James Bond 007 – Goldeneye

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Filmdaten
Deutscher Titel James Bond 007 – Goldeneye
Originaltitel GoldenEye
Logo goldeneye eu.svg
Produktionsland Vereinigtes Königreich
USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1995
Länge 130 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Martin Campbell
Drehbuch Michael France
Jeffrey Caine
Bruce Feirstein
Produktion Barbara Broccoli
Michael G. Wilson
Musik Eric Serra
Titelsong „GoldenEye“: Tina Turner & Bono
Kamera Phil Meheux
Schnitt Terry Rawlings
Besetzung

James Bond 007 – Goldeneye ist der 17. von Eon Productions Ltd. produzierte James-Bond-Film. Erstmals schlüpfte Pierce Brosnan in die Rolle des MI6-Agenten. Die Regie führte der Neuseeländer Martin Campbell.

Aufgrund rechtlicher und künstlerischer Differenzen zwischen den Produzenten Albert R. Broccoli, Michael G. Wilson und Barbara Broccoli auf der einen Seite und United Artists und deren Mutterfirma Metro-Goldwyn-Mayer auf der anderen erschien dieser Bond erst nach einer sechsjährigen Pause der Serie in den Kinos. Den Titelsong „GoldenEye“ sang Tina Turner. Der Film kam am 15. Dezember 1995 in die schweizerischen, am 28. Dezember 1995 in die deutschen, am 29. Dezember 1995 in die österreichischen Kinos.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Der Film beginnt zur Zeit des Kalten Krieges: 007 James Bond und sein Partner 006 Alec Trevelyan sollen eine sowjetische Chemiewaffenfabrik in Archangelsk vernichten. Der Einsatz glückt, doch wird 006 festgenommen und vor den Augen Bonds von Oberst Ourumov scheinbar hingerichtet. Anschließend gelingt Bond per Flugzeug die Flucht aus der Fabrik.

Neun Jahre später – nach dem Ende des Kalten Krieges – kommt Bond der Pilotin Xenia Onatopp auf die Spur. Diese hat Kontakte zur Terror-Organisation Janus, benannt nach dem römischen Gott Janus mit zwei Gesichtern. Ohne dass Bond es verhindern kann, stiehlt sie einen Tiger-Hubschrauber, der stärkster elektromagnetischer Strahlung widerstehen kann. Ein Admiral und die beiden ursprünglich vorgesehenen Piloten kommen dabei ums Leben.

Mithilfe des Hubschraubers wollen Onatopp und Ourumov das russische Waffensystem GoldenEye stehlen. GoldenEye ist ein Satelliten-System, bei dem eine Atombombe in der oberen Erdatmosphäre gezündet wird und so einen elektromagnetischen Puls auslöst, der alle elektronischen Geräte im Umkreis des anvisierten Ziels zerstört. Bei dem Waffenraub töten Ourumov und Onatopp fast alle Mitarbeiter des GoldenEye-Satellitenkontrollzentrums "Sewernaja" in Sibirien, nur Natalya Fyodorovna Simonova, eine Programmiererin und der Verräter Boris Grischenko, der Janus den Zugang zu GoldenEye ermöglichte, überleben. Um die Spur ihres Diebstahls zu verwischen, zerstören Ourumov und Onatopp mit einem der beiden GoldenEye-Satelliten das Kontrollzentrum. Sie entkommen mit dem (elektromagnetisch geschützten) Hubschrauber, drei russische MiG 29 Kampfflugzeuge, die die Vorgänge in der GoldenEye-Satellitenkontrollzentrale untersuchen sollten, stürzen ab.

