Gomaringen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Gomaringen
Gomaringen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Gomaringen hervorgehoben
48.4529.1474Koordinaten: 48° 27′ N, 9° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Tübingen
Gemeindeverwal-
tungsverband:
Steinlach-Wiesaz
Höhe: 474 m ü. NHN
Fläche: 17,3 km²
Einwohner: 8733 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 505 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72810
Vorwahl: 07072
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 4 16 015
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 4
72810 Gomaringen
Webpräsenz: www.gomaringen.de
Bürgermeister: Steffen Heß
Lage der Gemeinde Gomaringen im Landkreis Tübingen
Landkreis Böblingen Landkreis Calw Landkreis Esslingen Landkreis Freudenstadt Landkreis Reutlingen Landkreis Rottweil Zollernalbkreis Ammerbuch Bodelshausen Dettenhausen Dußlingen Gomaringen Hirrlingen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Mössingen Nehren (Württemberg) Neustetten Ofterdingen Rottenburg am Neckar Rottenburg am Neckar Rottenburg am Neckar Starzach TübingenKarte
Über dieses Bild

Gomaringen ist eine Gemeinde im Landkreis Tübingen etwa zehn Kilometer südlich von Tübingen und etwa elf Kilometer südwestlich von Reutlingen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Gomaringen liegt im Tal der Wiesaz, eines rechten Nebenflusses der Steinlach, die in den Neckar mündet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Gomaringen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Tübingen beziehungsweise zum Landkreis Reutlingen.

Kusterdingen, Reutlingen, Mössingen, Nehren, Dußlingen und Tübingen

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Gomaringen besteht aus den beiden Ortsteilen Gomaringen und Stockach. Die Ortsteile sind räumlich identisch mit den früheren Gemeinden gleichen Namens. In der Gemeinde Gomaringen wird der Gemeinderat nach dem System der Unechten Teilortswahl gewählt, dementsprechend bilden die beiden Ortsteile als Wohnbezirke bezeichnete Wahlkreise. Der Ortsteil Stockach bildet zudem eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender.[2]

Zum Ortsteil Gomaringen gehören das Dorf Gomaringen, der Weiler Hinterweiler, der baulich mit Gomaringen zusammengewachsen ist, und die Häuser Bahnhof Gomaringen, Hammerwerk, Pomosinwerke, Sägmühle und Schleifmühle. Zum Ortsteil Stockach gehört nur das Dorf Stockach.

Im Ortsteil Gomaringen lagen die abgegangenen Orte Unnothof und Ziegelhausen (oder Ziegelhäuser). Unnothof fiel vor 1893 und Ziegelhausen vor 1492 wüst.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

  • Die Namensendung auf „-ingen“ belegt die Besiedlung durch die Alemannen
  • Der Name „Gomaringen“ wurde 1191 erstmals urkundlich in der Chronik des Berthold von Zwiefalten erwähnt
  • Werner von Gomaringen (ca. 1356–1393) und Peter von Gomaringen (1393–1412) aus dem Hause der Herren von Gomaringen wurden Äbte von Bebenhausen, dem Hauskloster der Pfalzgrafen von Tübingen.
  • 1499: Gomaringen und seine heutigen Ortsteile Hinterweiler und Stockach wurden von Reutlingen erworben. 150 Jahre lang nahmen Vögte die reichsstädtischen Belange wahr.
  • 1648: Wegen hoher Kontributionen, die Reutlingen als Reichsstadt nach dem Dreißigjährigen Krieg zu entrichten hatte, musste es Gomaringen und Hinterweiler an Württemberg verkaufen.
  • 1807: Gomaringen wurde dem Oberamt, später dem Kreis Reutlingen zugeschlagen
  • 1837–1841: Der Schriftsteller Gustav Schwab (1792–1850) lebte als Pfarrer in Gomaringen. Dort verfasste er Sagen des klassischen Altertums und seine Schiller-Biografie.
  • 1973: Mit der Kreisreform von 1973 wechselte die Gemeinde vom Landkreis Reutlingen zum Landkreis Tübingen. Am 1. Dezember 1973 wurde Stockach eingemeindet.

Politik[Bearbeiten]

Gomaringen ist der Sitz des Gemeindeverwaltungsverbandes „Steinlach-Wiesaz“. Weitere Mitgliedsgemeinden sind Dußlingen und Nehren.

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • bis 1946: Karl Beck (kommissarisch)
  • 1946 bis 1948: Heinrich Rapp
  • 1948 bis 1951: Emil Hartung
  • 1951 bis 1981: Heinz Raff
  • 1981 bis 2012: Manfred Schmiderer
  • seit 2. Juli 2012: Steffen Heß

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2009[4]
Wahlbeteiligung: 52,5 % (2004: 52,8 %)
 %
40
30
20
10
0
37,5 %
24,4 %
21,8 %
16,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   2
   0
  -2
  -4
-1,0 %p
-0,2 %p
-0,6 %p
+1,7 %p

Die Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 führte zu folgender Verteilung der 18 Sitze (–2) im Gemeinderat:

  • FW: 7 Sitze (–1)
  • SPD: 4 Sitze (–1)
  • CDU: 4 Sitze (±0)
  • Grüne Liste: 3 Sitze (±0)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gomaringer Schloss

Museen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Gomaringer Schloss, von 1837 bis 1841 Pfarrsitz von Gustav Schwab.

Grabhügel[Bearbeiten]

Stele auf einem Grabhügel bei Gomaringen-Stockach[5]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das christliche Festival Rock Without Limits fand von 2008 bis 2010 in Gomaringen statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Landesstraße 230 verbindet die Gemeinde mit der Bundesstraße 27 und damit mit Tübingen und Stuttgart. Die L 384 führt östlich nach Reutlingen.

Der Öffentliche Personennahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 113. Die Gönninger Bahn zwischen Reutlingen und Gönningen war 1982 endgültig eingestellt worden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gomaringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Gomaringen vom 10. Oktober 1990, zuletzt geändert am 28. Juni 2006 (PDF; 89 kB) abgerufen am 21. März 2009
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 124–125
  4. http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Wahlen/Kommunalwahlen_2009/GTabelle.asp?G=GE416015
  5. Siehe auch Foto des Grabhügels bei Gomaringen-Stockach