Goldie Hawn

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Goldie Hawn (1989)

Goldie Jean Hawn eigentlich Aranka Jean Hawn[1] (* 21. November 1945 in Washington, D.C.) ist eine US-amerikanische Filmschauspielerin und Filmproduzentin. Vor allem in den 1970er bis 1990er Jahren zählte sie zu den populärsten Hollywoodstars. Sie ist Golden-Globe und Oscarpreisträgerin.

Leben[Bearbeiten]

Familie und Privatleben[Bearbeiten]

Goldie Jean Hawn wurde in Washington, D.C. als Tochter des Musikers Edward Rutledge Hawn und seiner Frau Laura (geb. Steinhoff) geboren. Ihr Vater stammt in direkter Linie vom Unterzeichner der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung Edward Rutledge ab; die Eltern ihrer Mutter Laura, Max Steinhoff und Fanny Weiss, wanderten aus Glaubensgründen von Ungarn in die USA aus. Hawn hat noch eine Schwester namens Patricia; beide wurden im jüdischen Glauben erzogen.

Hawn war bis jetzt zweimal verheiratet. Im Jahr 1969 heiratete sie Gus Trikonis; die Ehe wurde 1976 geschieden. Von 1976 bis 1979 war sie mit Bill Hudson verheiratet und hat mit ihm zwei Kinder, Oliver und Kate Hudson, die ebenfalls eine gefragte Hollywood-Schauspielerin ist. Mit ihrem langjährigen Lebensgefährten Kurt Russell, mit dem Goldie Hawn seit 1983 liiert ist, hat sie einen Sohn. Wyatt Russell wurde 1986 geboren.

Karriere[Bearbeiten]

1960er Jahre

Goldie Hawn begann 1967/68 als Ensemblemitglied der Fernsehsitcom Good Morning, World. Bald darauf wurde sie mit ihrer Rolle des „dummen Blondchens“, welche sie von 1968 bis 1970 in der Sketchreihe Rowan & Martin’s Laugh-In spielte, schlagartig bekannt. In den ausgehenden 1960er Jahren avancierte sie zu einem der ersten sogenannten „It-Girls“: Sie war als Unterhaltungskünstlerin und Schönheitsideal gleichermaßen bekannt. Diesen Ruf konnte Hawn zukünftig in vielen populären Filmkomödien festigen.

Ihr Filmdebüt gab sie 1968 unter dem Namen „Goldie Jeanne“ in dem Musical The One and Only, Genuine, Original Family Band mit einer kleinen Rolle als Tänzerin. Ein Jahr später wurde sie an der Seite von Ingrid Bergman und Walter Matthau in Die Kaktusblüte international bekannt; die Rolle der „Toni Simmons“ brachte ihr 1970 den Oscar sowie den Golden Globe Award als Beste Nebendarstellerin ein.[2]

1970er Jahre

Neben ihren dramatischen Darbietungen in The Girl from Petrovka und Sugarland Express etablierte sich Hawn fortan vor allem in komödiantischen Unterhaltungsfilmen wie Ein Mädchen in der Suppe, Der Millionenraub, Schmetterlinge sind frei und Shampoo (mit Warren Beatty und Julie Christie). Außerdem trat sie in Fernsehspecials wie Pure Goldie, The Goldie Hawn Special (mit George Burns, Shaun Cassidy und John Ritter) und Goldie and Liza Together (mit ihrer engen Freundin Liza Minnelli) auf. Weitere Filme wie Wer schluckt schon gern blaue Bohnen? oder Eine ganz krumme Tour (mit Chevy Chase) waren kommerziell sehr erfolgreich. 1972 versuchte sie sich außerdem kurzzeitig als Sängerin. Die LP Goldie (1972) für Warner floppte allerdings.[3]

1980er Jahre

Goldie Hawn gründete ihre eigene Produktionsfirma, mit der sie 1980 durch die Komödie Schütze Benjamin (mit Eileen Brennan und Armand Assante) einen großen Hit feierte. Für ihre Leistung in diesem Film wurde Hawn als Beste Hauptdarstellerin ein zweites Mal für den Oscar nominiert, der jedoch an ihre Kollegin Sissy Spacek für deren Rolle in Nashville Lady ging.

Es folgten weitere kommerzielle Erfolge mit Fast wie in alten Zeiten, Zwei dicke Freunde, Swing Shift – Liebe auf Zeit, Protocol – Alles tanzt nach meiner Pfeife, American Wildcats und Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser (mit Kurt Russell), die Goldie Hawns internationale Popularität als Filmstar festigten.

Im Januar 1985 posierte Hawn für den Playboy; die Ausgabe wurde eine der meistverkauften dieses Herrenmagazins.

1990er Jahre
Hawn auf der Berlinale 2008

Nach drei Jahren kehrte Hawn 1990 an der Seite von Mel Gibson in Ein Vogel auf dem Drahtseil wieder auf die Leinwand zurück. Außer bei Getäuscht und Crisscross – Überleben in Key West hielt sie nach wie vor an komödiantischen Filmproduktionen wie Housesitter – Lügen haben schöne Beine (mit Steve Martin), Der Tod steht ihr gut (mit Meryl Streep und Bruce Willis) und Der Club der Teufelinnen (mit Diane Keaton und Bette Midler) fest, die wohlwollende Kritiken ernteten. 1996 trat sie an der Seite von Alan Alda, Drew Barrymore, Julia Roberts und Woody Allen in dessen Musikkomödie Alle sagen: I love you auf. 1997 gehörte Hawn zu den Unterzeichnern eines offenen Briefes an Bundeskanzler Helmut Kohl, der das Verhalten des deutschen Staates gegenüber der Scientology-Sekte mit der Judenverfolgung im Dritten Reich verglich. Der Brief wurde in der International Herald Tribune abgedruckt und sorgte in Deutschland für große Empörung.[4]

2000er Jahre

Nach den Misserfolgen von Schlaflos in New York und Stadt, Land, Kuss stieß Hawn erst 2002 wieder auf positive Resonanz, als sie zusammen mit Susan Sarandon in Groupies Forever spielte. Seither war sie jedoch nicht wieder im Kino zu sehen.

Sonstiges

Ihre deutsche Synchronstimme ist Gudrun Vaupel.

Filmografie[Bearbeiten]

Darstellerin
Regie
  • 1997: Hope

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscar
Golden Globe Award
Emmy
  • 1969 nominiert für Spezielle Individuelle Leistungen im Bereich des Varieté für Rowan & Martin’s Laugh-In
  • 1970 nominiert für die Spezielle Klassifikation von Herausragender Sendung und Individueller Leistung für Rowan & Martin’s Laugh-In
  • 1980 nominiert für die Herausragende Varieté- oder Musiksendung für Goldie and Liza Together (zusammen mit George Schlatter, Dan Mischer, Fred Ebb und Liza Minnelli)
weitere Auszeichnungen

Diskografie (Auszug)[Bearbeiten]

Singles
  • 1972: Uncle Pen / Butterfly
  • 1997: The First Wives Soundtrack EP (1 Lied Goldie mit Bette Midler & Diane Keaton)
Alben
  • 1972: Goldie

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Goldie Hawn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Goldie ist die englische Übersetzung des ungarischen Namens Aranka - abgerufen am 21. Februar 2013
  2. Inside the Actors Studio, 2008.
  3. Info zum Album, hitparade.ch
  4. Die Logik der Eskalation in: Süddeutsche Zeitung vom 20. Januar 2008