Goldberg (Mecklenburg)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Ludwigslust-Parchim | |
| Amt: | Goldberg-Mildenitz | |
| Höhe: | 48 m ü. NN | |
| Fläche: | 64,85 km² | |
| Einwohner: |
3209 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 49 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 19399 | |
| Vorwahl: | 038736 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PCH | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 76 048 | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Lange Straße 67 19399 Goldberg |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Peer Grützmacher | |
| Lage der Stadt Goldberg im Landkreis Ludwigslust-Parchim | ||
Goldberg ist eine Stadt im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist Sitz des Amtes Goldberg-Mildenitz, dem weitere fünf Gemeinden angehören.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Die Stadt liegt an der Mildenitz am Rande der Sternberger Seenlandschaft. Die Stadt wird flankiert durch den Goldberger See im Osten, den Dobbertiner See im Nordwesten sowie den Großen Medower See im Süden. Goldberg ist dreiseitig vom Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide umgeben. Südlich der Stadt liegt die Nordsee-Ostsee-Wasserscheide. Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Dobbertin, Neu Poserin, Gallin-Kuppentin, Passow, Werder und Techentin.
Zu Goldberg gehören die Ortsteile Diestelow, Finkenwerder, Grambow, Lüschow, Medow, Neuhof, Neu Woosten, Rummelsberg, Sehlsdorf, Steinbeck, Wendisch Waren, Woosten und Ziegelei.
Geschichte [Bearbeiten]
Das Gebiet um Goldberg war bereits in der Steinzeit besiedelt. Auch in der Bronze- und Eisenzeit sind durch Funde Siedlungen belegt. Bis in das 12. Jahrhundert war die Gegend von Wenden bevölkert. Im Jahr 1248 wurde dem Ort Goltberch das Stadtrecht durch Fürst Pribislaus verliehen, nachdem 1227 der Ort erstmals als Gols urkundlich erwähnt wurde. Die Goldberger Kirche wurde 1290 in gotischem Stil errichtet; der eckige Westturm stammt jedoch erst aus dem 15. Jahrhundert. 1316 erbaute Fürst Johann III. von Mecklenburg in Goldberg ein Schloss. Nach dessen Tod erlosch das Geschlecht, und das Besitzrecht ging an die Fürsten der Linie Werle-Güstrow über. Bereits 1331 ist eine Schule bezeugt.
Ein Großbrand im Jahre 1500 vernichtete Goldberg völlig. Die wiederaufgebaute Stadt blieb auch von den Wirren und Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges nicht verschont; sie musste Einquartierungen und die Pest über sich ergehen lassen. 1643 brannte die Kirche nach einem Blitzschlag aus; sie wurde aber bis 1650 unter Verwendung alter Steine wieder errichtet. Am Anfang des 18. Jahrhunderts war die Stadt oft Tagungsort bei regionalen Streitigkeiten. 1806 wurden tausende Preußen und Franzosen in Goldberg einquartiert (die Stadt hatte damals etwa 1000 Einwohner).
Eine Phase des Aufschwunges erlebte die Stadt nach 1817, als sich Goldberg nach der Erschließung einer eisenhaltigen Quelle als Kurbad (Stahlbad Goldberg) etablierte. Nach einigen Jahrzehnten starken Wachstums kam der Kurbetrieb nach 1900 jedoch wieder zum Erliegen.
Das Rathaus wurde 1828 errichtet, die Synagoge 1845. 1859 wütete eine Cholera-Epidemie in der Stadt. Bis 1870 wurde Goldberg an das Straßennetz nach Karow, Lübz und Crivitz angeschlossen. Der Bau der Bahnlinie von Wismar über Sternberg und Goldberg zum Knotenpunkt Karow 1887 erschloss neue Gewerbemöglichkeiten (1996 wurde der Personenverkehr eingestellt). Die größte Einwohnerzahl erreichte die Stadt 1948: 5140, darunter viele Umsiedler. Goldberg war von 1963 bis 1997 Garnisonsstadt. Von 1963 bis 1985 entstand eine größere Wohnsiedlung mit 768 Wohnungen in Plattenbauweise.