Die Vorgänge in Sibirien werden vom MI6 über Satellit beobachtet, da dieser den gestohlenen Hubschrauber zurückverfolgt hat. Dabei wird Natalya beobachtet, wie sie aus den Trümmern des Kontrollzentrums entkommt. Weil Bond vermutet, dass sie den Verräter identifizieren kann, macht er sich auf den Weg nach Sankt Petersburg. Dort trifft er seinen Kontaktmann vom CIA, Jack Wade. Mit dessen Hilfe nimmt Bond zu dem ehemaligen KGB-Agenten Valentin Zukovsky Kontakt auf, der wiederum ein Treffen Bonds mit Janus arrangiert. Bond erfährt, dass der tot geglaubte Alec Trevelyan hinter dieser Organisation steckt. Dieser versucht 007 und Natalya in dem nun ausgedienten Hubschrauber zu töten. Dies kann Bond zwar verhindern, doch werden beide vom russischen Militär verhaftet und ins Verteidigungsministerium gebracht.

Dort sollen sie vom Verteidigungsminister verhört werden, doch taucht plötzlich General Ourumov auf und erschießt den Minister mit Bonds Dienstwaffe, um den Mord Bond anzuhängen und ihn so aus gutem Grund töten zu können. Bond kann erneut fliehen, muss jedoch Natalya zurücklassen. Ourumov flüchtet daraufhin mit Natalya zu einem Raketentransportzug Trevelyans. Bond verfolgt beide in einem T-55 Panzer quer durch Sankt Petersburg und bringt den Zug schließlich außerhalb der Stadt zum Entgleisen. Bond stürmt den Zug, um Natalya zu retten. Er tötet Ourumov, aber Trevelyan und die ebenfalls anwesende Onatopp können entkommen. Erneut versucht Trevelyan Bond und Natalya zu töten und wiederum gelingt beiden die Flucht. Natalya hat inzwischen herausgefunden, dass Kuba das Ziel der Flucht von Trevelyan und Onatopp ist. Natalya und Bond werden vorübergehend ein Liebespaar.

Auf Kuba macht Bond die geheime Basis von Trevelyan ausfindig. Er und Natalya können die auf sie angesetzte Onatopp töten und stürmen die Basis. Hier erfahren sie letztlich den Plan von 006: Er will zunächst mit Hilfe des Hackers Grischenko Gelder auf seine Konten transferieren und anschließend mit GoldenEye seine Spuren verwischen sowie die gesamte Londoner Finanzwelt ins Chaos stürzen. Dies ist seine persönliche Rache an Großbritannien, das er für den Tod seiner Eltern verantwortlich macht. Als Lienzer Kosaken (im Film fälschlich als: „Linzer Kosaken“ synchronisiert) waren Trevelyans Eltern von den Briten nach dem Zweiten Weltkrieg mit anderen Kosaken bei Lienz an Stalin und seine Exekutions-Kommandos ausgeliefert worden; Trevelyans Eltern hatten zwar überlebt, begingen aber aus Scham Selbstmord.

Bond und Natalya können schließlich Trevelyans Pläne vereiteln. Im Showdown kämpfen Trevelyan und Bond Mann gegen Mann. Dabei stürzt Trevelyan am Ende zu Tode und wird unter den Trümmern einer Satellitenschüssel begraben. Auch der Verräter Grischenko, der sich schon gerettet wähnt, wird durch einen Schwall flüssigen Stickstoffs schockgefrostet. Bond und Natalya lassen sich von einem US-amerikanischen Rettungshubschrauber mit Ziel Guantanamo Bay ausfliegen.

[Bearbeiten] Drehorte

In folgenden Ländern wurde gedreht:[2]

[Bearbeiten] Sonstiges

Bond-Girl in diesem Film ist Natalya Simonova. Natalya hilft Bond, GoldenEye unschädlich zu machen, da sie an der Entwicklung als Programmiererin beteiligt war.

In diesem Film wird unter anderem auch der Charakter des Russen Valentin Zukovsky eingeführt, der Bond hilft, zu Janus Kontakt aufzunehmen. Von Seiten der CIA wird er in diesem Film von Jack Wade unterstützt, der auch in Der Morgen stirbt nie diese Rolle weiterführt.

Auch in den Reihen des MI6 ist eine Änderung eingetreten. Zum ersten Mal wird »M« von einer Frau gespielt, wohl die einzige Frau, die Bond nicht zu Füßen liegt und ihn für „ein Relikt des Kalten Krieges“ hält. Miss Moneypenny wird erstmals von Samantha Bond dargestellt. »Q« wird von Desmond Llewelyn gespielt.

