Goldzug
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Der Begriff Goldzug bezeichnet eine bis heute umstrittene Geschichte zu Ende des Nationalsozialismus. Die Affäre um einen verschwundenen Zug mit von ungarischen Juden enteigneten Wertgegenstände gilt als einer der größten Raubzüge der Geschichte. Es geht um die mutmaßliche Ausplünderung des "Goldzuges" mit insgesamt 24 Waggons durch ungarische, österreichische, deutsche und amerikanische Bürger und Soldaten.
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[Bearbeiten] Geschichte
Am 19. März 1944 wurden den ungarischen Juden per Dekret vom Sondereinsatzkommando Eichmann unter Adolf Eichmann Wertgegenstände enteignet. Als die Rote Armee 1945 näherrückte, beschloss das nazitreue Pfeilkreuzler-Regime, die Wertgegenstände nach Deutschland zu transportieren. So starte im März 1945 an der österreichisch-ungarischen Grenze ein Güterzug. Von 46 Waggons waren angeblich 24 mit jüdischem Raubgut gefüllt [1]. Der Zug war beladen mit Kisten voll Gold, Silber, Juwelen, Schmuck, Münzen, Bargeld, Geschirr, Gemälden, Teppichen, Porzellan, Pelzen, Sakralgegenständen, Uhren, Briefmarken etc. In Hopfgarten in Tirol wurde ein Teil der Kisten per LkW-Transport von einem Pfeilkreuzler abgezweigt. Der "Goldzug" fuhr weiter und wurde in Bad Gastein zunächst im Tauerntunnel versteckt. Bei Böckstein erreichte am 11. Mai der restliche Zug die amerikanische Besatzungszone. Der Zugbegleiter László Avar übergab die Waggons schließlich am 16. Mai in Werfen der US-Armee. Der Zuginhalt wurde zunächst in einer Kaserne in Salzburg gelagert, der Wert wurde von US-Behörden auf etwa 150 Millionen Dollar geschätzt. US-Armeeangehörige sollen sich aus diesem ungarischen Wertbeständen eigenmächtig "bedient" haben. Schließlich wurden sie unter der Regie der UN-Flüchtlingskommission in New York bei Auktionen veräußert.
Jüdische Organisationen gehen heute allerdings von einem Wert von etwa 350 Millionen Dollar aus. In Salzburg schmückten jedoch bald amerikanische Offiziere ihre Büros und Häuser mit Schätzen aus dem "Goldzug". Ende 1945 wollte Gideon Rafael von der Jewish Agency das Lager besichtigen, ihm wurde zunächst der Zutritt verweigert. Als die Agency im Jahr 1946 das Lager besuchte, waren von den 24 Waggons nur noch 16 vorhanden. Über Jahrzehnte gab es zwischen der US- und der ungarischen Regierung Verhandlungen um die Rückerstattung. Bei einer dieser Verhandlungen brachte US-Außenminister Cyrus Vance im Januar 1978 die ungarische Stephanskrone wieder nach Budapest zurück.
1998 setzte Bill Clinton die "Presidential Commission on Holocaust Assets" ein, die u.a. den Verbleib der Schätze des "Goldzugs" klären sollte. Deren Bericht brachte auf vier Seiten allerdings wenig Erhellendes. Inzwischen hatten 33 ungarische Holocaust-Überlebende Klage eingereicht. Sie erreichten im Jahr 2005 einen Vergleich: Die US-Regierung zahlte 25,5 Millionen Dollar für Sozialhilfeprojekte zugunsten ungarisch-jüdischer NS-Opfer [2].
[Bearbeiten] Literatur
- Sabine Stehrer: Der Goldzug. Czernin Verlag, Wien. 88 Seiten. ISBN 3-7076-0064-5
[Bearbeiten] Quellenangaben
- Andrea Dunai, Verspätete Entschädigung - der ungarisch-jüdische Goldzug. Jahrelanger Rechtsstreit mit den USA endet mit einem Vergleich, in: Das Parlament Nr. 44 /31. Oktober 2005,[1]
- orf.at: Nach Kruzifix-Fund weitere Raubkunst gesucht. Seite vom 22.Aug. 2007
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ http://salzburg.orf.at/magazin/leben/stories/112897/ ORF: Leben in Salzburg
- ↑ http://www.nzz.ch/2005/10/15/al/articleD8E4T.html Streit um den Goldzug im Zweiten Weltkrieg beigelegt

