Golf von Kalifornien

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Karte Nordamerikas, Golf von Kalifornien violett markiert
Eine aus der Mitte des 18. Jahrhunderts alte Karte des Golfs, gezeichnet von kroatischen Missionar und Forscher Ferdinand Konščak
Golf von Kalifornien bei San Carlos, Mexiko

Der Golf von Kalifornien (auch Cortes-See) (span. Mar de Cortés / Golfo de California / Mar Bermejo, engl. Gulf of California / sea of cortes) ist ein 160.000 km² großes Nebenmeer des Pazifik zwischen Mexiko und der Halbinsel Niederkalifornien. Er ist etwa 1100 Kilometer lang und 90 bis 230 Kilometer breit. Im Norden befindet sich das Mündungsdelta des Colorado River. Die zwei größeren Inseln des Golfes sind ebenfalls im nördlichen Teil zu finden: die Isla Ángel de la Guarda sowie die Isla Tiburón. Die Region des Golfes liegt in einer aktiven tektonischen Verwerfungszone, die unter anderem die Caldera Aguajito schuf.

Politisch gesehen gehört der Golf von Kalifornien zu Mexiko.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Golf wurde 1539 von dem spanischen Entdecker Francisco de Ulloa zu Ehren des Eroberers Hernán Cortés Mar de Cortés genannt. Ulloa glaubte ursprünglich, der Golf wäre der Beginn der sagenhaften Straße von Anián, welche den pazifischen mit dem atlantischen Ozean verbinden sollte.

Um 1540 führte Melchior Diaz mehrere Erkundungsreisen im Golf durch und befuhr dabei auch den Unterlauf des Colorado River, der in den Nordteil des Golfes mündet.

Fauna[Bearbeiten]

Die Verbreitung des Golftümmlers (hellblau)

Der kleine Meeresteil ist die Heimat eines einzigartigen und reichen Ökosystems. Außer einer großen Vielfalt endemischer Tiere und Pflanzen sind hier viele wandernde Tierarten wie der Buckelwal, der Kalifornische Grauwal, der Mantarochen, Bogenstirn-Hammerhai und die Lederschildkröte zu finden. Im Golf von Kalifornien lebt eine Subpopulation Finnwale, die keine jährliche Wanderung unternimmt. Sie lebt das ganze Jahr in diesem Gebiet und stellt ihre Nahrung auf Fische um [1], wenn der Krill seltener wird.

Der Golf von Kalifornien ist außerdem der einzige Ort der Erde, an dem die vom Aussterben bedrohten Golftümmler oder Vaquitas noch zu finden sind. Da von dieser Unterart des Schweinswals insgesamt nur noch etwa 500 Tiere existieren, wurde 1993 im Norden ein über 930.000 Hektar großes Schutzgebiet eingerichtet. Versuche der mexikanischen Regierung, weitere Schutzgebiete einzurichten, scheiterten bisher an den Möglichkeiten zur Durchsetzung und an politischen Meinungsverschiedenheiten: Die mehreren tausend Kilometer Küstenlinie sind nur schwer zu überwachen, und die kommerzielle Fischindustrie hat sich zu einer politisch starken Gemeinschaft zusammengeschlossen, welche kein großes Interesse daran hat, die Fischerei zu verbieten.

Fischerei[Bearbeiten]

In der Region war die kommerzielle Fischerei für lange Zeit eine große Einnahmequelle. Mehrere Schriftsteller berichten von Thunfischschwärmen, welche mehr als 150 Kilometer lang sein sollen. Auch zieht der Golf von Kalifornien von jeher eine große Anzahl an Sportfischern an.

Heute wird das Meer zwar noch von vielen Touristen besucht, aber aufgrund der Überfischung gehen die Fischerträge langsam zurück. Besonders betroffen ist der Fisch Totoaba.

Welterbe[Bearbeiten]

2005 wurden zahlreiche Inseln und Küstenabschnitte des Golfs in die Liste des Welterbes aufgenommen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Watching Giants - The Secret Lifes Of Whales Elin Kelsey, University of California Press, 2009. ISBN 978-0-520-24976-9

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Golf von Kalifornien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Golf von Kalifornien – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

27.753055555556-111.67277777778Koordinaten: 28° N, 112° W