| Föderationskreis Südrussland |
| Föderationskreis Nordwestrussland |
|
Mit dem Goldenen Ring (russisch Золото́е кольцо́/ Solotoje Kolzo) ist eine weitläufige Rundreise im Nord-Osten von Moskau gemeint. Der Ring altrussischer Städte nordöstlich von Moskau zählt zu den bekanntesten Reisezielen Russlands. Die altrussischen Städte nordöstlich der Hauptstadt geben Besuchern einen Einblick in die Geschichte der Entstehung Russlands. Die Nord-Ost Rus entwickelte sich ab dem 12. Jahrhundert zum neuen Zentrum der Kiewer Rus. Nach dem Einfall der Mongolen blieb die Nord-Ost Rus von der Mongolenherrschaft befreit. Es folgte eine lang anhaltende Flüchtlingsbewegung von Menschen aus den südlichen Reichsteilen um Kiew, da sie häufig von Mongolenangriffen bedroht wurden. Hier im Norden schützten unberührte Urwälder die Menschen vor feindlichen Übergriffen. Die Nord-Ost Rus bildete fortan an die Keimzelle der weiteren russischen Expansion. In Städten wie Susdal, Uglitsch, Rostow Weliki, Sergijew Possad oder Pereslawl-Salesski scheint sich auf den ersten Blick seit Jahrhunderten wenig geändert zu haben. Hier überragen noch immer die Glockentürme prächtiger Kathedralen das Stadtbild. Jaroslawl und Wladimir sind dagegen heute inzwischen zu mittelgroßen Provinzzentren gewachsen.
Die Städte des Goldenen Rings waren teilweise schon Zentren von Handel, weltlicher und religiöser Macht, als es Moskau noch gar nicht gab. Heute stehen sie alle im Schatten der großen Zehnmillionenstadt. Die architektonischen Baudenkmäler der Region haben siebzig Jahre Sozialismus besser überstanden als in vielen anderen Gegenden.
Anders als bei vielen anderen landschaftlich und kulturell lohnenden Reisezielen in Russland, können die Städte des Goldenen Rings heute eine relativ gute touristische Infrastruktur vorweisen. Grund dafür ist die relative Nähe Moskaus. Viele Moskauer nutzen am Wochenende die nahen Erholungsgebiete und besichtigen die historischen Gebäude. Auch Ausländer wurden schon zu Sowjetzeiten den Goldenen Ring entlanggeführt. Jedoch konnten ausländische Gäste bis zum Ende der Sowjetunion nie den Ring als Ganzes abfahren. Die Industriestadt Iwanowo, auf halbem Weg zwischen Susdal und Kostroma gelegen, war für westliche Ausländer Sperrgebiet.