Xenia Onatopp (Ferrari F355 GTS) und James Bond (Aston Martin DB5) veranstalten ein spontanes Straßenrennen, als sie sich auf einer Bergstraße oberhalb von Monte Carlo begegnen.

Die Special Edition des Films auf VHS sowie auf DVD ist, um die FSK 12 Freigabe zu erhalten, um 14 Sekunden gekürzt. Die Ultimate Edition ist dagegen ungekürzt und erhielt dafür eine FSK 16 Freigabe.

[Bearbeiten] Hintergrund

Logo Variante für den US Markt und Soundtrack

Nach einer Pause von mehr als sechs Jahren ist dieser der 17. Film der gesamten Reihe. Pierce Brosnan spielt hier zum ersten Mal die Rolle des James Bond. Eigentlich hätte Brosnan schon in Der Hauch des Todes diese Rolle (anstelle von Timothy Dalton) übernehmen sollen. Die große Medienpräsenz Brosnans aufgrund seines Castings als 007 ließ das Interesse an der Serie Remington Steele (für die Brosnan noch unter Vertrag stand) ansteigen, und die Fernsehproduzenten konnten weitere Folgen an Fernsehsender verkaufen. Dadurch konnte Brosnan nicht rechtzeitig zum Drehbeginn von „Der Hauch des Todes“ frei sein und musste auf die Rolle verzichten. 1995 erhielt er dann seine zweite Chance und spielte in vier Kinofilmen den britischen Spion.

Bereits Im Angesicht des Todes wurde im britischen Hauptquartier spekuliert, dass eine orbital gezündete Atombombe Computer und Elektronik lahmlegen könne.

Bond fährt in diesem Film zum ersten Mal einen BMW, und zwar einen Z3, der allerdings nur in zwei Szenen zu sehen ist. BMW stellt in den zwei folgenden Filmen mit dem 750iL in Der Morgen stirbt nie und dem Z8 in Die Welt ist nicht genug das Bond-Auto. Mit Ausnahme einer kurzen Szene in Der Morgen stirbt nie bei der Bond mit einem DB5[3] beim Hauptquartier des MI6 vorfährt, fährt er danach erst in Stirb an einem anderen Tag mit dem V12 Vanquish wieder einen Aston Martin.

Die Szene zu Beginn des Films, in der Bond einen Bungee-Sprung von einer Staumauer macht, wurde am Lago di Vogorno in der Schweiz gedreht.

Die letzte Szene wurde beim Arecibo-Observatorium in Puerto Rico gedreht.

In „Goldeneye“, wie auch später in „Der Morgen stirbt nie“, spielt der Schauspieler Joe Don Baker den Mittelsmann Jack Wade (er nannte Bond in „GoldenEye“ liebevoll: „Jimbo“). Baker spielte bereits in „Der Hauch des Todes“ mit. Hier verkörperte er allerdings einen Bösewicht: den Waffenhändler Brad Whitaker.

Bei dem Kampfhubschrauber im Film handelt es sich um einen Eurocopter Tiger; die darin verwendete Rettungskapsel ist allerdings erfunden.

Die Szene am Ende des Filmes, als Bond von der Leiter der Satellitenanlage fällt, wurde von Brosnan selbst gespielt. Dabei ging etwas schief, so dass sich Brosnan beim Abfang des Sturzes an der Leiter beinahe verletzte – der Schmerzlaut im Film ist daher echt.

Der Titel des Films, Goldeneye, ist eine Hommage an Ian Flemings Domizil auf Jamaika, das diesen Namen trägt. Dorthin zog sich Fleming jedes Jahr für ein paar Monate zurück. Wenn er wieder auftauchte, hatte er jedes Mal einen neuen James-Bond-Roman im Gepäck.

Der Film wurde auch durch das Videospiel GoldenEye 007 für Nintendo 64 vermarktet.

