Goldfluss

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Goldfluss
Armband aus Goldfluss
Blaufluss

Goldfluss (auch Aventuringlas, Goldstein) ist ein synthetisches Glas, das häufig als Schmuckmaterial verwendet wird. Es handelt sich dabei nicht, wie häufig im Verkauf angegeben, um ein natürliches Mineral.

Goldfluss ist ein Glas, das mit Kupfer oder Kupfer(I)-oxid in einer reduzierenden Flamme hergestellt wird. In einer normalen oxidativen Umgebung würde das Kupfer mit dem Silizium des Glases reagieren und ein blau-grünes Glas bilden, in der reduzierenden Umgebung jedoch bleibt das Kupfer als Atome isoliert und bildet kleine kristalline Cluster. Das fertige Produkt kann poliert, geschliffen oder in Formen gegossen werden und wird häufig ähnlich wie ein Schmuckstein für Modeschmuck und esoterische Artefakte verwendet. Häufig wird es als Ersatz für natürlichen Aventurin (Aventurin-Quarz und Aventurin-Feldspat) verwendet.

Die häufigste Form hat ein rötlich-braunes Aussehen, wobei die Farbe von den eingelagerten Kupferkristallen stammt, während das Glas selbst farblos ist. Varianten mit farbigem Glas − meist blau bis violett, seltener grün − werden unter dem Namen Blaufluss bzw. Grünfluss hergestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Herstellungsprozess für Goldfluss wurde im Venedig des 17. Jahrhunderts von der Familie Miotto entdeckt,[1] der vom Dogen von Venedig das exklusive Recht zur Herstellung verliehen wurde. Andere, nicht belegte Überlieferungen sprechen die Entdeckung einem nicht näher bezeichneten italienischen Mönchsorden zu.

Über lange Zeit lag das Zentrum der Herstellung auf Murano bei Venedig, jedoch wurde der Herstellungsprozess nach der Wiederentdeckung durch Max von Pettenkofer in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts[2] auch von bayerischen und böhmischen Glashütten nachvollzogen.

Grünes Aventuringlas wurde erstmals 1865 von dem französischen Chemiker Théophile-Jules Pelouze hergestellt und seitdem in steigenden Mengen in französischen Fabriken zu Bijouteriewaren verarbeitet. In dieser Form ist das Kupfer durch Chrom ersetzt.

Der ursprüngliche italienische Name avventurina war Namensgeber für die im 18. Jahrhundert entdeckten Mineralien Aventurin-Quarz und Aventurin-Feldspat.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bericht über die früheste Erwähnung 1626
  2. Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann: Aventuringlas

Weblinks[Bearbeiten]