VW Golf IV

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Volkswagen
VW Golf Dreitürer

VW Golf Dreitürer

Golf (Typ 1J)
Produktionszeitraum: 1997–2006 (außerhalb Europas: wird noch produziert)
Klasse: Kompaktklasse
Karosserieversionen: Kombilimousine, Kombi, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
1,4–3,2 Liter
(55–177 kW)
Dieselmotoren:
1,9 Liter
(50–110 kW)
Länge: 4149–4397 mm
Breite: 1735 mm
Höhe: 1439–1485 mm
Radstand: 2512–2517 mm
Leergewicht: 1050–1477 kg
Vorgängermodell: VW Golf III
Nachfolgemodell: VW Golf V
Sterne im Euro-NCAP-Crashtest[1] Crashtest-Stern 4.svg
Heckansicht

Golf IV ist die Bezeichnung für die vierte Baureihe des VW Golf. Er löste im Oktober 1997 den Golf III ab.

Gegenüber der Bauweise des Vorgängermodells konnten die Spaltmaße zwischen den Karosserieelementen verringert werden, was der Qualitätsanmutung zugute kommt. Mit der Baureihe Golf 1J, wie der Golf IV werksintern heißt, wollte Volkswagen neue Qualitätsstandards für die zukünftigen Produkte des Unternehmens setzen: Die Karosserie ist elektrolytisch vollverzinkt, und VW gibt eine elfjährige Garantie gegen Durchrostung. Durch eine neuartige obenliegende Motoraufhängung mit mittiger Pendelstütze am Wagenboden erreicht der Golf IV eine hohe Laufruhe, Vibrationen des Motors werden weitgehend eliminiert. In der laufenden Produktion erfolgt die Einführung des Pumpe-Düse-Dieselmotors und des CAN-Bus.

Ab November 2003 wurde er in Deutschland durch den Golf V ersetzt.

In Nordamerika wurde er erst 2006 vom Golf V abgelöst. In Südamerika läuft er (Ende 2011) noch immer vom Band, erhielt aber 2007 ein Facelift. In Kanada wurde diese Variante zeitweise parallel zum Golf V (der dort „Rabbit“ heißt) als „City Golf“ verkauft. Ebenfalls mit einem Facelift (jedoch mit anderer Optik) versehen, wurde der Golf IV von 2006 bis 2008 als „Bora HS“ in China verkauft. Am 31. Dezember 2008 waren in Deutschland 1.558.955 Golf IV zugelassen.[2]

Modellgeschichte[Bearbeiten]

  • 1997: Vorstellung des Golf IV mit den Motoren: Benziner: 1.4 16V (75 PS), 1.6 8 V (101 PS), 1.8 20V (125 PS), 1.8 20V Turbo (150 PS) und 2.3 VR5 (150 PS). Diesel: 1.9 SDI (68 PS), 1.9 TDI (90 PS) und 1.9 TDI (110 PS).
  • 1998: Einführung 4Motion (Allrad). Cabriolet optisch Golf IV angepasst mit den Motoren: 1.6 (101 PS), 1.8 (75 bzw. 90 PS), 2.0 (116 PS) und 1.9 TDI (90 bzw. 110 PS).
  • 1999: Einführung Pumpe-Düse TDI 1.9 (115 PS) und V6-Benziner (204 PS), Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) in allen Golf serienmäßig. 2.0 8 V mit 116 PS löst 1.8 20V mit 125 PS ab.
  • 2000: Einführung 1.6 16V mit 105 PS, 2.3 V5 20V mit 170 PS und 1.9 TDI PD mit 101 bzw. 150 PS; 1.6 8 V nur noch lieferbar mit Automatikgetriebe. Cabriolet nur noch lieferbar als 2.0 mit 116 PS und 1.9 TDI mit 90 PS.
  • 2001: Sondermodell 25 Jahre GTI mit 1.8 20V Turbo (180 PS) Motor, Bremsassistent serienmäßig. Erweiterung des von Bosch entwickelten Controller Area Network-Bus-Systems (kurz CAN-Bus) auf die große Konfiguration (nun auch Motor und Kombiinstrument per CAN). Einführung 1.9 TDI PD mit 130 PS und 1.6 FSI mit Benzin-Direkteinspritzung (FSI) und 110 PS.
  • 2002: Kopfairbags serienmäßig, Einführung R32 mit 3,2-Liter-VR6-Motor mit 241 PS, Sondermodell Champ, basierend auf der Ausstattungslinie Basis mit Kopfairbags (etwas später serienmäßig), Sondermodell Pacific, basierend auf der Ausstattungslinie Highline, umschaltbarer Erdgas-Antrieb mit der Verkaufsbezeichnung BiFuel im Variant. 1.9 TDI PD mit 115 PS entfällt. Cabriolet eingestellt.
  • 2003: GT Sport, Sondermodell Edition, Ende der Produktion in Deutschland. Vom Golf IV wurden 4.098.000 Fahrzeuge gefertigt. Start der Produktion in der Volksrepublik China im Joint-Venture-Unternehmen FAW-Volkswagen am Standort Changchun.
  • 2004: der R32 wird in den USA angeboten und ist damit der erste Allrad-Golf in den Staaten
  • 2005: weitere Variant-Ableger: Golf Atlantic und Atlantic Style
  • 2006: Einstellung des Golf IV Variant.