Der Jüdische Friedhof in Goldberg befand sich an der Güstrower Straße. Bis 1920 fanden Beisetzungen statt. 1950 verkaufte die Jüdische Landesgemeinde das Grundstück an die Stadt. Der Friedhof wurde 1953 eingeebnet und das Gelände als Grünfläche verwendet.
1964 wurde die selbständige Artillerieabteilung 8 (sAA-8), von Stern-Buchholz (Schwerin) nach Goldberg verlegt und 1967 in Raketenabteilung 8 (RA-8) umbenannt. 1983 erhielt sie den Hermann Schuldt.
Nach 1990 wurden die Wohnungen des Goldberger Plattenbaugebiets saniert. Die städtische Infrastruktur, das Rathaus und einige Wohnhäuser der Altstadt wurden im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 bereits saniert. Die Einwohnerzahl reduzierte sich seit 1990 drastisch, mit weiterhin sinkender Tendenz. 1997 erfolgte die Schließung des Bundeswehrstandortes.
Am 1. Januar 2005 fusionierte die vormals amtsfreie Stadt Goldberg mit dem ehemaligen Amt Mildenitz zum neuen Amt Goldberg-Mildenitz. Zum 1. Januar 2012 wurden die vormals eigenständigen Gemeinden Diestelow und Wendisch Waren nach Goldberg eingemeindet.[2]
Politik [Bearbeiten]
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 160 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „In Gold auf grünem Hügel, dessen Seiten mit je einem grünen Kleeblatt besteckt sind; eine vierfach gezinnte rote Mauer mit zwei dreifach gezinnten Seitentürmen nebst je zwei betagleuchteten Fenstern; zwischen den Seitentürmen ein hersehender, gold gekrönter schwarzer Stierkopf mit geschlossenem Maul und schwarzen Hörnern.“
Das Wappen wurde 1998 von dem Schweriner Heraldiker Heinz Kippnick neu gezeichnet.
Flagge [Bearbeiten]
Die Flagge der Stadt Goldberg ist längsgestreift von Gold (Gelb), Rot und Gold (Gelb). Die goldenen (gelben) Streifen nehmen jeweils ein Sechstel der Höhe des Flaggentuchs ein. Der rote Streifen nimmt zwei Drittel der Höhe des Flaggentuchs ein und ist in der Mitte mit dem Stadtwappen belegt. Die Höhe des Wappenschildes verhält sich zur Höhe des Flaggentuchs wie 4:9. Höhe und Länge des Flaggentuchs verhalten sich zueinander wie 3:5.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Die gotische Stadtkirche Goldberg stammt von 1290. Sie wurde nach einem Brand 1650 wieder aufgebaut und 1842 restauriert.
- Das Naturmuseum Goldberg mit Bauerngarten befindet sich in der ehemaligen Wassermühle (technisches Denkmal?) mit Exponaten zur Stadt- und Handwerksgeschichte, zur Geologie, Archäologie, Flora und Fauna.
- Das Rathaus ist ein zweigeschossiger Putzbau von 1828 mit einem neugotischen Türmchen von 1853. Es wurde um 1996 saniert.
- Burg Goldberg, Backsteinbau im 19. Jahrhundert massiv umgebaut.
- Eine Reihe von Fachwerkhäusern tragen zur Gestaltung des Stadtkerns bei.
- Das Denkmal für den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 wurde 1882 geweiht. Es hat eine Viktoria des Bildhauers Christian Daniel Rauch, welche die einzige original erhaltene Viktoria in Mecklenburg ist.
- Das Denkmal für den Ersten Weltkrieg wurde 1924 geweiht. Der Kniende Trauernde stammt von Wilhelm Wandschneider.
- Das VVN-Ehrenmal von 1946 auf dem Friedhof erinnert an den kommunistischen Antifaschisten Karl Bichel, als eines von Tausenden Opfern beim Untergang des KZ-Schiffes Cap Arcona im Jahre 1945.
- Die Draisinentour Karow-Borkow.
Siehe auch Liste der Baudenkmale.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Wirtschaft [Bearbeiten]
Der Tourismus in der Region wird von der Touristinformation Goldberg, Müllerweg 2, betreut.
