN 978-0-691-08372-8 (online, abgerufen am 13. Juli 2014).
  •  Dennis W. Rogers: Site Guide Venezuela: A Guide to the Best Birding Locations. Cinclus Publications, McMinnville, Oregon 1993, ISBN 978-0-963-77650-1.
  •  James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  •  Auguste Boissonneau: Oiseaux nouveaux ou peu connus de Santa-Fé de Bogota. In: Revue Zoologique par La Société Cuvierienne. 1840, S. 2-8 (online, abgerufen am 13. Juli 2014).
  •  Alexander Wetmore, William Henry Phelps, Jr.: A new form of hummingbird from the Perija Mountains of Venezuela and Colombia. In: Proceedings of the Biological Society of Washington. Bd. 65, 1965, S. 135-136 (online, abgerufen am 13. Juli 2014).
  •  John Gould: Drafts for a new arrangement of the Trochilidae. In: Proceedings of the Zoological Society of London. Bd. 16, Nr. 180, 1848, S. 11-112 (online, abgerufen am 13. Juli 2014).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Goldbauch-Andenkolibri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Goldbauch-Andenkolibri – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IOC World Bird List Hummingbirds
  2. a b c Auguste Boissonneau, S. 6
  3. Alexander Wetmore u.a., S. 135
  4. John Gould, S. 11
  5. Proposal (#139) to South American Check-list Committee Recognize Coeligena eos as separate species from Coeligena bonapartei (Engl.)
  6. Proposal (#185) to South American Classification Committee Recognize Coeligena orina as a species distinct from C. bonapartei (engl.)
  7. James A. Jobling S. 112
  8. James A. Jobling S. 116
  9. James A. Jobling S. 147