Modelle[Bearbeiten]

Golf R32[Bearbeiten]

VW Golf R32
Heckansicht

Der erste Golf R32 entstand als geplante limitierte Auflage von 5000 Autos auf Basis des Golf IV. Nach dem anfänglichen Erfolg – die Kleinserie war insbesondere aufgrund der Nachfrage in den USA sehr schnell ausverkauft – entschied Volkswagen, den R32 in Serie herzustellen und verkaufte schließlich etwa 12.000 Fahrzeuge des Golf IV R32, 7000 für Europa, 5000 für die USA.

Das R in R32 steht für Racing, in Anlehnung an die Motorsportabteilung „Volkswagen Racing“ (früher „Volkswagen Motorsport“), die 32 steht für die 3,2 Liter Hubraum des Sechszylindermotors in VR-Bauweise. Serienmäßig ist der Golf R32 mit einem um 20 Millimeter tiefer gelegten Sportfahrwerk, 225/40-Reifen auf spezifischen 18-Zoll-Alufelgen „Aristo“ die anfangs von OZ später von Ronal geliefert wurden, Sportsitzen mit integrierten Kopfstützen, dem 4Motion-Allradantrieb sowie einem Sechsganggetriebe ausgestattet, optional war unter anderem das wegweisende Doppelkupplungsgetriebe DSG erhältlich. Äußerlich ist der Kompaktsportwagen Golf R32 zudem durch drei große Lufteinlässe in der Frontschürze, durch tiefe Seitenschweller, einem Dachkantenspoiler und durch die beiden Endrohre der Abgasanlage vom herkömmlichen Golf zu unterscheiden.

Der Sechszylindermotor hat vier Ventile pro Zylinder und eine Leistung von 177 kW (241 PS). Den Spurt von 0 auf 100 km/h schafft der Volkswagen in 6,6 Sekunden (mit DSG in 6,4 Sekunden), bei 2800 Umdrehungen liegen 320 Newtonmeter an, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 247 km/h. Der Motor erfüllt zudem die Abgasnorm EU4. Die zweiflutige Abgasanlage welche von Remus entwickelt wurde besitzt eine unterdruckabhängige Klappensteuerung. Je nach Betätigung des Gaspedals sowie der Geschwindigkeit des Fahrzeugs werden die Abgase über eine Regelklappe, welche über eine Unterdruckleitung mit dem Motor verbunden ist, teilweise am Endschalldämpfer vorbeigeleitet. So entsteht ein noch sportlicherer Sound des Sechszylindermotors.

Mitte 2003 wurden kleine kosmetische Veränderungen wie enger geschnittene Sitze mit Lordosenstütze und zweiter Sitznaht sowie eine Veränderung an der Frontscheibe (FIN) vorgenommen. Ebenfalls wurden an der Zündanlage und dem Endschalldämpfer kleine Veränderungen vorgenommen. Diese Version wird bei R32-Fahrern häufig als "Last-Edition" bezeichnet. Zudem unterscheiden sich die in Nordamerika verkauften Modelle durch einen schwarzen Dachhimmel, serienmäßiges Schiebedach, ein weicheres und höheres Fahrwerk, eine zweite Sitznaht, andere Rückleuchten, Seitenmarkierungsleuchten, sowie den Verbau von herkömmlichen Halogenscheinwerfern anstelle der Xenonscheinwerfer.

