Gomadingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gomadingen
Gomadingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gomadingen hervorgehoben
48.4002777777789.3919444444444693Koordinaten: 48° 24′ N, 9° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 693 m ü. NHN
Fläche: 45,85 km²
Einwohner: 2239 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72532
Vorwahl: 07385
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 027
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 2
72532 Gomadingen
Webpräsenz: www.gomadingen.de
Bürgermeister: Klemens Betz
Lage der Gemeinde Gomadingen im Landkreis Reutlingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Landkreis Esslingen Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Sigmaringen Landkreis Tübingen Zollernalbkreis Bad Urach Dettingen an der Erms Engstingen Eningen unter Achalm Gomadingen Grabenstetten Grafenberg (Landkreis Reutlingen) Gutsbezirk Münsingen Hayingen Hohenstein (Landkreis Reutlingen) Hülben Lichtenstein (Württemberg) Mehrstetten Metzingen Münsingen (Württemberg) Pfronstetten Pfullingen Pfullingen Pliezhausen Reutlingen Riederich Römerstein (Gemeinde) Sonnenbühl St. Johann (Württemberg) Trochtelfingen Walddorfhäslach Wannweil ZwiefaltenKarte
Über dieses Bild

Gomadingen ist ein Luftkurort im Großen Lautertal auf der Schwäbischen Alb, der vor allem durch das Haupt- und Landgestüt Marbach und durch die Tötungsanstalt Schloss Grafeneck in den gleichnamigen Ortsteilen bekannt ist. Gomadingen ist mit einem Großteil seiner Gemarkung (85%) Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Gomadingen liegt im Tal der Großen Lauter, die im Ortsteil Offenhausen entspringt. Oberhalb des Ortes befindet sich der Sternberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Gomadingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören alle zum Landkreis Reutlingen:

St. Johann, Münsingen, Hohenstein und Engstingen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Gomadingen gehören seit 1. Dezember 1971 die früher selbstständigen Gemeinden Dapfen und Steingebronn (In Klammern die Einwohnerzahl vom 30. Juni 2011[2]). Zur Gemeinde Dapfen gehörten die Dörfer Dapfen (463 Einwohner) und Wasserstetten (71 Einwohner), der Weiler Marbach an der Lauter (43 Einwohner), Schloss und Hof Grafeneck (93 Einwohner), die Siedlung Schelmenbühl und die Häuser Ölmühle. Zur Gemeinde Gomadingen in den Grenzen vom 30. November 1971 die Dörfer Gomadingen (1092 Einwohner) und Offenhausen (160 Einwohner) und das Gehöft Gestütshof. Zur Gemeinde Steingebronn gehörte das Dorf Steingebronn (283 Einwohner).

In der Gemarkung Dapfen liegen die Wüstungen Achilinishusen, Benzingen, Bickenhofen, Hinterhofen, Pfeln und Weygstetten und in der Gemarkung Gomadingen liegen die Wüstungen Hebinolsriet, Notzenweiler, Schwarzwach und Stetten.[3]

In Gomadingen befindet sich der Burgstall Burg Gomadingen, im Ortsteil Steingebronn der Burgstall Burg Steingebronn und bei Wasserstetten der Burgstall Burg Baldelau.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur römischen Geschichte, siehe separaten Artikel Kastell Gomadingen.

Im Ortsteil Offenhausen befand sich seit zirka 1260 ein Frauenkloster, das unter dem Namen Gnadenzell bekannt war.

Das Haupt- und Landgestüt Marbach ist das älteste staatliche Gestüt (Land Baden-Württemberg als Träger) in Deutschland. Bereits unter Herzog Christoph von Württemberg (1550–1568)[1] lässt sich sein Ausbau nachweisen. 1817 wurde es das Landgestüt des Königreichs Württemberg.

Das um 1560 erbaute Schloss Grafeneck, das als Jagdschloss der württembergischen Herzöge diente, liegt an der Landstraße 247 im Ortsteil Grafeneck. Im 19. Jahrhundert wurde es als Forstamt benutzt und im Jahr 1928 wurde es von der evangelischen Samariterstiftung erworben, die ein Behindertenheim einrichtete. In der Zeit des Nationalsozialismus diente Schloss Grafeneck in einer kurzen Zeitspanne als Tötungsanstalt. Dort wurden 1940 in der nationalsozialistischen Euthansasieaktion (später Aktion T4) 10.654 behinderte und kranke Menschen durch Gas ermordet. Sie wurden vor allem aus Süddeutschland dorthin transportiert und vor Ort in einem Krematorium verbrannt. Die französische Besatzungsmacht gab das Gelände 1946/47 wieder an die Samariterstiftung zurück, die es als Lebensstätte für behinderte und psychisch erkrankte Menschen ausbaute und bis heute betreibt. Bereits in den 1950er Jahren begann die Entwicklung des Friedhofes als Gedenkort. 2005 wird schließlich das Dokumentationszentrum Gedenkstätte Grafeneck errichtet.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