Verkehr [Bearbeiten]
- Straße
Über die Anschlüsse Krakow am See in 27 und Malchow in 23 Kilometern Entfernung ist Goldberg an die Bundesautobahn 19 (Berlin–Rostock) angebunden. Durch die Stadt führen die Bundesstraße 192 sowie weitere überregionale Straßen. Somit bestehen gute Verbindungen zu den Nachbarstädten Krakow am See, Lübz, Sternberg und Plau am See sowie zu den Städten Parchim, Güstrow und Schwerin.
- Bahn und Bus
Die nächsten Bahnhöfe einer im Personenverkehr bedienten Bahnstrecke liegen im 15 Kilometer entfernten Karow und im 14 Kilometer entfernten Lübz an der Bahnstrecke Parchim–Waren. Der Personenverkehr auf der Wismar-Karower Eisenbahn von Blankenberg über Goldberg in Richtung Karow wurde 1996 eingestellt. Über den Regionalbusverkehr ist Goldberg an Parchim, Sternberg, Schwerin und Güstrow angebunden.
Einrichtungen [Bearbeiten]
- Allgemein
- Rathaus Goldberg, Lange Straße 67
- Stadtbibliothek Goldberg, Müllerweg 2
- Freiwillige Feuerwehr Goldberg, John-Brinckman-Str. 4
- Polizei-Dienststelle Goldberg, Kampstraße 17a
- Begegnungsstätte Goldberg, Sportplatz 4
- Schulen
- Grundschule John-Brinckman, Schützenplatz 2
- Regionale Schule Walter Husemann, John-Brinckman-Straße 39, ist eine Ganztagsschule für die Jahrgangsstufen fünf bis zehn; sie stammt von 1980.
- Soziales
- Kindertagesstätte Koboldland, John-Brinckman-Straße 13
- Kindertagesstätte Stiftung Rohlack, Güstrower Straße 11
- Spiel- und Freizeitzentrum Goldberg, Bollbrügger Weg 1
- Kirchen
- Ev.-Luth. Pfarre Goldberg, Kirchenstraße 23
- Neuapostolische Kirche – Gemeinde Goldberg, Amtsstraße 11
- Vereine
- TSV Goldberg von 1902; die Herren-Fußballmannschaft spielt seit 2012 in der Landesklasse
- Die Ortsgruppe des Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat sich neben Pflanzaktionen besonders mit der Fledermaus-Erfassung und deren Quartierbetreuung befasst.
- Der Goldberger Altstadtverein e. V. von 2003 setzt sich für die Erhaltung der historischen Goldberger Altstadt ein.
Galerie [Bearbeiten]
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
in der Reihenfolge ihres Geburtsjahres
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Karl Bernhard (1859–1937), Bauingenieur und Architekt
- Heinrich Eingrieber (1896–1979), Kunstmaler und Begründer des Naturmuseums Goldberg mit Bauerngarten
- Peter Larisch (* 1950), Handballspieler
Mit Goldberg verbunden [Bearbeiten]
- John Brinckman (1814–1870), war von 1846 bis 1849 Lehrer in Goldberg
- Gerd Wessig (* 1959 in Lübz), Olympiasieger und Weltrekordler im Hochsprung, ist in Goldberg aufgewachsen und zur Schule gegangen
Literatur [Bearbeiten]
- Hugo Weczerka: Stadtmappe Goldberg. In: Deutscher Städteatlas, Band III, 4 Teilband. (Heinz Stoob †, Wilfried Ehbrecht, Jürgen Lafrenz, Peter Johannek (Hrsg.):Acta Collegii Historiae Urbanae Societatis Historicorum Internationalis – Serie C. Im Auftrag des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte e. V. und mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft). Dortmund-Altenbeken 1984, ISBN 3-89115-004-0.
- Da hört die Christlichkeit auf. In: Der Spiegel. Nr. 44, 1992, S. 50 ff (über Fremdenverkehr und Heuschrecken in Goldberg, online).
- Michael Brocke, Eckehart Ruthenberg, Kai Uwe Schulenburg: Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue Bundesländer / DDR und Berlin). Berlin 1994, 371f.
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden am 31.12.2011 (XLS) (Hilfe dazu)
- ↑ Gebietsänderungen, Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern
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