Golf IV GTI[Bearbeiten]

VW Golf GTI
Heckansicht

Mit der Einführung des Golf IV (1J) ging abermals eine neue GTI-Generation an den Start. Sie war aber bei diesem Modell mehr eine Ausstattungslinie wie Comfortline oder Trendline, also werksseitig für einen GTI sehr schlicht gehalten. Zu erkennen ist der IVer GTI an seinen serienmäßigen 16-Zoll-Alufelgen von BBS im Kreuzspeichendesign sowie dem Armaturenzierrat in Vogelaugenahorn. Außerdem weist er etwas bequemere Recaro-Sitze, teilweise mit längenverstellbarer Beinauflage, auf. Optisch war der Golf IV GTI zeitweise kaum noch von den anderen Modellen zu unterscheiden und bot die größte Auswahl an Motoren (zeitweise verbaut, stärkere lösten schwächere Varianten ab). In seinem letzten Baujahr 2003 war der Golf IV GTI ausschließlich mit dem 132-kW-Motor (180 PS) des 25-Jahre-Jubiläums-GTI und dem 110-kW-TDI-Motor (150 PS) zu haben[3]. Die 180-PS Variante hebt sich durch ein rotes "I" im Heckemblem und anderen Felgen (Montreal II) von der 150-PS Variante ab. Aufgrund der schmaleren Reifen erreicht diese GTI-Variante eine leicht höhere Höchstgeschwindigkeit als der Jubiläums-GTI (228 km/h statt 222km/h).

2001 wurde abermals ein Sondermodell vorgestellt: der 25-Jahre-Jubiläums-GTI, der sich deutlich von seinen Modellbrüdern abhob. Zum einen kamen ein eigenständiges Spoilerpaket (Front- und Heckschürze, Seitenschweller und Dachkantenspoiler in Wagenfarbe lackiert) und abgedunkelte Frontscheinwerfer sowie ein Sportendtopf mit 90-mm-Endrohr und 18″ große kugelpolierte BBS-Leichtmetallräder zum Einsatz. Zum anderen wurde auch der Innenraum mit vielen eigenständigen Extras wie eigenen Recaro-Sportsitzen mit GTI-Aufdruck, vielen rot abgesetzten Details, Pedalen aus gelochtem Aluminium und dem bereits im Golf 1 GTI verbauten Golfball-Schaltknauf aufgewertet. Allerdings blieben dem Käufer einige Extras wie Xenonlicht oder Lederausstattung verwehrt, dafür entschädigte aber der auf 132 kW (180 PS) gesteigerte 1,8-Liter-20V-Turbomotor.
Motorenpalette für diese Ausstattungslinie:

  • Golf GTI: 1,9 l Turbodiesel 81 kW (Verteiler-Einspritz-Pumpe)
  • Golf GTI: 1,9 l Turbodiesel 85 kW (Pumpe-Düse)
  • Golf GTI: 1,9 l Turbodiesel 96 kW (Pumpe-Düse)
  • Golf GTI: 1,9 l Turbodiesel 110 kW (Pumpe-Düse)
  • Golf GTI: 1,8 l 20V Turbo 110 kW
  • Golf GTI: 1,8 l 20V Turbo 132 kW (Sondermodell „25 Jahre GTI“)
  • Golf GTI: 1,8 l 20V Turbo 132 kW
  • Golf GTI: 2,3 l VR5 110 kW
  • Golf GTI: 2,3 l V5 125 kW

Golf Sondermodell „Generation“[Bearbeiten]

Als der Golf im Jahre 1999 25 Jahre alt wurde, entschied man sich bei VW dafür, zum Geburtstag ein Sondermodell namens „Generation“ auf den Markt zu bringen.