Der Song "The Experience of Love" von Eric Serra, der im Abspann läuft, basiert auf einem kurzen Titel, den Serra ein Jahr zuvor für die Schlussszene von Luc Bessons Léon - Der Profi komponiert hatte.

[Bearbeiten] Gadgets

  • Eine in einen Kugelschreiber eingebaute Granate mit Zeitzünder
  • Einen Gürtel, aus dessen Schnalle man ein dünnes Seil mit Haken herausfeuern kann.
  • Ein BMW Z3 mit Stinger-Raketen und den üblichen bereits aus anderen Bondfilmen bekannten Gadgets (die Raketen kamen diesmal nicht zum Einsatz).
  • Eine Uhr mit integriertem Laser, mit dem man zum Beispiel Stahlplatten zerschneiden kann.
  • Röntgen-Dokumentenscanner, der in ein Silbertablett integriert ist.

[Bearbeiten] Soundtrack

Der Soundtrack erschien erstmalig 1995 bei Virgin Records auf CD. Bei dem Stück A Pleasant Drive In St. Petersburg handelt es sich die Version von Eric Serra. Den Produzenten passte es nicht gut genug in die Action Szene und ließen ein traditionelles Stück von John Altman im Film nachträglich einspielen. Nach dem 40. James Bond Jubiläum wurde 2003 eine neue aufgearbeitete Fassung von Capitol Records veröffentlicht. Die Extended Version ist um einige Sekunden länger.

Originalauflage
  1. GoldenEye (Main Title Song) (04:48) gesungen von Tina Turner
  2. The GoldenEye Overture (04:21)
  3. Ladies First (02:44)
  4. We Share The Same Passions (04:48)
  5. A Little Surprise For You (02:01)
  6. The Severnaya Suite (02:05)
  7. Our Lady Of Smolensk (01:02)
  8. Whispering Statues (03:25)
  9. Run, Shoot And Jump (01:04)
  10. A Pleasant Drive In St. Petersburg (04:31)
  11. Fatal Weakness (04:46)
  12. That's What Keeps You Alone (03:14)
  13. Dish Out Of Water (03:57)
  14. The Scale To Hell (03:43)
  15. For Ever James (02:00)
  16. The Experience Of Love (End Title Song) (06:05) gesungen von Eric Serra

[Bearbeiten] Kritik

„17. James-Bond-Abenteuer, dem alles fehlt, was Sean Connery einst in die Rolle des englischen Geheimagenten 007 einbrachte: Autorität, Geschicklichkeit, Charme und Selbstironie. Statt dessen hantiert ein steifer Pierce Brosnan mit den vertrauten Attributen des Genres und sieht sich von einer Komparserie starker Frauen umstellt.“

Lexikon des internationalen Films[4]

Pierce Brosnan haucht dem schon abgeschriebenen Meisterspion wieder neues Leben ein und Regisseur Martin Campell vermischt gekonnt die typischen Qualitäten alter Bondfilme mit einer gehörigen Portion Selbstironie und Action, die auch in der Zeit von True Lies und Stirb langsam noch sehenswert ist.“

zelluloid[5]

Roger Ebert sprach von einem „irgendwie empfindsameren, verletzlicheren, psychologisch vollständigeren“ Bond, und besprach überhaupt eine „verlorene Unschuld“.[6]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Deutsche Synchronkartei
  2. Siegfried Tescher: Der große James Bond-Atlas. Wissen Media Verlag, Güzersloh/München 2008, ISBN 978-3-577-07305-9, S. 48/49
  3. 1964 Aston Martin DB5 in "Tomorrow Never Dies, 1997". Internet Movie Cars Database, abgerufen am 13. August 2010.
  4. Lexikon des internationalen Films – GoldenEye
  5. Zelluloid-Kritik zu James Bond 007 – GoldenEye
  6. Roger Ebert: GoldenEye. In: http://rogerebert.suntimes.com. 17. November 1995, abgerufen am 10. Februar 2009 (englisch): „More evidence of Bond's loss of innocence […] he is somehow more sensitive, more vulnerable, more psychologically complete“

[Bearbeiten] Weblinks

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