1812 kam das Dorf Offenhausen zur Gemeinde Gomadingen. Am 1. Dezember 1971 wurden Dapfen und Steingebronn nach Gomadingen eingemeindet.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 lag bei 66,9 % und ergab folgende Sitzverteilung:

Unabhängige Wählervereinigung 37,9 % 6 Sitze ± 0
CDU/BL 32,9 % 5 Sitze ± 0
Offene Liste 29,2 % 4 Sitze + 1

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die derzeitige Amtszeit von Klemens Betz endet am 30. Juni 2018.

- seit 1994 : Klemens Betz

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der früheren Gemeinden[Bearbeiten]

Dapfen
Dapfen
Gomadingen
Gomadingen
Steingebronn
Steingebronn

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Gomadingen unterhält seit dem 14. Mai 1999 eine Partnerschaft mit dem französischen Buis-les-Baronnies.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Klosterkirche in Offenhausen, heute Gestütsmuseum
Sternbergturm auf dem Sternberg

Museen[Bearbeiten]

  • Gestütsmuseum Offenhausen
  • Felix Hollenberg-Galerie, im Rathaus Gomadingen
  • Planetenweg, etwa 10 km

Musik[Bearbeiten]

  • Musikverein Dapfen e. V.
  • Posaunen Chor Gomadingen
  • Sängerbund Gomadingen
  • Kirchenchor Dapfen

Jugend[Bearbeiten]

  • Wäschkuche Dapfa e. V.
  • Jugendclub Meeting Gomadingen e. V.

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

  • Sportverein Gomadingen 1924 e. V.
  • Sportverein Dapfen e. V.
  • TV Gomadingen
  • FC Gomadingen-Dapfen

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Höhepunkt der Veranstaltungen in der Gemeinde Gomadingen sind die regelmäßig am letzten Wochenende im September und am ersten Wochenende im Oktober stattfindenden Hengstparaden in der 10.000 Zuschauer fassenden Arena im Haupt- und Landgestüt Marbach. Daneben ist das Anfang Mai stattfindende internationale Vielseitigkeitsturnier in Marbach ein weiters pferdesportliches Highlight.

Jedes Jahr, am dritten Wochenende im September, findet das traditionelle Schlachtfest in Dapfen statt.

Traditionell findet jedes Jahr im Juli das Festival on Eiche auf dem alten Sportplatz Eichach in Gomadingen statt.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

  • Original Dapfener Schlachtplatte mit frischen Holzofenbrot

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Roter Brummer im Bahnhof Gomadingen

Verkehr[Bearbeiten]

Die Landesstraße 230 führt von der B 27 bei Gomaringen kommend durch das Gemeindegebiet bis zur A 8 bei Merklingen.

Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 224. 1893 erhielten Gomadingen und Marbach an der Lauter über die Strecke Reutlingen–Münsingen (1901 bis nach Schelklingen verlängert) Anschluss an das Eisenbahnnetz. In Gomadingen entstand dafür ein Einheitsbahnhof vom Typ IIa, in Marbach ein solcher vom Typ IIIa.[5] Montags bis freitags halten heute Regionalzüge, die vor allem Schüler von und nach Münsingen befördern. Sonntags von Anfang April bis Ende Oktober wird er von Regionalbahnen und Sonderzügen angefahren, um vor allem Wanderer und Ausflügler an ihr Ziel zu bringen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1994: Rolf Blank (* 22. Juni 1934), Bürgermeister[6]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Christian Homburg (* 1962), Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Marketing an der Universität Mannheim und Direktor des Instituts für Marktorientierte Unternehmensführung (IMU) der Universität Mannheim

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Felix Hollenberg (* 15. Dezember 1868 in Sterkrade, † 28. April 1945 in Gomadingen), Maler
  • Günter Bader (* 1943), systematischer Theologe, von 1977 bis 1995 evangelischer Pfarrer in Gomadingen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gomadingen - Zahlen, Daten, Fakten
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 51–53
  4. Grafeneck - Geschichte und Gegenwart. Gedenkstätte Grafeneck e.V., 2011, abgerufen am 27. Dezember 2011.
  5.  Rainer Stein: Der württembergische Einheitsbahnhof auf Nebenbahnen. In: Eisenbahn-Journal Württemberg-Report. Band 1, Nr. V/96, Merker, Fürstenfeldbruck 1996, ISBN 3-922404-96-0, S. 80–83.
  6. Alb Bote vom 22. Juni 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gomadingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

dito von Tapfen.