Der Golf Generation bietet eine Kombination aus sportlicher Optik und komfortabler Ausstattung. Im Gegensatz zum Basismodell des Golf sind hier die Stoßfänger, Seitenleisten, Außenspiegelkappen sowie die Türgriffe serienmäßig in der jeweiligen Wagenfarbe lackiert, ebenso wie bei den Modellen Highline und GTI. Ein weiteres sportliches Detail sind die Leichtmetallräder „Montreal“ in der Größe 6,5 × 16 Zoll mit 205/55er-Reifen. Dazu sind die Einsteigeleisten in schwarz-silbern gehalten und mit dem Schriftzug „GOLF“ versehen. Auch der Innenraum wurde aufgewertet und bietet unter anderem wertigere Materialien und ausgefallenere Farben (z. B. Dekorblenden in Blau/Netzoptik, blaue Nähte an Lederlenkrad und Schaltsack). Das Sondermodell Generation konnte als einziges Modell in der Farbe Technoblau-metallic bestellt werden. Es wurde in seiner Bauzeit zwischen 1999 und 2000 etwa 24.500-mal verkauft.

Golf Cabrio[Bearbeiten]

Hauptartikel siehe: VW Golf Cabriolet

VW Golf Cabrio (1998–2002)
Heckansicht

Das Golf IV Cabrio entspricht technisch weitgehend dem Vorgängermodell. Es handelt sich daher eher um eine überarbeitete Variante des Golf III Cabrio als um ein eigenes auf dem Golf IV basierendes Cabriolet.

Die maßgeblichsten Veränderungen umfassten im Interieur die Beleuchtungseinrichtungen (blaue Instrumentenbeleuchtung), das Golf-IV-Lenkrad sowie die Oberflächen, welche mit ihrer genarbten Oberfläche einen höherwertigen Eindruck vermitteln sollten, als beim Golf III. Ansonsten blieb im Interieur alles wie beim Vorgänger. Außen wurden die Frontscheinwerfer geändert, die nun entsprechend dem Golf IV im Klarglasdesign strahlten. Das Nummernschild wurde vom Kofferraumdeckel in den Stoßfänger verlegt, um auch hier der Heckansicht der vierten Generation näher zu kommen. Die Motoren waren allesamt aus dem Golf III bekannt.

  • Benziner: 1,6 l mit 100 PS, 1,8 l mit 75 PS (bis Oktober 2000), 1,8 l mit 90 PS und 2,0 l mit 115 PS.
  • Diesel: 1,9 l TDI mit 90 PS und 1,9 l TDI mit 110 PS.

Ab Herbst 2000 waren nur noch der 2,0-l-Benziner und der kleine 1,9-l-Diesel im Angebot.

Das Golf Cabrio der vierten (manche sagen auch „dreieinhalbten“) Generation wurde von Juni 1998 bis Dezember 2001 bei Karmann in Osnabrück hergestellt. Einige liefen auch in Mexiko vom Band. So wurden die letzten Modelle im Jahre 2002 in Puebla gefertigt.

VW Golf Variant

Golf Variant[Bearbeiten]

Hauptartikel siehe: VW Golf Variant

Auch vom Golf IV existierte eine Kombiversion, die von April 1999 bis Juni 2006 produziert wurde. Das Fahrzeug verwendete die gleichen Motoren und Ausstattungslinien wie die Limousine.

Motoren[Bearbeiten]

Bei den Motoren 1.8 (92 kW), 2.0 (85 kW), 2.3 V5 (110/125 kW) und 1.9 TDI (66–110 kW) konnte außerdem ein Allradantrieb 4Motion mitbestellt werden. Der 2.8 (150 kW) und 3.2 R32 war serienmäßig mit dem Allradsystem 4Motion ausgestattet.

Technische Daten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Volkswagen Golf Bordbuch, Heft 3.3 "Technische Daten". Volkswagen AG, August 1998.
  • Volkswagen Golf Bordbuch, Heft 3.3 "Technische Daten". Volkswagen AG, Mai 1999.
  • Volkswagen Golf Bordbuch, Heft 3.3 "Technische Daten". Volkswagen AG, Mai 2001 (dänisch).
  • Volkswagen Golf Bordbuch, Heft 3.3 "Technische Daten". Volkswagen AG, Mai 2002.
  • Hans-Rüdiger Etzold: So wird’s gemacht. VW Golf IV 9/97 bis 9/03, Bora 9/98 bis 5/05.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: VW Golf IV – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Crash-Test VW Golf IV (ADAC 08/1998)
  2. www.kba.de/Statistik 2008, Seite 42 (PDF 2,7 MB)
  3. michaelneuhaus.de/golf4
  4. Liste der nicht E10-geeigneten Volkswagen-PKW-Modelle